Die so genannte Psoriasis ist eine gutartige, erblich veranlagte Erkrankung der Haut, die schubweise oder chronisch verläuft. Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Sie zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen.

Eine Schuppenflechte kann in jedem Lebensalter auftreten, dabei sind Frauen und Männer etwa gleich häufig betroffen. Die Hauterscheinungen äußern sich in scharf begrenzten, erhabenen, rötlichen, runden Herden mit silbrig-weißer Schuppung. Die Herde sind unterschiedlich groß und können am ganzen Körper auftreten. Betroffen sind meistens die Streckseiten der großen Gelenke, der behaarte Kopf und die Analregion. Sind auch die Nägel betroffen, bilden sich kleine, runde Vertiefungen und gelb-bräunliche Verfärbungen. Auch Handteller und Fußsohlen können betroffen sein. 

Mehr als die Hälfte aller Betroffenen erkrankt vor dem 40. Lebensjahr. Kinder sind sehr selten von Schuppenflechte betroffen.

Wodurch wird die Schuppenflechte ausgelöst?

Basierend auf Zwillings- und Familienstudien wird der genetische Anteil am Psoriasisrisiko auf 60 bis 70 Prozent geschätzt. 

Neben der vererbten Veranlagung können innere und äußere Auslöser den Ausbruch einer Schuppenflechte provozieren. Dabei kann es sich um Infektionen, Verletzungen, Stoffwechselstörungen, Hormonschwankungen oder bestimmte Medikamente handeln. 

Bei etwa jedem fünften Psoriasis-Erkrankten treten zusätzlich Beschwerden an den Finger- und Zehengelenken auf. Diese Entzündungen nennt man Psoriasis-Arthritis. Sie können vor, gleichzeitig mit oder nach dem Auftreten der Hauterscheinungen vorkommen. Die Psoriasis verläuft individuell sehr unterschiedlich. Oft kommt es zu einem schubweisen Verlauf der Krankheitszeichen, wobei die Schübe in Dauer, Stärke und Häufigkeit sehr variabel sein können.

Wie wird die Schuppenflechte behandelt?

Ziel jeder Therapie ist die Linderung der Beschwerden. Prinzipiell unterscheidet man die topische (äußerliche oder lokale), die UV- und die systemische Therapie, die auch miteinander kombiniert werden können.

Lokale (topische) Therapie mit Salben

Bei der topischen Therapie werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt, die entweder die Schuppen aufweichen oder die überschießende Schuppenbildung und/oder die Entzündung hemmen sollen.

Die Schuppenablösung (Keratolyse) wird durch salicylsäure- oder harnstoffhaltige Salben gefördert. Diese Form der Behandlung wird oft mit Öl- oder Solebädern kombiniert. Weitere äußerlich anwendbare Mittel zur Hemmung der Zellvermehrung sind Vitamin-D-ähnliche Substanzen und so genannte Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge). Auch cortisonhaltige Salben und Dithranol können dem übermäßigen Zellwachstum und der übermäßigen Schuppenbildung entgegenwirken. Die zuletzt genannten Wirkstoffe zeigen zusätzlich eine starke antientzündliche Wirkung.

UV-Therapie

UV-Licht wirkt sich nachweislich günstig auf die Hautveränderungen bei Psoriasis aus. Die Bestrahlung mit UV-Licht kann allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten (Fotochemotherapie oder PUVA) oder mit einem Solebad (Balneofototherapie) erfolgen.

Systemische Therapie

Leiden Sie unter einer mittelgradigen bis schweren Psoriasis, kommt eine systemische Therapie in Betracht. Die Tabletten, Spritzen beziehungsweise Infusionen (Retinoide oder Immunsuppressiva) unterdrücken das Immunsystem und haben zum Teil schwere Nebenwirkungen. Auch so genannte Biologika können zum Einsatz kommen. Da diese Therapien Einfluss auf den gesamten Körper nehmen, sollten alle Vor- und Nachteile ausführlich mit dem betreuenden Arzt besprochen und gegeneinander abgewogen werden.

Klimatherapie

Eine Klimatherapie, beispielsweise an der Nordsee oder am Toten Meer kann die Schuppenflechte günstig beeinflussen. Auch Bäder in Salzwasser und natürliche UV-Strahlung bewirken häufig eine Hautverbesserung. 

Psychotherapeutische Unterstützung

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt gut in Ihren Behandlungsplan einweisen. In Patientenschulungen lernen Sie allgemeine und individuelle Auslöser eines Psoriasis-Schubes kennen. So können Sie eigenverantwortlich mit Ihrer Erkrankung umgehen und Ihren Alltag entsprechend gestalten.

Die zumeist deutlich sichtbaren Hautveränderungen können für Betroffene auch psychisch sehr belastend sein. Um Strategien für den täglichen Umgang damit zu entwickeln, kann der Austausch mit anderen Betroffenen oder eine Psychotherapie hilfreich sein. 

Was können Sie selbst tun?

Um die Austrocknung Ihrer Haut zu verhindern, ist eine spezielle Hautpflege wichtig - auch in beschwerdefreien Zeiten. Da viele Psoriatiker nicht alle Pflegeprodukte vertragen, kann ein Dermatologe Sie bei der Wahl der richtigen Hautpflegeprodukte beratend unterstützen.

Mit gesunder Ernährung, nur maßvollem Alkoholgenuss und ausgleichender Fitness können Sie Ihr Immunsystem grundsätzlich stärken. Damit wird Ihr Körper weniger anfällig für weitere Psoriasis-Schübe. Mit der gezielten Aufnahme von Vitamin D und Zink können Sie Ihrer Haut mehr Schutz bieten. Die Entscheidung, auf Rauchen zu verzichten, wirkt sich meist positiv auf den Erkrankungsverlauf aus und beugt vielen weiteren Erkrankungen vor. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Wenn Sie in Ihrer Freizeit viel frische Luft, Ausflüge ans Meer oder auch Bäder in Salzwasser genießen, reduzieren Sie den Stress für Ihre Haut und gewinnen einen Ausgleich für Körper und Seele.