Rentner und Pensionäre

Auch beschäftigte Rentner und Pensionäre sind versicherungspflichtig, es sei denn, sie sind geringfügig beschäftigt. Je nach Art der Rente gibt es in den einzelnen Versicherungszweigen Ausnahmen.

Arbeitgeber zahlen in der Regel den Arbeitgeberanteil für alle Sozialversicherungen, auch wenn der Rentner selbst für einzelne Zweige keine Beiträge zahlen muss.

 

Von dieser Regel gibt es zwei Ausnahmen:

  • Bei Pensionären entfällt häufig die Kranken- und Rentenversicherungspflicht.
  • Rentner, die eine Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beziehen, müssen sich nicht gegen Arbeitslosigkeit versichern.

 

Rentenarten

Man unterscheidet zwischen folgenden Rentenarten: 

  • Altersrenten als Voll- oder Teilrenten, vor oder nach dem Erreichen der Altersgrenze

  • Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten

  • Erwerbsminderungsrenten, teilweise oder vollständig

  • Pensionen für Beamte

  • Hinterbliebenen- und Erziehungsrenten

Je nach Rentenart sind unterschiedliche Bedingungen bei der Sozialversicherung zu beachten. Nur Hinterbliebenen- und Erziehungsrenten sind dafür irrelevant.

 

Altersrentner

Für beschäftigte Altersrentner zahlt der Arbeitgeber grundsätzlich Beiträge in allen Zweigen der Sozialversicherung. Für die Arbeitslosenversicherung entfällt die Zahlung von Beiträgen durch den Arbeitgeber zwischen dem 1. Januar 2017 und 31. Dezember 2021. Für Altersrentner besteht keine Beitragspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung, wenn die Regelaltersgrenze erreicht wurde.

 

Das zahlen Altersrentner selber:

  • Beiträge zur Arbeitslosenversicherung nur, bis sie die Altersgrenze erreicht haben.
  • den ermäßigten Beitragssatz zur Krankenversicherung, wenn sie ihre Altersrente als Vollrente erhalten. Der Beitrag ist ermäßigt, weil Vollrentner keinen Anspruch auf Krankengeld haben.
  • den allgemeinen Beitrag zur Krankenversicherung, wenn sie die Altersrente als Teilrente erhalten. Diese Rentner haben auch Anspruch auf Krankengeld.
  • den Beitrag zur Pflegeversicherung und, wenn sie keine Kinder haben, den Zuschlag für Kinderlose. Der Zuschlag entfällt, wenn der Rentner vor 1940 geboren wurde.

Später in Rente: Die Altersgrenze steigt

Die Altersgrenze steigt von 2012 bis 2019 schrittweise von 65 Jahre auf 67 Jahre. Nur für diejenigen, die vor 1947 geboren wurden, bleibt die Altersgrenze bei 65 Jahren.

 

Ab dem Geburtsjahrgang 1947 erhöht sich die Altersgrenze zunächst pro Jahr um einen Monat, ab 2024 pro Jahr um zwei Monate. Wer 1958 geboren ist, erreicht die Altersgrenze also mit genau 66 Jahren. Für alle Jahrgänge ab 1964 beträgt sie 67 Jahre.

Tabelle

Übersicht Renteneintrittsalter

Tabelle anzeigen

 

Ausnahme: Die Rente ab 63

Wer vor dem 1. Juli 2014 63 Jahre alt wurde und 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Das betrifft den ganzen Jahrgang 1950 und entsprechende Teile der Jahrgänge 1949 und 1951. Im Jahr 1952 Geborene können 2015 mit 45 Beitragsjahren in Rente gehen. Danach erhöht sich das Zugangsalter für jeden Jahrgang um zwei Monate (1953: 63 Jahre und zwei Monate; 1954: 63 Jahre und vier Monate und so weiter), bis für 1964 Geborene das Renteneintrittsalter von 65 Jahren erreicht ist. Auf das Alter hatte sich die große Koalition vor sieben Jahren bereits für besonders langjährig Versicherte (45 Beitragsjahre) geeinigt. Der Jahrgang 1964 ist übrigens auch der erste, der bis 67 arbeiten muss, wenn weniger Beitragsjahre vorliegen.

 

Das Besondere am neuen Modell: Zu den 45 Beitragsjahren zählen neben Kindererziehungszeiten nun auch Zeiten der Arbeitslosigkeit bei Erhalt von Arbeitslosengeld I. Ausgenommen hiervon sind die letzten zwei Jahre vor dem Renteneintrittsalter. Das soll verhindern, dass Arbeitnehmer zwei Jahre vor dem Ruhestand kündigen, um mit geringen Einnahmeeinbußen früher in Rente gehen zu können.

 

Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit und Erwerbsminderung

Für beschäftigte Rentner, die ihre Rente erhalten, weil sie berufs- oder erwerbsunfähig oder erwerbsgemindert sind, entfallen zum Teil die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung - auch die des Arbeitgebers.

 

Berufsunfähigkeit und teilweise Erwerbsminderung

Rentner, die ihre Rente wegen Berufsunfähigkeit oder teilweiser Erwerbsminderung beziehen, zahlen Beiträge für alle Sozialversicherungszweige. Das gilt auch für den Arbeitgeber.

 

Ausnahme: Beiträge zur Arbeitslosenversicherung müssen weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber zahlen, wenn die Agentur für Arbeit feststellt, dass der Rentner aufgrund seiner Leistungsminderung auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelt werden kann.

 

Erwerbsunfähigkeit und volle Erwerbsminderung

Beschäftigte, die wegen Erwerbsunfähigkeit oder voller Erwerbsminderung Rente beziehen, und ihre Arbeitgeber zahlen keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Für die übrigen Zweige der Sozialversicherungen fallen jedoch Beiträge an.

 

In der Krankenversicherung gilt der ermäßigte Beitragssatz, denn diese Rentner haben keinen Anspruch auf Krankengeld.

 

Pensionäre

Pensionäre sind Beamte im Ruhestand. Sie sind häufig kranken- und rentenversicherungsfrei, wenn sie nebenher arbeiten.

 

Pensionäre, die nebenher beschäftigt sind, sind immer dann krankenversicherungsfrei, wenn sie bei Krankheit Anspruch auf Beihilfe nach beamtenrechtlichen Vorschriften haben. Dann muss auch der Arbeitgeber keine Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

 

In der Pflegeversicherung gilt: Beschäftigte Pensionäre tragen alleine nur den halben Pflegeversicherungsbeitrag, da ihnen aufgrund der Beihilfe die Leistungen aus der Pflegeversicherung auch nur zur Hälfte gewährt werden.

 

Der Beitrag zur Rentenversicherung kann für Pensionäre entfallen. Das ist dann der Fall, wenn sie die Versorgung nach beamtenrechtlichen Grundsätzen erhalten, weil sie die Altersgrenze erreicht haben. Der Arbeitgeber muss allerdings seinen Anteil an den Beiträgen zahlen.

 

Zur Arbeitslosenversicherung müssen auch Beamte im Ruhestand ihren Beitrag leisten. Diese Pflicht endet wie bei anderen Beschäftigten, wenn sie die Altersgrenze erreichen. Dann fällt nur noch der Arbeitgeberanteil an.

 

Grenzen für den Hinzuverdienst

Rentner müssen unter bestimmten Voraussetzungen Grenzen für den Hinzuverdienst beachten, um eine eventuelle Rentenkürzung zu vermeiden.

 

Wer die Regelaltersrente bezieht und zusätzlich arbeitet, muss keine Rentenkürzung befürchten, egal wie viel er hinzuverdient. Frührentner und andere Rentenbezieher müssen jedoch Grenzen einhalten. Tun sie das nicht, wird ihre Rente gekürzt oder fällt unter Umständen komplett weg.

 

Die Grenzen für einen solchen Hinzuverdienst sind je nach Rentenart unterschiedlich. Empfehlen Sie daher bitte einem neuen Arbeitnehmer, der eine Rente bezieht, sich mit dem Rentenversicherungsträger in Verbindung zu setzen, noch bevor er die Beschäftigung bei Ihnen aufnimmt. Nur so kann er Rechtsnachteile vermeiden.

 

Informationen finden Sie auch auf www.ihre-vorsorge.de. Das Internetportal geht auf eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zurück.

 

Meldungen für beschäftigte Rentner und Pensionäre

Für Rentner und Pensionäre geben Sie die üblichen Meldungen ab.

 

Wenn Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter erstmalig eine Rente erhalten und sich dadurch die Beitragsgruppe ändert, melden Sie sie bitte um.

 

Wie üblich sind Meldungen auch erforderlich, wenn Sie Rentner oder Pensionär geringfügig beschäftigen.

 

Lohn- und Gehaltsunterlagen

Fügen Sie den Lohn- und Gehaltsunterlagen die Nachweise bei, die Besonderheiten bei den Sozialabgaben belegen.

 

Zum Beispiel:

  • der Rentenbescheid - er ist nicht nur für den Beitrag an die Rentenversicherung nötig, sondern auch, wenn Sie nur den ermäßigten Beitragssatz zur Krankenversicherung zahlen.
  • ein Bescheid von der Bundesagentur für Arbeit, dass ein leistungsgeminderter Mitarbeiter dauerhaft nicht mehr für die Vermittlung am Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, Ihnen die entsprechenden Nachweise zu geben. Für Ihre Lohnunterlagen reichen Kopien aus. Damit können Sie bei einer Betriebsprüfung durch den Rentenversicherungsträger belegen, warum Ihre versicherungs- und beitragsrechtliche Beurteilung wohlbegründet ist.