Wer als Grenzgänger zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie kurzzeitig vom Heimatort aus im Homeoffice arbeitet, muss sich zunächst keine Sorgen über zusätzlich anfallende Sozialversicherungsbeiträge oder A1-Bescheinigungen machen. Eine solche vorübergehende Änderung des Tätigkeitsortes hat keine Auswirkungen auf das anwendbare Sozialversicherungsrecht.

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Wenn ein in Deutschland beschäftigter Mitarbeiter vorübergehend ganz oder teilweise im Homeoffice jenseits der Grenze arbeitet, gilt laut der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) weiterhin das bisherige Sozialversicherungsrecht. Ein Antrag auf eine A1-Bescheinigung ist nur dann zu stellen, wenn dies von einer zuständigen Stelle als Nachweis ausdrücklich gefordert wird. Als vorübergehende Tätigkeit gilt laut DVKA ein Zeitraum von bis zu 24 Monaten.

Hintergrund für die Regelung ist laut DVKA, dass die Beschäftigung im Wohnmitgliedstaat mit dem Direktionsrecht des Arbeitgebers vereinbar ist und innerhalb des Artikel 12 Abs. 1 VO (EG) 883/2004 erfolgt.

Diese Regelungen gelten für beide Konstellationen: sowohl für sonst im Ausland tätige Arbeitnehmer, die ausnahmsweise in Deutschland bleiben, als auch für jene, die für ihren deutschen Arbeitgeber von ihrem Wohnort im Ausland aus arbeiten.

Bei Arbeitnehmern, die gewöhnlich in mehreren Staaten erwerbstätig sind und über einen entsprechenden Nachweis verfügen, ändert sich nach Auffassung der DVKA bis mindestens 31. Dezember 2020 durch eine Tätigkeit im Homeoffice nichts. Selbst wenn sie ausschließlich von zu Hause aus arbeiten, ergibt sich laut GKV-Rundschreiben vom 17. März 2020 durch die vorübergehend andere Verteilung der Arbeitszeit keine Änderung in Bezug auf das Sozialversicherungsrecht. Ausgestellte A1-Bescheinigungen bleiben für diese Zeit gültig.

Weitere Informationen für Arbeitgeber bietet die DVKA auf ihrer Internetseite.