Harndrang: Übersteigt der Glukosespiegel im Blut die sogenannte Nierenschwelle, muss der überschüssige Zucker durch die Niere ausgeschieden werden. Der Körper produziert mehr Urin - starker Harndrang beziehungsweise häufiges Wasserlassen sind die Folgen.

Durst: Da der Körper vermehrt Flüssigkeit ausscheidet, steigt auch das Durstgefühl stark an; mitunter wird es sogar als quälend empfunden. Das Flüssigkeitsdefizit erzeugt zudem oft Schwindel. 

Hautprobleme: Ein weiterer Effekt des Flüssigkeitsmangels ist eine trockene und juckende Haut. Experten vermuten hinter dem Juckreiz bei Diabetikern aber noch weitere Auslöser wie zum Beispiel eine erhöhte Produktion von Stresshormonen der Nebenniere. Auch Pilzinfektionen im Genitalbereich sind besonders bei Frauen eine häufige Begleiterscheinung.

Sehstörungen: Auch dem Augapfel sowie der Augenlinse werden dabei Flüssigkeit entzogen. Plötzliche Sehstörungen können auf eine Austrocknung hindeuten. 

Wadenkrämpfe: Zusammen mit der Flüssigkeit werden auch wertvolle Mineralstoffe ausgeschwemmt. Das kann zu schmerzhaften Wadenkrämpfen führen, die meist nachts auftreten.

Gewichtsverlust: Viele Betroffene verlieren vor der Behandlung deutlich an Körpergewicht. Zum einen lässt sich dies ebenfalls mit dem hohen Flüssigkeitsverlust erklären. Zum anderen bedient sich der Körper an den Fettdepots, da die Zellen aufgrund der gestörten Blutzuckerverwertung nicht mehr ausreichend Energie erhalten.

Hunger: Derselbe Prozess, der zur Gewichtsabnahme führt, sorgt gleichzeitig für ein starkes Hungergefühl, denn die durch die Nahrung aufgenommene Energie kann nur unzureichend verarbeitet werden.

Schlappheit und Müdigkeit: Mit dem Hunger und dem Gewichtsverlust ist zudem eine starke körperliche Abgeschlagenheit verbunden - die veränderte Energieversorgung kostet den Körper viel Kraft. Deshalb fühlen sich viele Betroffene vor der Insulintherapie häufig sehr müde, sind antriebslos und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.

Geschwächtes Immunsystem: Durch den Insulinmangel ist der gesamte Organismus geschwächt. Diabetes-Patienten neigen daher häufiger zu Infektionen und ihre Wunden verheilen deutlich schlechter beziehungsweise langsamer.

Parodontitis: Häufige oder dauerhafte Entzündungen des Zahnhalteapparats können ebenfalls ein Anzeichen von Diabetes sein.

Notfall diabetisches Koma

Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes besteht die Gefahr eines sogenannten ketoazidotischen Komas - leider wird der Diabetes in vielen Fällen erst durch einen solchen Notfall festgestellt. Mediziner sprechen von einer Stoffwechselentgleisung, die sich innerhalb weniger Stunden entwickelt: Durch den Insulinmangel und die daraus folgende unvollständige Fettverbrennung übersäuert das Blut. 

Da dies sehr gefährlich und sogar lebensbedrohlich werden kann, ist schnelle Hilfe nötig. Achten Sie auf die folgenden Anzeichen und zögern Sie nicht, im Ernstfall einen Krankenwagen zu rufen:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Auf plötzliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen sollten Sie besonders bei Kindern achten. 
  • Mundgeruch: Durch den Übersäuerungsprozess bilden sich Ketonkörper (unter anderem Azeton) im Blut; der Atem des Betroffenen riecht dann stark säuerlich bis süßlich, etwa wie überreifes Obst.  
  • Kußmaul-Atmung: Atmet ein Diabetes-Patient tief und zwanghaft, liegt eindeutig ein diabetisches Koma und damit ein Notfall vor.