Eingeständnis ist der erste Schritt

Der erste Schritt zur Heilung ist, wie bei allen Süchten, das Eingeständnis der Abhängigkeit und der Wille zur Veränderung. Den Weg aus der Arbeitssucht können individuelle oder Gruppentherapien unterstützen. Aber auch der Anschluss an eine Selbsthilfegruppe ist für Betroffene häufig hilfreich. Indem Arbeitssüchtige sich mit ihrer individuellen Situation und den Ursachen ihrer Erkrankung auseinandersetzen, können sie Strategien entwickeln, die ihnen helfen, wieder "normal“ arbeiten zu können.

Sich für die Freuden und Probleme anderer zu interessieren, müssen Arbeitssüchtige regelrecht einüben. Dazu gehört vor allem, den eigenen Perfektionsanspruch herunterzuschrauben, die Dinge gelassener zu sehen und aufrichtig zu sich selbst und anderen zu sein. Die Rückfallquote ist aber hoch, und Arbeitssüchtige bleiben ihr Leben lang gefährdet. Deshalb sollte auch das private Umfeld in den Genesungsprozess einbezogen werden.

Für eine erfolgreiche Therapie müssten auf organisatorischer Ebene auch Unternehmen, Arbeitgeber und Betriebsärzte einbezogen werden. Dies ist bislang jedoch nicht gängige Praxis, obwohl Arbeitssucht in der Belegschaft zahlreiche negative Auswirkungen für einen Betrieb hat. Demzufolge gibt es auf betrieblicher Ebene in der Regel auch keine Prävention.