1. Verwechslungen vermeiden

Personenverwechslungen gehören trotz Sicherheitschecks zu den Risiken, die ein Krankenhausaufenthalt mit sich bringt. Achten Sie daher bei allen Behandlungsschritten auf die korrekte Identifikation Ihrer Person.

  • Tragen Sie während des gesamten Aufenthalts Ihr Patientenidentifikationsarmband mit Ihren persönlichen Daten.
  • Helfen Sie in jeder Situation aktiv mit, indem Sie Ihren korrekten Vor- und Nachnamen nennen.
  • Und besonders wichtig: Korrigieren Sie umgehend, wenn Sie mit falschem Namen angesprochen werden.

2. Infektionen durch Händedesinfektion vermeiden

Im Krankenhaus besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko durch Keime. Dies gilt insbesondere, wenn Sie akut erkrankt sind oder sich von einer Operation erholen, da dann die Immunabwehr geschwächt sein kann.

  • Geben Sie Infektionen, Bakterien und multiresistenten Keimen möglichst keine Chance und achten Sie während Ihres gesamten Krankenhausaufenthalts konsequent auf Hygiene-Maßnahmen.
  • Waschen Sie sich - insbesondere nach jedem Toilettengang - die Hände gründlich mit Seife und desinfizieren Sie sie regelmäßig.

So desinfizieren Sie Ihre Hände gründlich:

  1. Geben Sie 3 bis 5 Milliliter Desinfektionsmittel auf Ihre trockenen Hände.
  2. Verreiben Sie die Menge in den Handinnenflächen und auf den Handrücken.
  3. Benetzen Sie dabei auch die Daumen, die Fingerzwischenräume und die Bereiche um die Fingernägel und den Nagelfalz.
  4. Feuchten Sie Ihre Hände insgesamt 30 Sekunden lang durch das Desinfektionsmittel an.

Ausführliche Informationen zum Thema Händedesinfektion finden Sie auf der Website der Aktion Saubere Hände.

3. Medikamenteneinnahme sicher machen

Um unerwünschten Wechselwirkungen bei der Medikamenteneinnahme vorzubeugen, nehmen Sie für jeden Krankenhausaufenthalt Ihren persönlichen Medikamentenplan mit: Ihr Arzt oder Ihre Ärztin sieht damit auf einen Blick, welche Medikamente Sie dauerhaft oder aktuell einnehmen.

Dazu zählen auch pflanzliche und homöopathische Mittel, Nahrungsergänzungsmittel sowie Medikamente, die Sie rezeptfrei gekauft haben.

Um einen praktischen Überblick über Ihre Medikamenteneinnahme zu erhalten, können Sie auch die TK-App nutzen: In der Apotheke bezogene Arzneimittel sowie Verbands- und Hilfsmittel werden hier für die vergangenen sechs Jahre aufgelistet. 

Stellen Sie Ihre persönliche Medikamentenliste möglichst schon vor Ihrem Aufenthalt im Krankenhaus zusammen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie

  • aktuell oder dauerhaft ein oder mehrere Medikamente einnehmen, 
  • pflanzliche und homöopathische Mittel, Nahrungsergänzungsmittel und/oder rezeptfreie Medikamente anwenden,
  • blutverdünnende Medikamente einnehmen oder einen Herzschrittmacher tragen.

Ergänzen Sie Ihren Medikamentenplan außerdem um Ihren Allergiepass, falls Sie zum Beispiel an einer Allergie oder einer Unverträglichkeit leiden.

4. Vor medizinischen Behandlungen nachhaken

Vor jedem medizinischen Eingriff wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Sie im persönlichen Gespräch über den geplanten Behandlungsablauf sowie über Risiken und eventuelle Komplikationen informieren.

  • Nutzen Sie Ihr persönliches Aufklärungsgespräch, um alle Fragen zu stellen, die Ihnen wichtig sind.
  • Lassen Sie sich Ihnen unbekannte Fachbegriffe erklären und fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist.
  • Erkundigen Sie sich vor einem chirurgischen Eingriff außerdem über weitere Behandlungsoptionen - so können Sie die Chancen und Risiken der geplanten Behandlung abschätzen und selbst entscheiden, ob Sie mit der Operation einverstanden sind. 

5. Eigenes Sturzrisiko minimieren

Rutschige Böden, eine veränderte Umgebung oder die falsche Höhe des Bettes: Stürze gehören ebenfalls zu den häufigsten unerwünschten Zwischenfällen in Krankenhäusern. Besonders hoch ist das Risiko für bewegungseingeschränkte Menschen sowie für Patientinnen und Patienten, die sich von einer Erkrankung oder einer Operation erholen.

  • Geben Sie dem Klinikpersonal Bescheid, wenn Sie bereits in der Vergangenheit gestürzt sind, wenn Sie Hilfsmittel benötigen oder wenn Sie befürchten, dass Ihr Bett zu hoch eingestellt ist.
  • Achten Sie darauf, dass der Patientenruf griffbereit ist, falls Sie Hilfe benötigen, um das Bett zu verlassen.
  • Tragen Sie während Ihres gesamten Krankenhausaufenthalts rutschfeste und möglichst geschlossene Schuhe.
  • Helfen Sie proaktiv mit, Ihr eigenes Sturzrisiko zu minimieren.

6. Thrombosen durch Bewegung vorbeugen

Ihr Bein oder Ihr Arm ist angeschwollen oder Sie fühlen ein schmerzhaftes Brennen in den Gliedern? Das kann ein Hinweis auf eine Thrombose sein. Da langes Liegen das Thromboserisiko erhöht, erhalten viele Patientinnen und Patienten vorsorglich Anti-Thrombose-Strümpfe und blutverdünnende Medikamente.

  • Halten Sie Ihr persönliches Thromboserisiko so gering wie möglich, indem Sie möglichst regelmäßig aufstehen oder sich alternativ Übungen zeigen lassen, die Sie im Bett ausführen können.

7. Haut durch regelmäßige Positionswechsel entlasten

Werden die Haut und das darunter liegende Gewebe durch anhaltenden Druck geschädigt, kann ein Druckgeschwür entstehen, medizinisch Dekubitus genannt.

  • Insbesondere bettlägerige Patientinnen und Patienten sind einem erhöhten Dekubitus-Risiko ausgesetzt und sollten, falls es der eigene Zustand erlaubt, möglichst oft die Position wechseln.
  • Wird eine Stelle Ihrer Haut rot und heiß, verhärtet sie sich oder schmerzt, geben Sie umgehend dem Krankenhauspersonal Bescheid.

Durch den regelmäßigen Wechsel Ihrer Position können Sie der Entstehung eines Druckgeschwürs aktiv vorbeugen.

Weitere Informationen

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hat in einem gemeinsamen Projekt mit der Techniker Krankenkasse und dem hessischen Ministerium für Soziales und Integration die Broschüre "Sicher im Krankenhaus - ein Ratgeber für Patienten" entwickelt. 

Die Broschüre beinhaltet hilfreiche Informationen und praktische Tipps rund um das Thema Patientensicherheit. Sie informiert auch darüber, was Krankenhäuser für die Sicherheit konkret tun und worauf Sie achten sollten.