Besser lernen mit Bewegung

Kinder lernen ausdauernder, gründlicher und begeisterter, wenn sie ihren Körper mit allen seinen Sinnen dabei einsetzen können.

Und nicht nur das: Das so Gelernte bleibt auch besser im Gedächtnis haften. Wenn Kinder sich in Unterricht, Schule und Freizeit bewegen, tun sie nicht nur ihrem Rücken Gutes, sondern auch ihren Lernleistungen.

 

Bewegung weckt das Gehirn

Wer sich bewegt, aktiviert die motorischen Zentren seines Gehirns. Diese Zentren spielen eine wesentliche Rolle dabei, wie Informationen verarbeitet und gespeichert werden. Kinder und auch Erwachsene behalten zum Beispiel Wörter, Zahlen und Inhalte leichter, wenn sie beim Lernen Gesten einsetzen, sich rhythmisch bewegen oder die Inhalte laut wiederholen.

 

Aufmerksamer werden

Aufmerksamkeit entsteht, wenn die Nervenzellen im Gehirn ausreichend aktiv sind. Dazu braucht das Gehirn einerseits Sinnesreize, andererseits einen aktiven Stoffwechsel. Dazu muss es ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Beides wird durch Bewegung gefördert. Wie wach jemand ist, hängt vor allem davon ab, welche Sinnesreize das Gehirn über das Gleichgewichtssystem erhält. Dies informiert darüber, welche Lage der Körper gerade einnimmt. Es ist deshalb besonders abhängig von Bewegung.

 

So schaffen Sie mehr Bewegung in der Schule

Kinder in der Grundschule können sich in der Regel nicht länger als 20 Minuten konzentrieren. Vor allem nach anstrengenden Arbeitsphasen werden sie unruhig.

 

Fit in fünf Minuten

Regelmäßige Bewegungspausen helfen - am besten bei geöffnetem Fenster. Einfach mal aufstehen, recken und strecken und um den Stuhl herumlaufen muntert müde Kinder auf.

 

Hier finden Lehrer Vorschläge, wie sie mit einfachen, kurzen Spielen Schwung, Spaß und Abwechslung in die Bewegungspause bringen. Die Übungen lassen sich ohne großen Aufwand im Klassenzimmer umsetzen.

 

Schultaschen-Slalom

Mit dieser Übung aktivieren Sie die Kinder und fördern die Bewegungskoordination. Lassen Sie dazu die Kinder ihre Schultaschen mit etwas Abstand hintereinander aufstellen.

 

Legen Sie dann die Bewegungsrichtung fest, damit es keine Zusammenstöße gibt. Nun laufen die Kinder wie Skiläufer im Slalom um die Ranzen herum. Sie können sie auch galoppieren lassen wie ein Pferd, hüpfen wie ein Frosch oder seitwärts laufen lassen - so wie es Spaß macht.

 

Stabspringen

Stabspringen über selbstgemachte Stäbe aus Zeitungspapier macht munter und fördert Sprungkraft und Gleichgewichtssinn. Für die Stäbe rollen die Kinder mehrere Zeitungsblätter zusammen. Die Stäbe können Sie immer wieder verwenden.

 

Lassen Sie in einer Partneraufgabe jeweils ein Kind den Stab halten, ein anderes darüber springen. Sie können sie auch auffordern, wie ein Tier zu springen oder neue Sprünge zu erfinden und ihnen Namen zu geben. Wollen Sie alle Kinder gleichzeitig aktivieren, lassen Sie die Stäbe einfach auf den Boden legen.

 

Fliegendes Tuch

Mit dieser Übung aktivieren Sie die Kinder und fördern ihre Körperwahrnehmung und ihre visuelle Wahrnehmung. Sie brauchen dazu viele leichte bunte Chiffontücher. Die gibt es zum Beispiel bei Anbietern von Schul-, Sport- und Freizeitbedarf.

 

Jedes Kind erhält ein Chiffontuch und probiert aus, wie es das Tuch zum Schweben und Fliegen bringen kann. Sie können es hochwerfen und mit den Händen auffangen, aber auch mit anderen Teilen des Körpers. Wie hoch kann das Tuch fliegen? Können die Kinder sich einmal drehen, bis es wieder nach unten fällt? Und schaffen sie es, das Tuch in Bewegung zu versetzen, ohne es anzufassen, einfach durch Pusten?

 

Bierdeckel balancieren

Mit dieser Balanceübung lockern Sie die Kinder nach anstrengenden Unterrichtsphasen wieder auf und fördern Gleichgewichts- und Berührungssinn. Sie brauchen dazu ein paar Bierdeckel.

 

Lassen Sie die Kinder einen oder zwei Bierdeckel auf Arm, Handrücken, auf dem Kopf oder einem anderen Körperteil durch die Klasse balancieren. Das ist gar nicht so leicht. Noch schwieriger wird es, wenn Sie zusätzlich ein Seil auf dem Boden auslegen und die Kinder dort balancieren lassen.

 

Bewegt unterrichten

Was selbst erarbeitet, hin und her gewälzt, angefasst und selbst gesprochen wird, bleibt länger im Gedächtnis haften als nur Gehörtes.

 

Inhalte durch Bewegung zu vermitteln, ist ein Königsweg zum Lernen - auch im Fachunterricht. Mit einem bewegten Unterricht sorgen Lehrer dafür, dass die Kinder sich aktiv und körperlich mit dem Thema beschäftigen.

 

Zum Beispiel, indem sie die Inhalte mit Bewegungen wie Hüpfen, Springen, Schwingen oder Gehen verknüpfen. Oder indem sie sich das Thema durch eigenes Experimentieren aneignen. Die folgenden Unterrichtsvorschläge zeigen Beispiele dafür.

 

Silbentrennung mit Familie Meier

Familie Meier isst keine Eier - was isst sie denn dann? Bei diesem Spiel lernen die Kinder spielerisch die Silbentrennung.

 

Lassen Sie dazu die Silben der Lieblingsspeisen von Familie Meier auf große Blätter schreiben. Zum Beispiel: SUP-PE, NU-DEL-SA-LAT, SCHO-KO-LA-DEN-PUD-DING und BLU-MEN-KOHL. Mischen Sie die Blätter gut. Dann bekommt jedes Kind ein Blatt mit einer Silbe. Nun suchen sich die Kinder die anderen Kinder, mit deren Silben sie zusammen die ganze Speise darstellen.

 

Präpositionen im Zoo: Hier geht's drunter und drüber

Dieses Spiel hilft, die Bedeutung der Präpositionen zu vermitteln - und ist zugleich eine tolle Bewegungspause.

 

Ihr Klassenraum wird zum Zoo. Sie selbst sind der Zoowärter, die Kinder die Tiere. Die Stühle im Klassenraum werden zu Bäumen. Als Zoowärter sagen Sie den Tieren an, wo sie sich aufhalten sollen - zum Beispiel "unter dem Baum", "auf dem Baum", "neben dem Baum".

 

Sie können die Kinder zusätzlich anregen, sich zwischendurch im Raum zu bewegen. Sie werden wahrscheinlich spontan Tierbewegungen nachahmen. Die Rolle des Zoowärters können Sie anschließend auch ein Kind übernehmen lassen.

 

Geometrie mit Seilen

Im Mathematikunterricht können Sie die Kinder geometrische Figuren körperlich erfahren lassen. Zum Beispiel, indem Sie die Kinder diese Formen mit Seilen auf den Boden legen lassen. Dazu brauchen Sie pro Kind ein Seil. Zur Not reicht auch ein Seil für zwei Kinder.

 

Fordern Sie die Kinder auf, Kreise, Quadrate, Rechtecke und Dreiecke auf dem Boden auszulegen. Dabei sollen sie das ganze Seil verwenden. Sprechen Sie dann mit ihnen die Unterschiede durch.

 

Durch ein zwischen den Händen gespanntes Seil oder den Unterarm als Maßeinheit können die Kinder die Figuren ausmessenn. In einer Partnerversion kann ein Kind die Form legen, ein anderes ertastet sie mit geschlossenen Augen.

 

Gleichgewichtsübung

Wie kommt etwas ins Gleichgewicht? Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten können Kinder praktisch erfahren, wenn sie es selbst ausprobieren. Für diese Übung mit einer kleinen Wippe brauchen Sie für jeweils zwei bis vier Kinder eine Papprolle, ein Lineal und ein paar kleine Gegenstände, zum Beispiel Radiergummis oder Anspitzer aus der Federtasche.

 

Jede Gruppe legt zuerst ihre Papprolle auf den Tisch und darüber das Lineal. Nun versuchen sie, mithilfe der kleinen Gegenstände das Lineal ins Gleichgewicht zu bringen. Über die Erfahrungen sprechen Sie anschließend im Unterrichtsgespräch.

 

Wenn Sie eine große Wippe auf dem Schulhof haben, können Sie die Übung auch dort durchführen. Dann setzen sich die Kinder selbst auf die Wippe.

 

Bewegung im Schulalltag

Der Schulhof sollte zur Bewegung einladen. Malen Sie zum Beispiel zusammen mit den Kindern kleine Spielfelder für Ballspiele oder Hüpfkästchen auf den Hof oder für Zielwurfflächen an die Wand.

 

Bewegungsanregende Großgeräte, zum Beispiel Klettergerüste, Schaukeln, Reckstangen, Hangelgeräte oder Balancierbalken, ergänzen diese einfachen Mittel.

 

Kleingeräte wie Sprung- und Schwungseile, Schaumstoffbälle in verschiedenen Größen, Stelzen, Frisbeespiele oder Pedalos können in Spielekisten verwahrt werden, die von den Klassen jeweils einer Jahrgangsstufe verwaltet werden.

 

Mehr Platz im Klassenraum

Auch die Einrichtung des Klassenraums kann den Bedürfnissen der Kinder angepasst werden. Schaffen Sie durch Umstellen der Tische und Stühle Freifläche für Bewegung. Sitzkissen und ein Stapel Teppichfliesen ermöglichen einen schnellen Wechsel der Sitzformen und situative Bewegungsspiele.

 

So hilft der Sportunterricht

Der Sportunterricht sollte von Zeit zu Zeit auf dem Schulhof stattfinden. Dabei können Sie gemeinsam mit den Kindern neue Ideen für die Verwendung der Geräte finden. Oder Sie entdecken zusammen mit den Schülern weitere Pausenspiele, zum Beispiel einfache Spiele mit dem großen Schwungseil, Gummitwist, Ballspiele oder Lauf- und Fangspiele, die ohne Geräte auskommen und nicht viel organisatorischen Aufwand brauchen.

 

Bewegung in der Freizeit

Nicht nur im Unterricht, auch außerhalb gibt es viele Gelegenheiten für gemeinsames Spielen und Sich-Bewegen. Regen Sie zum Beispiel im Kollegium oder bei der Elternschaft an, dass das Schulfest als Spiel- und Bewegungsfest gestaltet wird. Unterstützen Sie die Bildung von Arbeitsgemeinschaften mit bewegungs- und sportorientierten Schwerpunkten und nutzen Sie Klassenreisen für Bewegung, die allen Spaß macht.

 

Spielend die Aufmerksamkeit fördern

Bewegungsübungen steigern die Aufmerksamkeit. Ruhigere Übungen fördern die Fähigkeit, diese gezielt auszurichten und sich selbst oder Sinnesreize wie zum Beispiel Geräusche intensiv wahrzunehmen.

Verzaubert

Mit dieser Übung stärken Sie neben der Konzentration auch die Fähigkeit der Kinder, ihre Körperspannung zu dosieren. Sie brauchen dazu einen Zauberstab - zum Beispiel aus ein paar fest zusammengerollten Zeitungsblättern - und einen Gong, eine Triangel oder ein anderes akustisches Signal. Zur Not tut es auch Ihre Stimme.

Ein Kind spielt bei diesem Spiel den Zauberer. Die anderen Kinder versuchen, vor dem Zauberer davonzulaufen. Wenn der mit seinem Zauberstab ein Kind berührt, versteinert es und kann sich nicht mehr bewegen - bis Sie den Zauber wieder lösen, indem Sie auf Gong oder Triangel schlagen. Wählen Sie dann ein anderes Kind als Zauberer aus, zum Beispiel das zuletzt versteinerte Kind. Dann beginnt das Spiel wieder neu.

Balancierkunst

Diese Übung trainiert sowohl die Konzentration als auch den Gleichgewichtssinn. Die Kinder steigern ihre Fähigkeit, ihre eigene Bewegung differenziert zu steuern. Jedes Kind braucht dazu ein Lineal und ein Radiergummi oder ein anderes kleines Schulmaterial aus der Federtasche.

Lassen Sie die Kinder ihre Radiergummis auf ein Ende ihres Lineals legen und fordern Sie sie auf, sich damit durch den Klassenraum zu bewegen. Ermuntern Sie sie dabei, immer schwierigere Wege zu finden. Zum Beispiel um Stühle und Tische herumlaufen, in die Hocke gehen, unter einem Tisch hindurchkriechen oder rückwärts gehen.

Hör-Quiz

Mit dem Hör-Quiz fördern Sie die Konzentration und differenziertes Hören. Sie brauchen dazu ein paar Materialien, mit denen sich Geräusche erzeugen lassen. Zum Beispiel Papier- oder Plastiktüten, Holzstäbe, Zeitungspapier oder einfache Musikinstrumente.

Lassen Sie die Kinder sich im Kreis hinsetzen und die Augen schließen. Sie oder ein von Ihnen ausgewähltes Kind erzeugen ein Geräusch mit einem beliebigen Gegenstand. Sie können zum Beispiel mit einer Papiertüte rascheln, Zeitungspapier zerreißen oder einen Ball auf den Boden werfen. Die Kinder raten, wodurch das Geräusch entstanden ist.

Sie können sich auch sehr leise durch den Klassenraum bewegen, bevor Sie das Geräusch machen. Dann zeigen die Kinder zusätzlich noch mit dem Arm in die Richtung, aus der das Geräusch kam.

Fühlsteine

Für diese Konzentrationsübung brauchen Sie ein paar Steine unterschiedlicher Größe und Beschaffenheit.

Lassen Sie die Kinder sich in einen Kreis setzen und die Augen schließen. Geben Sie dann dem ersten Kind zwei bis drei unterschiedlich geformte Steine hintereinander in die Hand, damit es sie befühlen kann. Nach einer Weile gibt es die Steine an das nächste Kind weiter. Regen Sie die Kinder dazu an, die Steine mit den Händen genau zu ertasten und sich zu merken, wodurch sie sich unterscheiden. Anschließend tauschen Sie sich darüber aus, wie die Steine sich anfühlten.

 

Gesund sitzen heißt bewegt sitzen

Sitzen ist die ungesündeste aller Körperhaltungen. Auch bei optimal ergonomisch geformten Stühlen belastet eine unbewegliche Sitzhaltung die Muskeln, Sehnen, Bänder und Bandscheiben einseitig. Daraus entstehen Fehlhaltungen, die langfristig zu chronischen Rückenschmerzen führen können. Unterstützen Sie die Kinder dabei, solchen Schäden vorzubeugen.

 

Stühle für Bewegungspausen nutzen

Kinder in der Schule bewegen sich ständig: Sie rekeln sich, rangeln mit Nachbarn oder kippeln waghalsig mit dem Stuhl. "Kippeln dient dem körperlichen und geistigen Überleben", sagt der Sportpädagoge Dr. Dieter Breithecker. Mit Bewegung suchen die Kinder unwillkürlich nach neuen Anregungen. Dabei können Sie helfen.

 

Lassen Sie zum Beispiel die Kinder einmal aufstehen und um den Stuhl herumlaufen. Oder im Klassenzimmer herumgehen und auf Ihr Zeichen hin sich wieder setzen. Oder auf dem Stuhl sitzend mit angehobenen Beinen Rad fahren. Oder mit den Fußspitzen rechts und links auf die Sitzfläche auftippen.

 

Sitz-Experimente

Beim Sitzen selbst ist die wichtigste Regel: Es soll bewegt sein. Die Kinder sollten ihre Sitzposition laufend verändern. Und: Recken und Strecken ist immer gut. Es entlastet die Wirbelsäule und spannt und entspannt die Muskeln im Wechsel.

 

Lassen Sie die Kinder mit dem Sitzen experimentieren und die für sie attraktivsten Positionen herausfinden. Ermuntern Sie sie, sich alle zehn bis fünfzehn Minuten anders hinzusetzen. Auf einem Stuhl geht das zum Beispiel so:

  • Verkehrt herum im Reitsitz, die Arme können auf der Lehne aufgestützt werden.
  • Auf dem vorderen Teil der Sitzfläche, das unterstützt die Aufmerksamkeit.
  • Sich ganz auf die Sitzfläche setzen und dabei nach hinten lehnen, das streckt und entlastet die Wirbelsäule.
  • Seitlich zur Rückenlehne, sich dabei mit dem Arm auf dem Tisch abstützen. Diese Position eignet sich gut zum Zuhören.

Abwechslung tut gut

Alternative Sitzgelegenheiten ermöglichen ganz neue Positionen. Zum Beispiel zwei bis drei Sitzbälle, die nach einer Viertelstunde weitergegeben werden. Oder ein Sitzwürfel aus festem Schaumstoff, auf den die Kinder sich knien, rittlings setzen oder auch einmal legen können. Das bringt Abwechslung und entlastet die Kinderrücken.

 

Ruhe finden im Unterricht

Nach einer kurzen Pause sind Körper und Geist wieder aufnahmefähig für Neues. Mit diesen Tipps klappen die unten beschriebenen Übungen noch besser:

  • Die Tür sollte während der Übung geschlossen bleiben.
  • Während der Übung wird nicht gesprochen - außer, Sie haben etwas zu sagen.
  • Wenn dafür Platz ist, können die Kinder sich auch hinlegen.
  • Wer nicht mitmachen will, setzt sich ruhig an den Rand.
  • Augen schließen hilft beim Entspannen.
  • Zum Schluss: recken und strecken nicht vergessen, erst dann wieder aufstehen.
  • Ein Gespräch über die Erfahrungen im Anschluss fördert die Empfindungsfähigkeit der Kinder.

Ballmassage

Für die entspannende Massage brauchen Sie für jedes zweite Kind einen kleinen Ball, zum Beispiel Igel-, Soft- oder Tennisbälle.

 

Lassen Sie die Kinder Paare nach Wunsch bilden. Jeweils ein Kind setzt sich verkehrt herum auf den Stuhl und legt die Arme auf die Rückenlehne. Das andere Kind steht oder sitzt dahinter und rollt den Ball auf dem Rücken des Partners hin und her - mal mit mehr, mal mit weniger Druck. Wie fest der Druck sein soll, bestimmt das Kind, das massiert wird. Weisen Sie darauf hin, dass nicht auf der Wirbelsäule massiert wird, sondern nur rechts und links davon. Nach einer Weile lassen Sie die Kinder die Rollen tauschen.

 

Rückenbilder

Rückenbilder malen entspannt, schafft sozialen Kontakt und fördert die Körperwahrnehmung.

 

Bilden Sie Paare. Ein Kind setzt sich rittlings auf den Stuhl, das andere stellt oder setzt sich daneben und malt mit dem Finger eine Zahl, einen Buchstaben oder ein beiden bekanntes Symbol auf den Rücken des Partners. Lassen Sie die Kinder raten, was ihnen auf den Rücken gezeichnet wurde. Oder sie zeichnen das Rückenbild selbst auf ein Blatt Papier. Auch hier lassen Sie die Kinder danach die Rollen tauschen.

 

Entspannungskarussell

Diese Übung entspannt und fördert die Wahrnehmungs- und Merkfähigkeit. Sie brauchen dazu ein paar Federn, Tücher oder weiche Bälle.

 

Lassen Sie die Kinder die Hälfte der Stühle im Kreis aufstellen, am besten mit der Rückenlehne nach innen. Jeweils ein Kind setzt sich rittlings auf einen Stuhl und legt Arme und Oberkörper entspannt auf die Lehne. Die anderen Kinder gehen von einem zum anderen Kind und berühren sie leicht am Rücken. Dazu benutzen sie einen weichen Gegenstand, den sie sich vorher ausgesucht haben. Nach einer Weile raten die Kinder im Kreis, von welchen Gegenständen sie berührt wurden. Dann die Rollen tauschen lassen.

 

Fantasiereise

Die Fantasiereise bringt Entspannung und führt einmal ganz weg vom Alltag. Das mögen nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene.

 

Lassen Sie die Kinder sich entspannt hinsetzen oder auch hinlegen. Mit der Bitte "Nun schließt die Augen und hört zu" leiten Sie eine langsame und ruhige Geschichte ein. Erzählen Sie aus der Du-Perspektive, damit die Kinder sich unmittelbar in die Situation hineinversetzen können.

 

Beschreiben Sie Sinneswahrnehmungen wie zum Beispiel von Sonne auf der Haut oder vom Wind, den man im Gesicht spürt. Das verstärkt die Entspannung. Zum Schluss: recken und strecken und die Augen öffnen. Ein Beispiel für eine solche Geschichte finden Sie auf der nächsten Seite.

 

Entspannungsgeschichte

Entspannungsgeschichten regen die Zuhörer an, mit allen Sinnen in der Fantasie angenehme und entspannende Situationen zu erleben. Die Worte lenken die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung: fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken. Der Erzähler spricht aus der "Du-Perspektive" - "Du fühlst den warmen Wind auf deiner Haut" - und eröffnet dem Zuhörer so Möglichkeiten, sich die Situation selbst auszumalen. Solche Geschichten können Sie sich auch selbst ausdenken. Wichtig ist, dass Sie sie ruhig und langsam erzählen. So schaffen Sie die Zeit dafür, dass die Zuhörer in ihrer Fantasie die geschilderte Situation nachempfinden können.

 

Entspannungsgeschichte - ein Beispiel

Stell Dir vor, Du liegst im warmen, weichen Sand und spürst die Wärme der Sonne auf Deiner Haut... Du hörst nur das leise Rauschen des Windes, sonst ist es ganz still um Dich herum... Deine Hände lassen den Sand durch die Finger rieseln. Er fühlt sich weich und zart an... Die Sonne scheint, sie berührt Deine Arme und streicht über Dein Gesicht... Du bist ganz ruhig und genießt, wie die Sonne Deinen ganzen Körper wärmt..., die Arme..., den Bauch..., Deine Beine.... Auch Deine Füße spüren die Sonnenstrahlen und unter sich den warmen Sand...

 

Ein leichter Windhauch streicht über Deine Stirn. Er fühlt sich schön kühl und erfrischend an... Du atmest ruhig und gleichmäßig... und spürst, wie der Atem in den Körper ein- und ausströmt.... Du fühlst dich ganz wohl ... und Du bist ganz ruhig... und atmest ein und aus...

 

Nun wird es langsam Zeit, wieder aufzustehen... Du streckst Deine Arme nach oben, winkelst sie an und reckst und streckst Dich ausgiebig. Öffne jetzt die Augen und richte Dich langsam auf. Du spürst, wie Du jetzt ausgeruht und frisch weiterarbeiten kannst.