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Einen Porno gucken. Wo ist das Problem? Machen doch Millionen andere auch. Pornofilme können durchaus das Sexleben bereichern. Doch alles hat seine Grenzen. Und die verlaufen dort, wo die Pornosucht beginnt. So wie bei anderen Süchten auch sind die Übergänge zwischen normalen Konsum und Abhängigkeit allerdings fließend. 

Obwohl schätzungsweise fünf Prozent der deutschen Bevölkerung süchtig nach Pornos sein sollen - suchthafte Selbstbefriedigung inklusive -, ist Pornosucht bis heute noch keine anerkannte Diagnose. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist aber gerade dabei, ihren Diagnosen-Katalog ICD um "zwanghaftes Sexualverhalten" zu erweitern. In dieses Kapitel fällt auch die Pornosucht. 

Die ist in erster Linie ein männliches Problem, jedoch können auch Frauen süchtig nach den Sexvideos werden. Experten schätzen das Verhältnis auf 5:1. 

Anzeichen für eine Pornosucht

Ein Merkmal von Pornosucht ist, dass Betroffene über einen längeren Zeitraum sehr viel Zeit mit ihrer Obsession verbringen - mindestens zwei Stunden am Tag - und dafür andere Dinge vernachlässigen: Schlaf, Arbeit, Studium, Familie, Freunde, Haushalt. Das Interesse am Sex mit der Partnerin oder dem Partner geht oft komplett verloren, denn der sexuelle Kick kommt ja woanders her. Etliche Probleme im Alltag sind damit programmiert. 

Kontrollverlust und haufenweise Probleme

Ein weiteres Merkmal ist der Kontrollverlust: Die Betroffenen können ihr Verhalten nicht mehr aus eigener Kraft ändern, obwohl sie wissen, dass es ihnen schadet. Viele fühlen sich außerdem wie getrieben und klicken sich von einem Video zum nächsten. Auch wenn sie eigentlich gar keine Lust mehr auf Sex vor dem Laptop haben. Die Sucht hat sie voll im Griff. 

Probleme, die dadurch im realen Leben entstehen, erhöhen den Druck, sich noch mehr in die virtuelle Pornowelt zu flüchten. Dabei geht es dann oft gar nicht mehr um sexuelle Lust und Entspannung, sondern darum, Frust abzulassen, Trost zu finden oder der inneren Leere zu entkommen. Das Pornogucken wird quasi als Betäubungsmittel eingesetzt.

Ist das auch bei Ihnen der Fall? 

Wenn Sie befürchten, pornosüchtig zu sein, sollten Sie sich folgende Fragen stellen: 

  • Wie viel Zeit am Tag verbringe ich mit dem Pornogucken?
  • Kann ich problemlos darauf verzichten? 
  • Hat mein Verhalten schon zu negativen Konsequenzen geführt? 
  • Erzeugt mein Verhalten inneren Leidensdruck?

Die Antworten liefern erste Anhaltspunkte, ob bei Ihnen eine Abhängigkeit vorliegen könnte. Wichtig zu wissen: Nicht jeder, der stundenlang Pornos guckt, hat gleich ein Problem. Für eine echte Pornosucht müssen schon mehrere der oben genannten Dinge zusammenkommen. 

Was passiert beim Anschauen eines Pornos?

Dass Pornos im Netz rund um die Uhr für jeden verfügbar sind, hat das Problem verschärft. Gerade für Kinder und Jugendliche kann das gefährlich werden. Das Anschauen macht nämlich etwas mit dem Gehirn: Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und Endorphine werden ausgeschüttet und lösen Glücksgefühle aus. Doch je mehr sich das Gehirn daran gewöhnt, desto mehr wird von der "Droge" benötigt, um den gewünschten Kick zu bekommen. Experten vergleichen Pornos darum auch mit Kokain. 

Hilfe bei Pornosucht

Das Thema ist mit großer Scham besetzt. Doch wer aufhören möchte, es alleine aber nicht schafft (was bei Süchtigen meistens der Fall ist), sollte sich professionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten holen. In fast jeder größeren Stadt gibt es außerdem Selbsthilfegruppen. 

Hilfreiche Adressen gibt es beim Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft. Betroffene können sich auch an die Universität Gießen wenden, wo man speziell zur Sexsucht forscht.