Eine Ausnahme bildet Folsäure. Hier übersteigt der Tagesbedarf die durchschnittliche Aufnahme über die Ernährung. Um das Risiko für Fehlbildungen zu verringern wird eine Folsäureeinnahme von 0,4 bis 0,8 Milligramm pro Tag in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen empfohlen. Auch sollte bereits drei Monate vor Beginn der Schwangerschaft mit dieser Anwendung begonnen werden, um eine ausreichende Menge bereits zum Zeitpunkt der Empfängnis sicherzustellen.

Ähnliches gilt für die Versorgung mit Iodid. Da in Deutschland die Aufnahme über die Nahrung häufig nicht ausreicht, sollte in der Schwangerschaft zusätzliches Iodid eingenommen werden. Iodid ist häufig bereits in den Folsäurepräparaten mit enthalten.

Häufig wird darauf hingewiesen, dass eine Einnahme von Vitamin A in der Schwangerschaft das Fehlbildungsrisiko erhöhen könnte. Das liegt daran, dass bestimmte Medikamente zur Aknetherapie (sogenannte "Retinoide“) eng mit Vitamin A verwandt sind und tatsächlich ein Risiko aufweisen. Allerdings wurde dieses Risiko für Vitamin-A-Präparate nicht nachgewiesen. Trotzdem sollten Schwangere nicht mehr als 6.000 Einheiten Vitamin A pro Tag einnehmen. Dies entspricht der Dosis in Nahrungsergänzungsmitteln. Grundsätzlich besteht bei ausgewogener Ernährung kein Grund zur Vitamin-A-Einnahme.

Sollte sich bei Ihnen ein bestimmter Vitamin- oder Mineralstoffmangel bestätigt haben (zum Beispiel Vitamin-D-Mangel, Eisenmangel), darf Ihnen Ihr Arzt selbstverständlich ein entsprechendes Präparat verordnen. Ziel ist in einem solchen Fall das Erreichen des normalen (physiologischen) Blutspiegels. Der Arzt sollte im Verlauf regelmäßig den Spiegel bestimmen. Bestimmte Grunderkrankungen (z. B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) können zu Mangelsituationen führen.  

Bitte beachten Sie, dass Sie generell Medikamente nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt beziehungsweise Apotheker anwenden sollten. Keinesfalls sollten Sie verordnete Arzneimittel eigenmächtig absetzen.