Erste Hilfe rettet Leben

Das Blut hat im Körper die zentrale Aufgabe, alle Zellen mit lebensnotwendigen Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Treibende Kraft hinter dem permanent zirkulierenden Blutstrom ist das Herz. Setzt es aus oder schlägt nicht mehr effektiv, bricht innerhalb von kurzer Zeit der Kreislauf zusammen. Die Organe erhalten nicht mehr genug Sauerstoff, was bereits nach wenigen Minuten schwerwiegende Schäden, besonders im Gehirn, verursacht.

Den Kreislauf bei Herzstillstand durch eine Herzdruckmassage zumindest teilweise aufrechtzuerhalten, ist die wichtigste lebensrettende Notfallmaßnahme. Da Herz und Atmung meist gleichzeitig aussetzen, werden Beatmung und Herzdruckmassage in der Regel kombiniert. Dann spricht man von einer Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Die Herzdruckmassage

Im Falle eines Kreislaufstillstands (Bewusstlosigkeit, fehlender Puls, fehlende Atmung) ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung die einzige Überlebenschance. Sie sollte sofort begonnen werden, selbst wenn der Notarzt noch nicht vor Ort ist. Auch Nichtmediziner können eine Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung vornehmen, das ist nachweislich besser als nichts zu tun. Falls ein Helfer keine Beatmung durchführen kann, sollte eine alleinige Herzdruckmassage erfolgen.

Das Prinzip

Für den durch die Herzmassage erzeugten Blutstrom sind zwei Mechanismen verantwortlich, die sich gegenseitig ergänzen. Zum einen sorgt das Zusammendrücken des Herzmuskels zwischen Brustbein und Wirbelsäule für eine gewisse Blutzirkulation. Zum anderen verändert sich beim Pressen auch der Druck im gesamten Brustkorb (Thorax), was den Blutkreislauf durch eine Sogwirkung zusätzlich antreibt.

Herz-Lungen-Wieder­be­le­bung - darauf kommt es an!

Durchführung der Herzdruckmassage

Als Erstes legt man den Betroffenen mit dem Rücken flach auf eine harte Unterlage, am besten den Fußboden. Ein Bett ist für Wiederbelebungsmaßnahmen nicht geeignet. Der richtige Druckpunkt liegt in der Mitte der Brust.

Seitlich neben dem Patienten kniend, setzt der Helfer den Handballen der einen Hand genau auf diesen Punkt, die zweite Hand wird auf die am Druckpunkt platzierte Hand gelegt. Die Schultern des Helfers sind über den Druckpunkt gebeugt, seine Arme durchgestreckt und der Rücken gerade, sodass der Druck senkrecht von oben nach unten ausgeübt werden kann. Nur so bringt man genügend Kraft auf, denn bei einem Erwachsenen muss das Brustbein mindestens fünf Zentimeter (aber nicht tiefer als sechs Zentimeter) eingedrückt werden. In der Entlastungsphase ist es wichtig, den Druck ganz nachzulassen, damit der Brustkorb wieder in seine Ausgangslage zurückkehren kann. Die Handballen bleiben dabei am Druckpunkt.

Mit Musik im richtigen Takt

Etwa 100- bis 120-mal in der Minute sollte gedrückt und wieder entlastet werden. Eine kraftraubende Angelegenheit, bei der man sich am besten mit einem anderen Helfer abwechselt. Um den richtigen Rhythmus zu finden, mit dem das Herz wieder zum Schlagen gebracht werden kann, hilft  Musik. Bekannte Songs wie "Stayin alive" von den Bee Gees, "I will survive" von Gloria Gaynor oder auch "Happy birthday" haben den richtigen Beat, um Leben zu retten. Summen Sie die entsprechende Melodie innerlich mit, um im Takt zu bleiben.

Ist man im Notfall zu zweit aktiv, kann ein Helfer parallel zur Herzmassage den Puls tasten und so kontrollieren, ob die Massage effektiv ist. Manchmal fängt das Herz auch von selbst wieder an zu schlagen. Ist das nicht der Fall, sollte die Herzdruckmassage auf jeden Fall solange fortgesetzt werden, bis der Arzt oder der Rettungssanitäter eintrifft und sich um den Patienten kümmert.

30 x Drücken, 2 x Beatmen

Bei Atem- und Kreislaufstillstand soll das Verhältnis von Herzdruckmassage zu Beatmung generell 30:2 (30 Kompressionen des Brustkorbs pro zwei Atemstöße durch Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung) betragen. Diese Regel gilt auch, wenn zwei Helfer zur Stelle sind. Einzige Ausnahme ist die Wiederbelebung von Kindern (außer Neugeborenen) durch zwei professionelle Helfer, wo weiterhin ein Verhältnis von 15:2 angezeigt ist. Laienhelfer sollten auch bei Kindern das Verhältnis 30:2 beibehalten.

Durchführung der Beatmung

Atmet der Patient trotz freier Luftwege nicht, muss die Sauerstoffversorgung durch eine Atemspende aufrechterhalten werden. Es gibt zwei Varianten der Beatmung: Mund zu Mund und Mund zu Nase.

Standard ist die Mund-zu-Mund-Beatmung, alternativ ist die Mund-zu-Nase-Beatmung möglich.

Dabei kniet der Helfer auf Schulterhöhe seitlich neben dem auf dem Rücken liegenden Patienten. Eine Hand fasst an die Stirn, die andere unters Kinn. Jetzt wird der Kopf nach hinten überstreckt, der Unterkiefer vorgeschoben und der Mund durch Druck mit dem Daumen auf den Bereich zwischen Unterlippe und Kinn verschlossen.

Nachdem der Ersthelfer eingeatmet hat, setzt er seinen Mund über den Mund beziehungsweise über den Nasenöffnungen des Betroffenen so auf, dass seine Lippen den Mund beziehungsweise die Nase des Betroffenen umschließen. Dann bläst er seine Ausatemluft mit sanftem Druck etwa eine Sekunde lang in den Mund beziehungsweise die Nase, setzt ab, atmet erneut ein und wiederholt die Atemspende innerhalb von höchstens fünf Sekunden. Ist gleichzeitig eine Herzdruckmassage erforderlich, sollte diese nach dem zweiten Atemhub wieder erfolgen.

Es ist zu überprüfen, ob die Beatmung wirkt und die Luft auch in der Lunge ankommt. Das lässt sich daran erkennen, dass der Brustkorb des Patienten sich beim Einblasen hebt. Sollte dies nicht gleich klappen, ist das kein Grund aufzugeben. Vielmehr sollte man dann den Kopf etwas weiter überstrecken und den Beatmungsdruck vorsichtig erhöhen.

Die Atemspende sollte auf jeden Fall solange fortgesetzt werden bis der Arzt oder ein Sanitäter übernimmt. Oft fangen die Patienten auch wieder selbstständig an zu atmen. Auch dann darf man sie auf keinen Fall allein lassen, sondern sollte dabei bleiben und die Atmung regelmäßig kontrollieren.