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Schilddrüsenkrebs: Diagnose, Behandlung und Prognose Schilddrüsenkrebs, in der Medizin auch Schilddrüsenkarzinom genannt, ist eine seltene Krebserkrankung, die bei Menschen jeden Alters auftreten kann. Wird sie früh erkannt, stehen die Heilungschancen in den meisten Fällen sehr gut. Charlotte Schade, Dres. Schlegel + Schmidt Medizinische Kommunikation GmbH
Was ist Schilddrüsenkrebs?Die Schilddrüse ist ein Organ an der Vorderseite des Halses, das den Körper mit wichtigen Hormonen versorgt. Von einem Schilddrüsenkarzinom sprechen Medizinerinnen und Mediziner, wenn reguläre Zellen im Gewebe der Schilddrüse zu bösartigen Zellen mutieren und unkontrolliert wachsen.Je nachdem, wie stark sich die Zellen verändern, werden verschiedene Formen der Erkrankung unterschieden. Bei den meisten Betroffenen liegt ein sogenanntes differenziertes Schilddrüsenkarzinom vor - das bedeutet, dass die Krebszellen immer noch bestimmte Eigenschaften von regulären Schilddrüsenzellen aufweisen. Die Aussicht auf Heilung ist bei dieser Krebsform in der Regel sehr gut: Neun von zehn Menschen mit differenziertem Schilddrüsenkrebs können geheilt werden. Das hängt auch damit zusammen, dass die Erkrankung oftmals frühzeitig erkennbar ist und behandelt werden kann.Mögliche Anzeichen eines SchilddrüsenkarzinomsViele mögliche Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms ähneln denen eines grippalen Infekts :Heiserkeit oder dauerhafte Veränderungen der StimmeSchluckbeschwerdenSchmerzen im Bereich des Halses bis hin zu den OhrenAngeschwollene Lymphknoten im HalsbereichChronischer HustenDruck- oder Engegefühl im HalsKurzatmigkeit oder AtemnotKnoten oder Schwellungen an der Vorderseite des HalsesWenden Sie sich an Ihre hausärztliche Praxis, wenn diese Krankheitszeichen über einen längeren Zeitraum anhalten oder sich plötzlich drastisch verschlimmern.
Schilddrüsenknoten im AlterBesonders im Alter ist es nicht ungewöhnlich, dass sich häufiger Knoten im Bereich der Schilddrüse bilden. Diese müssen aber nicht zwingend mit einer Krebserkrankung zusammenhängen - in der Regel handelt es sich um gutartige Veränderungen im Gewebe. Wichtig ist, dass Sie ärztlichen Rat einholen, wenn Sie einen Knoten an der Vorderseite des Halses bemerken.
Der Weg zur DiagnoseDer erste Schritt in Richtung einer Diagnose ist ein ausführliches ärztliches Gespräch, die sogenannte Anamnese. Dabei können zum Beispiel folgende Fragen eine Rolle spielen:Welche Beschwerden haben Sie?Hatten Sie bereits in der Vergangenheit ähnliche Beschwerden oder Schilddrüsenerkrankungen?Haben Sie nahe Verwandte, die bereits an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind?Sind Sie in Ihrem Alltag Risikofaktoren ausgesetzt (z. B. Strahlung am Arbeitsplatz)?Im Anschluss folgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Schilddrüse und die nebenliegenden Lymphknoten abgetastet werden. Außerdem wird ein Bluttest gemacht, der Aufschluss über den Spiegel von Schilddrüsenhormonen im Körper gibt. Eine Ultraschalluntersuchung hilft Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt, sich ein Bild von Ihrer Schilddrüse zu machen und etwaige Knoten zu erkennen.Wird ein Knoten einer bestimmten Größe entdeckt und ist die Konzentration eines bestimmten Hormons niedriger als gewöhnlich, gibt das Anlass für weitere Tests. Mithilfe eines speziellen bildgebenden Verfahrens, der sogenannten Schilddrüsen-Szintigrafie, können die Stoffwechselfunktionen der Schilddrüse sichtbar gemacht werden. Besteht der Verdacht auf eine krankhafte Veränderung weiterhin, ist eine Gewebeprobe erforderlich: Dazu entnimmt Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt dem Schilddrüsenknoten einzelne Zellen mithilfe einer sehr dünnen Nadel. Diese Zellen werden anschließend im Labor untersucht.Wenn sich herausstellt, dass ein Schilddrüsenkarzinom vorliegt, kommen in der Regel noch einige weitere Untersuchungen hinzu. Auf diese Weise lässt sich feststellen, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist.Schilddrüsenkrebs behandelnWie genau Schilddrüsenkrebs behandelt wird, hängt sowohl von der Art des Karzinoms als auch vom Stadium der Erkrankung ab. Ist Ihre Diagnose gesichert, wird Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt Sie ausführlich über die verschiedenen Behandlungsmethoden aufklären und gemeinsam mit Ihnen die jeweiligen Vor- und Nachteile abwägen.Schritt 1: den Tumor entfernenIn den meisten Fällen ist die Operation die grundlegende Behandlungsmethode bei einem Schilddüsenkarzinom. Dabei wird das erkrankte Gewebe beziehungsweise die gesamte Schilddrüse entfernt. Hat sich der Krebs auf die angrenzenden Lymphknoten ausgebreitet, können auch diese operativ entnommen werden.RadiojodtherapieHäufig schließt sich an den Eingriff eine sogenannte Radiojodtherapie an. Dabei wird dem Körper leicht radioaktives Jod in flüssiger Form oder in Kapseln zugeführt, um die übrigen Tumorzellen und eventuelle Metastasen gezielt abzutöten. Gleichzeitig soll die Behandlung auch dabei helfen, einem Rückfall vorzubeugen.Medikamentöse BehandlungFür Menschen mit fortgeschrittenem Schilddrüsenkrebs besteht inzwischen auch die Möglichkeit, medikamentös gegen die Tumorzellen vorzugehen. Zielgerichtete Arzneimittel, sogenannte Tyrosinkinasehemmer, sorgen dafür, dass nicht genügend Blut in den erkrankten Zellen ankommt. So können sie verhindern, dass der Krebs weiter wächst - im besten Fall bildet er sich sogar zurück.So geht es nach der Behandlung weiterNachdem die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist, finden über mehrere Jahre hinweg regelmäßige Nachuntersuchungen statt. Diese Nachsorge ist essenziell, um Rückfälle sowie Langzeitfolgen frühzeitig zu erkennen und angehen zu können. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fragt Sie bei den Kontrollterminen nach etwaigen Beschwerden und führt eine körperliche Untersuchung sowie Bluttests durch. In welchen Abständen die Nachuntersuchungen stattfinden, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.Veränderungen im AlltagWenn Ihnen im Zuge der Behandlung die Schilddrüse entfernt wurde und Sie sich einer Radiojodtherapie unterzogen haben, kann Ihr Körper wichtige Schilddrüsenhormone nicht länger selbst produzieren. Diese Hormone müssen Sie fortan in Form von Tabletten zuführen. In der Regel wird diese Hormontherapie von Betroffenen gut vertragen.Frauen können nach einer Radiojodtherapie unter Umständen früher in die Wechseljahre kommen. Ihr fruchtbares Zeitfenster ist also möglicherweise verringert. Auch für Männer kann es nach einer Radiojodtherapie potenziell schwieriger werden, Kinder zu zeugen: Durch das Radiojod verringert sich die Anzahl reifer Samenzellen im Sperma. Wer einen Kinderwunsch hat, sollte seine Spermien deshalb vor der Behandlung einfrieren lassen - so bleibt die Familienplanung unberührt von der Krebstherapie.Welche Risikofaktoren gibt es?Die Ursache für Schilddrüsenkrebs ist bislang noch nicht bekannt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die potenziell die Wahrscheinlichkeit erhöhen, im Laufe des Lebens an einem Schilddrüsenkarzinom zu erkranken. Ihr Risiko ist tendenziell erhöht, wennSie eine Frau sind,bereits nahe Verwandte betroffen sind oder waren,Sie, insbesondere im Kindesalter, Strahlung ausgesetzt waren (z. B. im Rahmen einer Strahlentherapie oder eines Reaktorunfalls),bestimmte Vorerkrankungen (z. B. eine Struma ) vorliegen oderbei Ihnen in der Vergangenheit ein Jodmangel festgestellt wurde.Kann ich Schilddrüsenkrebs vorbeugen?Sowohl für Krebs im Allgemeinen als auch für Schilddrüsenkrebs gilt: Aktuell gibt es noch keine Möglichkeit, sich zuverlässig vor einer Erkrankung zu schützen. Sie können Ihre Schilddrüsenfunktion allerdings unterstützen, indem Sie ausreichend Jod zu sich nehmen und so einem Mangel vorbeugen. Jod ist vor allem in Fisch, Meeresfrüchten und Milchprodukten enthalten, aber findet sich häufig auch als Zusatz in Speisesalz. Wer sich vegan ernährt, kann unter anderem auf jodierte pflanzliche Milchalternativen zurückgreifen.Wenn Sie bei sich einen Jodmangel vermuten, wenden Sie sich am besten an Ihre hausärztliche Praxis. Ihre Ärztin beziehungsweise Ihr Arzt kann Sie untersuchen, Ihnen weitere Ernährungsempfehlungen geben und Ihnen bei Bedarf ein Jodpräparat verschreiben.Wieso Jod unentbehrlich für eine gesunde Schilddrüsenfunktion ist, können Sie im TK-Podcast "Ist das noch gesund?" nachhören.Unterstützung und BeratungDas Leben mit einer Krebsdiagnose kann herausfordernd sein, körperlich wie psychisch. Doch Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen - zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu suchen oder Hilfe anzunehmen. Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, an die sich Erkrankte wenden können, zum Beispieldie Beratungsstellen der Landeskrebsgesellschaft,das Infonetz Krebs der Deutschen Krebshilfe oderden Bundesverband Schilddrüsenkrebs.Neben Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld kann auch psychologische Begleitung einen wertvollen Beitrag dazu leisten, den Alltag mit der Diagnose zu bewältigen. Wenn Sie sich mit anderen Betroffenen vernetzen und austauschen möchten, können Sie außerdem einer Selbsthilfegruppe beitreten.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) - gesund.bund.de: Schilddrüsenkrebs, 22.12.2023. URL: https://gesund.bund.de/schilddruesenkrebs (abgerufen am: 22.10.2025).Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich - gesundheit.gv.at: Schilddrüsenkrebs: Diagnose & Therapie, 09.04.2020. URL: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/krebs/schilddruesenkrebs/diagnose-therapie.html (abgerufen am: 22.10.2025).Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE): Schilddrüsenkrebs, o. J. URL: https://www.endokrinologie.net/krankheiten-schilddruese-krebs.php (abgerufen am: 22.10.2025).Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE): Jod, 15.09.2025. URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/jod (abgerufen am: 23.10.2025).Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) - krebsinformationsdienst.de: Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom), 16.10.2025. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/schilddruesenkrebs (abgerufen am: 22.10.2025).Krebsliga Schweiz: Schilddrüsenkrebs, o. J. URL: https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/schilddruesenkrebs (abgerufen am: 22.10.2025).Stiftung Deutsche Krebshilfe: Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom), 02.2020. URL: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/schilddruesenkrebs/ (abgerufen am: 22.10.2025).
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