"Mit der 3. Änderungsverordnung zur Kurzarbeitergeldverordnung sind der Zugang zu den bis Ende 2021 geltenden Zugangserleichterungen zum Kurzarbeitergeld und die vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge um drei Monate vom 30. Juni 2021 bis zum 30. September 2021 erweitert worden", informiert das BMAS (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) auf seiner Seite.

Die erleichterten Bedingungen selbst gelten bis zum 31. Dezember 2021.

Höhe des KUG

Arbeitnehmer, die bis Ende März 2021 einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld (KUG) erworben haben, bekommen ab dem vierten Monat des Bezugs Kurzarbeitergeld in Höhe von 70 Prozent ihres Entgelts. Beschäftigte mit Kindern sollen 77 Prozent erhalten. Ab dem siebten Monat des KUG-Bezugs erhöht sich der Satz auf 80 bzw. 87 Prozent.

Weitere Sonderregeln zur Kurzarbeit

  • Die Bezugsdauer ist bis zu 24 Monate lang und maximal bis zum 31. Dezember 2021 möglich, wenn das Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 mit der Kurzarbeit begonnen hat. 
  • Leiharbeitnehmer können ebenfalls Kurzarbeitergeld beziehen, wenn ihr Verleiher die Kurzarbeit bis zum 30. September 2021 einführt.
  • Geringfügige Beschäftigungen bis 450 Euro (Minijobs) bleiben bis Ende 2021 generell anrechnungsfrei.

Erstattung SV-Beiträge

Die Sozialversicherungsbeiträge werden während der Kurzarbeit bis 30. September 2021 vollständig erstattet. Vom 1. Oktober 2021 bis zum 31. Dezember 2021 werden die SV-Beiträge zu 50 Prozent erstattet, wenn die Kurzarbeit bis zum 30. September 2021 begonnen hat.

Mindestens 10 Prozent vom Arbeitsausfall betroffen

Wenn wegen schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden. Die Voraussetzung ist, dass mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Diese Regelung gilt für Unternehmen, die bis 30. September 2021 Kurzarbeit eingeführt haben.

Negative Arbeitszeitsalden nicht nötig

Bevor das Kurzarbeitergeld gezahlt wird, musste der Betrieb bisher alle Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen ausnutzen, um Kurzarbeit zu vermeiden. Dazu gehörte auch, dass Arbeitszeitkonten ins Minus gefahren werden. Durch die Erleichterungen kann auf den Aufbau von negativen Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes vollständig oder teilweise verzichtet werden, sofern die Kurzarbeit bis zum 30. September 2021 eingeführt wurde.

Weitere Informationen

Alle wichtigen Informationen, Erklärungen und Antragsmöglichkeiten finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Die "Dritte Änderungsverordnung zur Kurzarbeitergeldverordnung " wurde am 22. Juni 2021 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.