Depressionen können auch mit anderen Krankheiten zusammenhängen. Schwere Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und viele andere können Depressionen auslösen. Dann ist es natürlich wichtig, sich auch um diese Erkrankung zu kümmern.

Man weiß, dass bei Depressionen ein Ungleichgewicht von Nervenbotenstoffen im Gehirn vorliegt. Antidepressiva heben unter anderem die Aktivität der beiden Nervenbotenstoffe Serotonin und Noradrenalin an. Schon nach wenigen Wochen können sich Stimmung und Antrieb verbessern. Auch körperliche Beschwerden können sich bessern. Dabei kommt es auf den Schweregrad der Depression an. 

Nervenbotenstoffe: Gleichgewicht herstellen

Nervenbotenstoffe (Neurotransmitter) steuern die Aktivität von Nervenzellen. Sie sorgen auch dafür, dass die Zellen gut und richtig miteinander kommunizieren. Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sind bei manchen psychischen Krankheiten bedeutsam. Sind sie im Ungleichgewicht, kann sich dies sowohl auf körperliche Funktionen, wie auch auf die Gedanken- und Gefühlswelt auswirken.

Welche Psychotherapie hilft?

In der Psychotherapie geht es darum, den individuellen biografischen und psychologischen Ursachen der Depression auf die Spur zu kommen. Wichtig ist, Konflikte zu erkennen und zu bearbeiten. Dann lassen sich auch ganz neue Verhaltensweisen entwickeln. Positive Erfahrungen stärken das Selbstbewusstsein. Eine große Zahl von Studien belegt die psychotherapeutische Behandlung depressiver Störungen als generell wirksam, wobei jedoch die  Effektivität mit Schweregrad, Chronizität und Symptomausgestaltung der Depression variiert.

Verschiedene Formen der Psychotherapie kommen infrage. Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Therapie sind bei Depressionen die am häufigsten durchgeführten Therapieformen. 

Für andere Arten der Psychotherapie fehlen oft die wissenschaftlichen Belege, dass sie auch wirklich helfen.

Verhaltenstherapie

Eine wichtige Form der Psychotherapie bei Depressionen ist die Kognitive Verhaltenstherapie. Sie geht davon aus, dass das negative Denken über sich selbst, über die Umwelt und über die Zukunft erlernt ist und auch verlernt werden kann. In der Therapie werden die belastenden Gedanken erkannt und bearbeitet, so dass sie sich verändern können. Man lernt schrittweise, wieder mehr angenehme Aktivitäten aufzubauen und Freude daran zu haben. Oft geht es auch darum, Selbstsicherheit und soziale Kompetenz zu gewinnen und alltägliche Probleme zu bewältigen. 

Am Anfang lernt man im Gespräch mit dem Therapeuten oder der Therapeutin die eigenen Verhaltensmuster genauer kennen und findet heraus, was das problematische Verhalten, Denken und Erleben aufrecht erhält. Gemeinsam legt man dann die Behandlungsziele und einen Behandlungsplan fest. Gespräche, Übungen und das Ausprobieren von neuen Aktivitäten sind wichtige Bestandteile der Therapie. Die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie ist gut belegt. 

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie nimmt an, dass manchen Gefühlen und Verhaltensweisen unbewusste innere Konflikte zugrunde liegen, die in der Kindheit oder jüngeren Entwicklung entstanden sind.

Sie versucht, im Gespräch diese unbewussten Konflikte zu bearbeiten und so das Dunkel zu erhellen. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist laut Studien am besten bei leichten bis mittelschweren Depressionen wirksam. 

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Was auch helfen kann

Bewegungstherapie

Eine gute Tagesstruktur trägt dazu bei, mehr Kontrolle über das eigene Leben zu erleben, und ist deshalb hilfreich bei Depressionen. Dabei können auch Bewegung und Sport unterstützten. Körperliche Aktivität hat zudem positive Effekte auf die Gesundheit. Wie viel Sport und Bewegung es sein soll und wie lange sie dauern soll, wird derzeit noch wissenschaftlich untersucht. Die NICE-Leitlinie "Depression" (2009) empfiehlt als Intervention für leichte bis mittelschwere Depressionen  strukturierte, begleitete Bewegungsprogramme dreimal pro Woche für die Dauer von je 45 bis 60 Minuten über 10 bis 14 Wochen. Unklar bleibt, welche Art von körperlichem Training am effektivsten ist. Die meisten Untersuchungen liegen zu aerobem Ausdauertraining vor. Patientinnen und Patienten können zum Beispiel von einer Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining, Tai Chi oder Qigong verbunden mit Entspannungsübungen profitieren.

Wachtherapie (Schlafentzugstherapie)

Partieller Schlafentzug in der zweiten Nachthälfte beziehungsweise vollständiger Schlafentzug kann bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus eingesetzt werden. Diese Intervention kann zu ausgeprägten und sichtbar positiven Wirkungen noch am gleichen Tag führen. Leider hält der antidepressive Effekt gewöhnlich nicht lange an. Oft kommt es zu einem Rückfall gleich in der folgenden Nacht des Schlafens, der so genannten Erholungsnacht. Wird Schlafentzug in der stationären Therapie eingesetzt, geschieht dies meist einmal wöchentlich, bis eine deutliche Remission eingetreten ist.