Wer als Grenzgänger wegen der Coronavirus-Pandemie kurzzeitig vom Heimatort aus im Homeoffice arbeitet, muss sich keine Sorgen über zusätzlich anfallende Sozialversicherungsbeiträge machen. Eine solche vorübergehende Änderung des Tätigkeitsortes habe keine Auswirkungen auf das anwendbare Sozialversicherungsrecht, teilt der GKV-Spitzenverband per Rundschreiben mit.

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Wenn ein in Deutschland beschäftigter Mitarbeiter vorübergehend ganz oder teilweise im Homeoffice jenseits der Grenze arbeitet, gilt laut dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weiterhin deutsches Sozialversicherungsrecht. Es wird empfohlen, einen Antrag auf eine A1-Bescheinigung nur dann zu stellen, wenn dies von einer zuständigen Stelle eines anderen Mitgliedstaats im Einzelfall als Nachweis ausdrücklich gefordert wird. 

Hintergrund für die Regelung ist laut GKV-Spitzenverband, dass die Beschäftigung im Wohnmitgliedstaat mit dem Direktionsrecht des Arbeitgebers vereinbar ist und aus heutiger Sicht innerhalb des in Artikel 12 Abs. 1 VO (EG) 883/2004 vorgesehenen Zeitrahmens von 24 Monaten erfolgt. 

Die Einstufung als gewöhnliche Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten kommt laut Rundschreiben nicht in Betracht. 

Diese Regelungen gelten auch im umgekehrten Fall, wenn also Grenzgänger in Deutschland wohnen und für ihren ausländischen Arbeitgeber kurzfristig von zu Hause aus arbeiten.

Bei Arbeitnehmern, die ohnehin gewöhnlich in mehreren Staaten erwerbstätig sind und über einen entsprechenden Nachweis verfügen, ändert sich ebenfalls durch eine Tätigkeit im Homeoffice nichts. Selbst wenn sie nur noch ausschließlich von zu Hause aus arbeiten, ergibt sich laut GKV-Rundschreiben durch die vorübergehend andere Verteilung der Arbeitszeit keine Änderung in Bezug auf das Sozialversicherungsrecht. Ausgestellte A1-Bescheinigungen bleiben für diese Zeit gültig.

Rundschreiben vom 17.03.2020: Vorübergehende Änderung des Tätigkeitsbereichs (Grenzgänger) (PDF, 515 kB)