Um eine chronische Erkrankung zu behandeln, stehen heute hocheffektive Medikamente zur Verfügung. Aber alles, was wirkt, kann auch Nebenwirkungen haben. Schätzungsweise 5-10 Prozent aller Krankenhauseinweisungen gehen auf Nebenwirkungen von Arzneimitteln zurück. Die gute Nachricht: Fachleute vermuten, dass ein Viertel davon vermeidbar wäre. 

Ärzteverbände und die Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker haben deshalb u.a. einen kostenlosen, individuellen Medikationsplan entwickelt, der alle Vorschriften zur Einnahme auflistet. Regelmäßig aktualisiert sorgt er für mehr Sicherheit, wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen. 

Wichtig zu wissen: Ein Medikationsplan enthält viele persönliche Daten und Informationen. Aus diesem Grund ist er ein freiwilliges Angebot. Ob und in welcher Form Sie dies annehmen, entscheiden Sie selbst. Sie dürfen Arzneimittel weglassen, aber zu Ihrer eigenen Sicherheit wird empfohlen, alle Medikamente inklusive der Medikamente aus der Selbstmedikation anzugeben. Sprechen Sie im Zweifel klar und offen an, wenn Sie ein Medikament nicht erwähnen möchten. 

So werden Sie zum "Top-Manager" Ihrer Medikamente

Anspruch auf einen individuellen Medikationsplan hat, wer mindestens drei und mehr rezeptpflichtige Arzneimittel einnehmen muss. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, sprechen Sie bei Ihrem nächsten Termin in der Praxis das Thema Medikationsplan an. 

Was ist der erste Schritt?

Der erste Medikationsplan wird meist in Ihrer Hausarztpraxis erstellt und gepflegt. Zusätzlich wird er von den behandelnden Fachärztinnen und Ärzten, in Kliniken oder Apotheken mit jeder neuen Verordnung aktualisiert. Grundsätzlich kann der Medikationsplan von allen beteiligten Ärztinnen und Ärzten erstellt und ausgefüllt werden. 

Unser Tipp: Im digitalen Zeitalter können Sie Ihren Medikationsplan auf verschiedene Weise speichern lassen, Ihre Erlaubnis vorausgesetzt. Sie dürfen, aber müssen sich nicht für eine einzige Form entscheiden. Praktisch ist es, Ihren Plan digital - auf ihrer elektronischen Gesundheitskarte oder in Ihrer elektronischen Patientenakte (TK-Safe) - zu speichern. Aber selbstverständlich kann der Medikationsplan auch ausgedruckt und in Papierform erstellt werden.

Ihr persönlicher Medikationsplan hat viele Vorteile 

Um Nebenwirkungen zu vermeiden und die medikamentöse Behandlung so effektiv und sicher wie möglich zu machen, gibt es einen bundesweit einheitlichen Medikationsplan. In ihm können alle Medikamente mit Handelsnamen und/oder Wirkstoffbezeichnung, aber auch mit Hinweisen zur Einnahme und Dosierung der einzelnen Medikamente übersichtlich eingetragen werden. Auf einen Blick sehen Sie selbst, aber auch Angehörige und Fachkräfte aller Berufsgruppen den aktuellen Stand der verordneten Arzneimittel. Das schnelle Erfassen aller Medikamente und das "Mehrere Augen-Prinzip" hilft dabei, das Risiko von Fehlern zu senken, zum Beispiel wenn zwei Wirkstoffe verordnet wurden, die gleiche Nebenwirkungen verursachen und diese dadurch eventuell verstärken oder aber sich gegenseitig Konkurrenz machen.  

Vorteile: 

  • Schützt Sie vor Fehlern bei der Einnahme
  • Informiert Angehörige und Fachpersonal
  • Erleichtert neue Verordnungen