Der Begriff Asthma kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "Atemnot" oder "schweres Atmen". Die Beschwerden lassen sich mit Medikamenten in den meisten Fällen gut behandeln 

Die Bronchien befördern die Atemluft von der Luftröhre zu den Lungenbläschen. Bei Asthmatikern verengen sich die Atemwege auf bestimmte Reize hin und verursachen eine anfallsartige Atemnot, die insbesondere nachts und am frühen Morgen auftritt.

Wenn Asthma nicht behandelt wird

Wird das Asthma nicht oder nicht ausreichend behandelt, verschlechtert sich die Funktionsfähigkeit der Lunge nach und nach, denn die Atemwege können sich dauerhaft verengen.

In den Atemwegen eines Menschen mit Asthma besteht eine ständige leichte Entzündungsbereitschaft, die mit Schleimhautschwellung, Ansammlung von zähem Schleim und Verengung der Atemwege einhergeht und durch unterschiedliche Einflüsse verstärkt werden kann. 

Aufgrund der verengten Atemwege können Asthmatiker nicht mehr ungehindert ein- und ausatmen. Für den Betroffenen bedeutet dies: vorübergehende oder dauerhafte Krankheitszeichen wie

  • pfeifende Atmung,
  • trockener Husten,
  • Husten mit zähem Schleim,
  • Engegefühl in der Brust oder
  • Luftnot (anfallsartig, oft nachts oder bei Anstrengung).

Bei Kindern verschwindet Asthma häufig nach einiger Zeit wieder. Dennoch ist Asthma bisher nicht heilbar, aber sowohl durch Medikamente wie auch durch bestimmte Atemtechniken und das Vermeiden spezieller Stoffe und Situationen - sogenannte Trigger - in den meisten Fällen gut behandelbar, sodass die Betroffenen lange beschwerdefrei sind.

Was passiert beim Atmen?

Wir atmen jede Minute viele Male ein und aus. Das geschieht normalerweise unbewusst, also ohne dass wir uns darauf konzentrieren müssen. Das ist auch gut so, denn es ist lebenswichtig, dass wir ständig atmen, sei es beim Fahrradfahren, Schlafen oder Lesen. Beim Atmen wird unser Blut mit Sauerstoff aus der Luft angereichert. Das funktioniert so:

Erklärende Grafik: Aufbau der gesunden Lunge
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Unsere Lunge ist aufgebaut wie ein Baum mit einem Stamm (der Luftröhre), zwei großen Hauptästen (den Hauptbronchien), vielen kleinen Ästen und Zweigen (Bronchien und Bronchiolen) und - am äußersten Ende der kleinsten Zweige - vielen Blättern, den sogenannten Lungenbläschen oder Alveolen.

Erklärende Grafik: Lungenalveolen
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Die Lungenbläschen werden von Blut umspült. In den Lungenbläschen findet ein Tausch statt. Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft wird gegen Abfallprodukte aus dem Blut (zum Beispiel Kohlendioxid) ausgetauscht. Der Sauerstoff wandert mit den roten Blutkörperchen in alle Regionen des Körpers und die gasförmigen Abfallprodukte werden ausgeatmet. Dieser Austausch funktioniert nur in den Lungenbläschen. Deswegen ist es wichtig, dass die Atemluft ungehindert bis dorthin strömen kann.

Erklärende Grafik: Gasaustausch in den Lungenbläschen
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Es stimmt natürlich, dass wir uns nicht aufs Atmen konzentrieren müssen, sondern automatisch weiteratmen, egal, was wir gerade tun. Aber wir können auch ganz bewusst tief ein- und ausatmen oder die Luft anhalten.

Auch der "unbewusste" Atemrhythmus bleibt nicht immer gleich. Manchmal atmen wir automatisch schneller und flacher oder langsamer und tiefer ein und aus. Das kann verschiedene Gründe haben. Wenn zum Beispiel viel Energie gebraucht und dadurch der vorhandene Sauerstoff schnell verbraucht wird, müssen die Sauerstoffspeicher der roten Blutkörperchen schnell wieder aufgefüllt werden.  

Warum husten wir? 

Leider atmen wir nicht nur nützliche Bestandteile der Luft, wie zum Beispiel Sauerstoff, ein. Beim Einatmen gelangen auch schädliche Stoffe in die Lungen. Diese können wie Kohlendioxid gasförmig sein oder aus winzig kleinen festen Teilchen bestehen wie zum Beispiel Staub- oder Rußpartikel.

Nicht alles, was eingeatmet wird, wird auch wieder ausgeatmet. Viele schädliche Substanzen bleiben an der Schleimhaut der Bronchien kleben.

Die Schleimhaut besteht aus

  • Zellen, die Schleim produzieren,
  • Abwehrzellen, die "kleben" gebliebene Stoffe zerstören oder einkapseln, und
  • Flimmerhärchen, die den Schleim in Richtung Luftröhre also Richtung "Ausgang" treiben.

Aus den großen Bronchien, der Luftröhre und dem Kehlkopf können wir durch Räuspern oder Husten alles herausbefördern, was dort nicht hingehört. Husten ist also etwas Nützliches, das uns hilft, die oberen Anteile der Atemwege frei zu halten. Es ist aber auch ein Warnhinweis des Körpers, der uns sagt, dass unsere Atemwege durch feste, gasförmige, flüssige, fremde oder körpereigene Stoffe gereizt oder gestört werden.

Erklärende Grafik: Normaler und verengter Bronchus
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Manche Fremdkörper, zum Beispiel Bakterien oder Viren, sind besonders für Menschen problematisch, deren Abwehrzellen nicht richtig arbeiten. Gelingt es den Abwehrzellen nicht, die Viren oder Bakterien zu bekämpfen, breiten diese sich aus und verursachen eine Entzündung der Bronchien (Bronchitis) oder der gesamten Lunge (Lungenentzündung, Pneumonie).

Bei einer Entzündung werden Schleim und Abfallprodukte in den Bronchien produziert und die gesamte Schleimhaut schwillt an. Das bedeutet, dass die Kanäle, durch welche die Luft strömen kann, enger werden, da die Schleimhaut mehr Platz einnimmt als vorher.