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Die Bilharziose (Schistosomiasis) ist eine durch Süßwasserkontakt übertragene Wurminfektion, die in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet ist. 

Pärchenegel (Schistosoma) gehören zu den Saugwürmern. Sie sind etwa sechs bis 26 Millimeter lang und kommen in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Lateinamerikas, Südwest- und Südostasiens vor. Fünf Arten des Pärchenegels können eine Bilharziose auslösen. Etwa 200 Millionen Menschen weltweit sind von Schistosomen befallen.

Menschen infizieren sich an den Ufern von stehenden oder langsam fließenden Gewässern durch die Larven des Saugwurms, dessen Zwischenwirt die Süßwasserschnecke ist. Die Larven können bereits bei sehr kurzem Kontakt in die intakte Haut eindringen. Auch durch Trinken von infiziertem Wasser kann es zu einer Bilharziose kommen.

Über das Lymph- und Blutsystem gelangen die Larven innerhalb von vier bis sechs Tagen in Lunge und Leber, wo sie innerhalb von etwa sechs Wochen zu geschlechtsreifen Würmern heranwachsen.

Die gepaarten Egel wandern dann in die Blutgefäße des Darmtrakts oder der Harnwege und produzieren dort massenhaft Eier, die wiederum Entzündungen, Blutungen und Gewebeschäden verursachen. Auch in die Lunge und in das Nervensystem können die Schistosomen und deren Eier vordringen.

Bis zu 15 Jahre können ausgewachsene Würmer im Menschen überleben.

Was sind die Symptome von Bilharziose?

Nicht selten kommt es innerhalb von sechs bis 48 Stunden an der Eintrittsstelle der Larven zu einem juckenden Hautausschlag. Das akute Krankheitsbild, das Katayama-Fieber, kann sich bereits zwei bis acht Wochen nach der Infektion durch Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, Leber-, Milz- und Lymphknotenschwellungen äußern.

Das Krankheitsbild kann lebensbedrohlich sein. In den meisten Fällen verschwinden diese Symptome nach einigen Wochen. Eine chronische Schistosomiasis kann entstehen, wenn die Eier die Blutgefäße zunehmend verschließen und der Organismus mit Entzündungen reagiert.

Bei Befall von Blase und Harntrakt können Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin, Harnwegsinfektionen und bei Frauen auch Infektionen des Genitaltrakts auftreten. Das Risiko für ein Blasenkarzinom ist erhöht. 

Bei einem Befall des Darms können Bauchschmerzen, Durchfälle, Müdigkeit, Blutarmut die Folge sein.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Treten innerhalb von drei Monaten nach einer Reise in ein Bilharziose-Gebiet Hautveränderungen, Wassereinlagerungen, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Husten oder andere unspezifische Symptome auf, können diese ein Hinweis auf das akute, lebensbedrohliche Stadium der Bilharziose, das Katayama-Syndrom, sein.

Dann sollten Sie den Arzt über Ihren Aufenthalt in einem Bilharziose-Gebiet informieren, damit er die entsprechende Diagnostik veranlassen kann. Auch wenn der Aufenthalt länger als drei Monate zurückliegt und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, im Harntrakt, an der Lunge oder am Nervensystem auftreten, sollte eine Bilharziose-Diagnostik erfolgen.

Nach längeren Aufenthalten in Bilharziose-Gebieten und Süßwasserkontakt ist es ratsam, dass Sie nach der Rückkehr eine spezielle Blutuntersuchung (Antikörpernachweis) vornehmen lassen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben und sich nicht an einen Süßwasserkontakt erinnern können. Diese Untersuchung sollte frühestens drei Monate nach dem letzten möglichen Süßwasserkontakt erfolgen.

Der Nachweis der Schistosomen-Eier und der Antikörpernachweis bestätigen das Vorliegen einer Bilharziose. Die Eier des Wurms lassen sich frühestens nach vier bis zehn Wochen in Urin oder Stuhl nachweisen. Auch die Entnahme von Gewebeproben aus Blase, Darm und anderen Organen kann die Erkrankung beweisen, kommt aber nur selten zum Einsatz.

Im Blut finden sich Antikörper. Der Antikörpernachweis kann bei einer Bilharziose an untypischen Stellen hilfreich sein.

Liegt tatsächlich eine Bilharziose vor, schließen sich weitere Untersuchungen zum Beispiel der Harnwege, des Darms, der Lunge und des Nervensystems zur Abklärung von Organschäden an.

Wie wird Bilharziose behandelt?

Bei einer frühzeitigen Behandlung mit wirksamen und nebenwirkungsarmen Medikamenten heilt die Bilharziose ohne Folgeerscheinungen aus. Die für die Erkrankung verantwortlichen Parasiten (Pärchenegel = Schistosoma) sind direkt mit den Wirkstoff Praziquantel zu bekämpfen, der in Tablettenform zur Verfügung steht. Dieses Mittel gegen die Wurmerkrankung ist gegen alle Schistosomen-Arten wirksam, die Menschen befallen können. Dauer und Dosierung der Therapie richten sich nach dem jeweiligen Erregertyp. Es gibt nur wenige Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Praziquantel. Dazu gehören Schwindel, Fieber und Bauchschmerzen und in seltenen Fällen Nesselsucht (ein juckender Hautausschlag).

Meist wird die Therapie mit Praziquantel bei der Bilharziose erst drei Monate nach dem vermuteten Infektionszeitpunkt begonnen, denn die Würmer sind erst dann ausgereift. Gegen unreife Parasiten wirkt das Medikament nicht gut. Und es ist auch möglich, dass sich der Zustand des Patienten in der frühen Phase der Erkrankung durch die Therapie mit dem Wirkstoff Praziquantel verschlechtert.

Meistens reicht eine ambulante Behandlung aus. Die Behandlung des Katayama-Syndroms sollte jedoch in einer tropenmedizinischen Einrichtung erfolgen. Zum Einsatz kommen unter anderem fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente.

Wie kann man sich schützen?

Den besten Schutz bietet die Vorbeugung. Meiden Sie in Bilharziosegebieten den Hautkontakt mit Süßwasser. Verzichten Sie auf Schwimmen und Tauchen in Binnengewässern. Meerwasser und chloriertes Schwimmbadwasser sind als sicher anzusehen. Zu warnen ist auch vor dem Genuss von Trinkwasser.