Deutschland zählt zu den Ländern mit der niedrigsten Säuglings- und Müttersterblichkeit weltweit. Trotzdem gibt es eine Reihe von Risiken bei der Geburt wie etwa Blutungen, Nabelschnurkomplikationen et cetera.

Bei Aufnahme in den Kreißsaal und dann in regelmäßigen Abständen wird die Gebärende körperlich untersucht. Hierzu gehört auch eine vaginale Untersuchung zur Überprüfung des Geburtsfortschrittes. Der Arzt oder die Hebamme untersucht dabei, wie weit sich der Muttermund bereits geöffnet hat und wie tief der kindliche Kopf im Becken liegt. Danach werden etwa alle zwei Stunden Blutdruck, Puls und Temperatur kontrolliert.

In den meisten Kliniken bekommen die Schwangeren einen venösen Zugang - meist auf dem Handrücken -, über den im Notfall schnell Medikamente verabreicht werden können.

Die Überwachung durch das CTG

Eine Möglichkeit zur Überwachung der Herzfrequenz des Kindes und der Wehentätigkeit bietet das CTG.

Es wird in der Regel routinemäßig in allen Kliniken während der Geburt eingesetzt. Die Standardkommission Kardiotokografie der Deutschen Gesellschaft für perinatale Medizin empfiehlt die CTG-Überwachung generell bei allen Geburten.

Bei Aufnahme in den Kreißsaal wird 30 Minuten lang ein CTG aufgezeichnet. War dieses CTG unauffällig, wird die Aufzeichnung etwa alle zwei Stunden wiederholt. Dazwischen kann die Schwangere umhergehen und die für sie bequemste Lage zur Verarbeitung der Wehen einnehmen.

Wenn die kindliche Herzfrequenz über die Außenableitung an der Bauchdecke der Mutter schlecht darstellbar ist, wird manchmal eine Sonde direkt auf dem Kopf des Kindes platziert. Bei richtiger Durchführung ist dies nicht schmerzhaft oder gefährlich für das Kind. Während der Austreibungsphase erfolgt eine dauerhafte CTG-Überwachung, auch wenn dieses bisher normal war.

Weitere Möglichkeiten der Überwachung

Die O2-Sonde wurde entwickelt, um in Phasen zweifelhafter CTG-Aufzeichnungen mehr Erkenntnisse über den Zustand des Kindes zu gewinnen.

Die Sonde kann bei gesprungener Fruchtblase an der Wange oder der Schläfe des Kindes platziert werden. Sie misst den Sauerstoffgehalt des kindlichen Blutes. Das System ist jedoch sehr störanfällig und hat sich bislang noch nicht ausreichend bewährt.

Fetalblutanalyse

Falls das CTG Hinweise auf eine Gefährdung des Kindes zeigt, wird eventuell eine Fetalblutanalyse durchgeführt. Dabei wird dem Kind durch den Muttermund hindurch an der Kopfhaut Blut entnommen und dessen Sauerstoffgehalt und Säuregehalt analysiert.

Diese Untersuchung korreliert gut mit dem tatsächlichen Wohlbefinden des Kindes. Häufig zeigt die kindliche Blutuntersuchung normale Werte, obwohl das CTG Hinweise für einen Sauerstoffmangel aufwies. Durch die Fetalblutanalyse lässt sich häufig eine operative Beendigung der Schwangerschaft verhindern.

Überwachung während der Nachgeburtsphase

Während der Nachgeburt, der Geburt der Plazenta, muss die Frau besonders sorgfältig überwacht werden. Der Blutverlust sollte nicht mehr als 500 Milliliter betragen. Bei genauer Überwachung durch die Hebamme kann eine Uterusatonie rechtzeitig erkannt und mit wehenstimulierenden Medikamenten behandelt werden.

Versorgung der Mutter nach der Geburt

Ist die größte Anstrengung vorbei und die Freude über das Baby groß, fühlt sich die Mutter zunächst trotz der Strapazen der Geburt oft nicht völlig erschöpft.

Wichtig ist nach der Geburt der Plazenta die Untersuchung auf mögliche Geburtsverletzungen wie Dammriss oder Einriss des Muttermundes. Diese Verletzungen oder auch der gezielt angelegte Dammschnitt werden meist sofort unter örtlicher Betäubung genäht.

Weitere zwei bis vier Stunden im Kreißsaal dienen der Überwachung. Mit der Verlegung auf die Wöchnerinnenstation und mit der Entlassung nach Hause endet die eigentliche Geburt und es beginnt das sogenannte Wochenbett.