Arbeitnehmer, die bis Ende März 2021 einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld (KUG) erwerben, sollen auch weiterhin ab dem vierten Monat des Bezugs Kurzarbeitergeld in Höhe von 70 Prozent ihres Entgelts bekommen. Beschäftigte mit Kindern sollen 77 Prozent erhalten. Ab dem siebten Monat des KUG-Bezugs erhöht sich der Satz auf 80 bzw. 87 Prozent.

Auch die weiteren Sonderregeln zur Kurzarbeit werden verlängert: 

  • Die Bezugsdauer wird auf 24 Monate verlängert, sofern der Betrieb bis 31. Dezember 2020 mit der Kurzarbeit begonnen hat.
  • Leiharbeitnehmer können ebenfalls Kurzarbeitergeld beziehen, sofern der Verleihbetrieb bis 31. März 2021 mit der Kurzarbeit begonnen hat.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge werden während der Kurzarbeit bis 30. Juni 2021 vollständig erstattet. Vom 1. Juli 2021 bis zum 31. Dezember 2021 werden die SV-Beiträge zu 50 Prozent erstattet, wenn die Kurzarbeit bis zum 30. Juni 2021 begonnen hat.
  • Geringfügige Beschäftigungen bis 450 Euro (Minijobs) bleiben bis Ende 2021 generell anrechnungsfrei.

Bisher war geplant, die Sonderregelungen bis Ende 2020 auslaufen zu lassen. Mit dem beschlossenen Maßnahmenpaket will die Bundesregierung auch 2021 verlässliche Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Arbeitgeber schaffen.

Damit das Gesetzpaket wie vorgesehen am 1. Januar 2021 in Kraft treten kann, muss nun noch der Bundesrat zustimmen.

Wann kann Kurzarbeit eingeführt werden?

Laut Pressemitteilung der Bundesregierung gelten diese Regeln:

Mindestens 10 Prozent vom Arbeitsausfall betroffen

Wenn wegen schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden. Die Voraussetzung ist, dass mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Bisher lag die Schwelle bei 30 Prozent der Belegschaft.

Negative Arbeitszeitsalden nicht nötig

Bevor das Kurzarbeitergeld gezahlt wird, musste der Betrieb bisher alle Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen ausnutzen, um Kurzarbeit zu vermeiden. Dazu gehörte auch, dass Arbeitszeitkonten ins Minus gefahren werden. Nun kann auf den Aufbau von negativen Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes vollständig oder teilweise verzichtet werden. 

Weitere Informationen

Das Gesetz und weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Informationen zum Antrag auf Kurzarbeitergeld finden Sie ebenfalls auf der Seite des BMAS.

In unserem Beratungsblatt Kurzarbeitergeld (PDF, 143 kB) haben wir alles Wichtige zum Thema übersichtlich für Sie aufbereitet.