Beim Zahnersatz muss zwischen abnehmbaren (durch den Patienten), bedingt abnehmbaren (durch den Arzt) und festsitzenden Versorgungen unterschieden werden.

Herausnehmbarer implantatgestützter Zahnersatz beim zahnlosen Kiefer wird standardmäßig auf vier Implantaten abgestützt. Diese Form der Versorgung ermöglicht eine höhere Stabilisierung der Prothese mit weniger Knochenresorption (-abbau) des Kiefers als die ebenfalls mögliche Stabilisierung mit zwei Implantaten.

In Ausnahmefällen ist im Unterkiefer die Versorgung bei Verblockung, wie etwa einem Steg, von zwei Implantaten ausreichend.

Festsitzender, rein implantatgetragener Zahnersatz beim zahnlosen Kiefer ist standardmäßig auf sechs Implantaten abgestützt, wobei im Oberkiefer auch mehr als sechs Implantate, im Unterkiefer in Ausnahmefällen auch lediglich vier Implantate notwendig sein können.

Implantatgestützter Zahnersatz - Vor- und Nachteile

Vorteile von implantatgetragenem Zahnersatz

  • Kein Beschleifen der Nachbarzähne wie bei einer konventionellen Brücke
  • Bei einem guten Einheilen des Implantates bildet sich der Kieferknochen nur noch geringfügig zurück. Implantate gelten bei einigen Wissenschaftlern als Vorsorge gegen den Knochenabbau.
  • Anstelle von herausnehmbaren Prothesen kann häufig noch ein festsitzender Zahnersatz eingegliedert werden.
  • Sicheres und festes Abbeißgefühl mit dem durch Implantate versehenen Zahnersatz
  • Unbefriedigend sitzende Vollprothesen können durch Implantate eine erhebliche Verbesserung erlangen.
  • Bei jungen Patienten ein idealer Ersatz für zum Beispiel unfallbedingt verloren gegangene Einzelzähne
  • Ständige wissenschaftliche Weiterentwicklungen und erheblich verbesserte Materialien haben die Erfolgsquote im letzten Jahrzehnt deutlich ansteigen lassen.

Nachteile von implantatgetragenem Zahnersatz

  • Nur eine exzellente Mundhygiene bringt auf Dauer den gewünschten Erfolg.
  • Nicht jeder Patient und nicht jeder Kiefer sind für ein Implantat geeignet.
  • Bedingt durch die starre Verbindung zwischen Implantat und Knochen geht teilweise die Empfindlichkeit gegenüber Berührung (Taktilität) verloren, die beim natürlichen Zahn über den Zahnhalteapparat vermittelt wird.
  • Ein operativer Eingriff, meist unter örtlicher Betäubung, ist notwendig.
  • Auch die übrige Mundhöhle muss, beispielsweise beim Vorliegen einer Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontalerkrankung), behandelt werden, da Implantate besonders empfindlich auf schlechte hygienische Verhältnisse und auch Fehlbelastungen reagieren
  • Bei Implantatverlust sind durch Knochenschwund und Narbenbildung die Voraussetzungen für einen Zahnersatz schlechter als vor dem Setzen des Implantats.

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