Befreiung von Zuzahlungen

Die gesetzlichen Zuzahlungen sollen die Versicherten finanziell nicht überfordern. Deshalb gibt es die Zuzahlungsgrenze. Sobald sie erreicht ist, können Sie sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.

 

Wie hoch ist die Grenze für meine Zuzahlungen?

Die Grenze für die Zuzahlungen zu Leistungen wird aus den jährlichen Familienbruttoeinnahmen Ihres Haushalts, das heißt, den Einnahmen von Ihnen und Ihren Angehörigen, berechnet. Diese sogenannte Belastungsgrenze wird um Freibeträge für Kinder oder den Ehe- oder Lebenspartner gemindert. Grundsätzlich beträgt Ihre Grenze dann zwei Prozent Ihrer jährlichen Einnahmen zum Lebensunterhalt. Bei einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung liegt die Grenze bei einem Prozent.

 

Um Ihre individuelle Belastungsgrenze zu berechnen, nutzen Sie am besten gleich online den Zuzahlungsrechner.

 

Ihr Vorteil, wenn Sie "Meine TK" nutzen:
Bei unserem Zuzahlungsrechner im geschützten Bereich "Meine TK" können Sie zusätzlich Ihre Eingaben speichern und um jede neue Zuzahlung ergänzen. Außerdem können Sie dort die Zuzahlungen gleich für Ihre ganze Familie erfassen.

Wie stelle ich den Antrag auf die Befreiung von Zuzahlungen?

Rückerstattung

Sie haben im Kalenderjahr bereits Zuzahlungen geleistet, die zusammengerechnet über Ihrer Belastungsgrenze liegen? Dann erstatten wir Ihnen den Teil, der über Ihre Belastungsgrenze hinausgeht.

 

Für den Antrag rufen Sie bitte unser TK-ServiceTeam unter der Telefonnummer 0800 - 285 85 85 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands) an. Wir senden Ihnen den Antrag gerne per Post zu.

 

Wenn Sie bei "Meine TK" registriert sind, können Sie gleich online die Zuzahlungen für sich und Ihre Angehörigen erfassen. Das erleichtert Ihnen die Zusammenfassung Ihrer Zuzahlungen.

 

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Im Voraus

Alternativ können Sie auch den Betrag in Höhe Ihrer Zuzahlungsgrenze bei uns im Voraus einzahlen. Wir befreien Sie dann sofort von den weiteren Zuzahlungen. Vorteil für Sie: Sie ersparen sich das Sammeln der Belege. Für Ihren Antrag rufen Sie bitte unser TK-Service-Team unter der Telefonnummer 0800 - 285 85 85 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands) an. Wir stellen den Antrag gerne für Sie aus und senden ihn mit der Post zu.

Wie wird die Zuzahlungsgrenze berechnet?

Sie erhalten hier einige Rechenbeispiele, wie eine individuelle Belastungsgrenze berechnet wird:

 

Beispiel 1

TK-Mitglied Michael T. und seine Ehefrau arbeiten beide als Angestellte. Seine Ehefrau und seine beiden familienversicherten Kinder haben folgende Einnahmen und Freibeträge:

Beispiel 1 zur Berechnung der Zuzahlungsgrenze
Bruttoeinnahmen und AbzugsbeträgeEuro

jährliches Arbeitsentgelt (Lohn/Gehalt)

(20.000 Euro Ehemann, 10.000
Euro Ehefrau, 2 Kinder ohne Einnahmen)

30.000,00
abzüglich Freibetrag Ehefrau5.355,00
abzüglich Freibetrag erstes Kind7.356,00
abzüglich Freibetrag zweites Kind 7.356,00
anrechenbare Familieneinnahmen9.933,00
zwei Prozent davon = Zuzahlungsgrenze198,66

Beispiel 2

TK-Mitglied Raimund R. ist alleinstehend und schwerwiegend chronisch krank. Er erhält eine Rente und hat sonst keine Einkünfte. Wegen der chronischen Krankheit liegt seine Zuzahlungsgrenze nicht bei zwei Prozent, sondern nur bei einem Prozent.

Beispiel 2 zur Berechnung der Zuzahlungsgrenze
Bruttoeinnahmen und AbzugsbeträgeEuro
jährliche Altersrente13.000,00
abzüglich Freibetrag Angehörige0,00
anrechenbare Familieneinnahmen13.000,00
ein Prozent davon = Zuzahlungsgrenze130,00

Beispiel 3

TK-Mitglied Sabine M. und ihr familienversicherter Ehemann Ernst leben zusammen mit ihrem schwerwiegend chronisch kranken, ebenfalls familienversicherten Sohn Rafael. Sabine M. ist seit mehreren Jahren arbeitslos. Ihr Mann arbeitet in einem Mini-Job.

Weil Sabine M. das ganze Jahr über Arbeitslosengeld II erhält, werden nicht die tatsächlichen Einnahmen zugrunde gelegt, sondern ein gesetzlich festgelegter Wert von derzeit 4.908 Euro. Freibeträge für die Angehörigen gibt es in diesem Fall nicht. Da der Sohn chronisch krank ist, liegt die Zuzahlungsgrenze für die Familie auch nur bei einem Prozent.

Beispiel 3 zur Berechnung der Zuzahlungsgrenze
Bruttoeinnahmen und AbzugsbeträgeEuro
ganzjährig Arbeitslosengeld II14.400,00
Lohn aus Mini-Job4.800,00
abzüglich Freibetrag Ehemann0,00
abzüglich Freibetrag Kind0,00
anrechenbare Einnahmen4.908,00
ein Prozent davon = Zuzahlungsgrenze49,08

So würde die Zuzahlungsgrenze auch berechnet werden, wenn Sabine M. nicht Arbeitslosengeld II erhalten würde, sondern Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung wegen Alters und Erwerbsminderung oder wenn sie zu Lasten des Sozialhilfeträgers in einem Heim untergebracht wäre.

Was bedeutet "schwerwiegend chronisch krank"?

Erste Voraussetzung: Die Krankheit muss ein volles Jahr lang bestehen und in dieser Zeit von einem Arzt mindestens einmal pro Quartal behandelt worden sein; man spricht dann von einer sogenannten Dauerbehandlung.

 

Zweite Voraussetzung: Es muss mindestens eines der folgenden Merkmale erfüllt sein:

  • Sie müssen kontinuierlich medizinisch versorgt werden, damit sich nach Ansicht Ihres Arztes die Krankheit nicht lebensbedrohlich verschlimmert, die Lebenserwartung vermindert oder die
  • Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt wird.
  • Sie sind pflegebedürftig ab Pflegegrad 3.
  • Sie sind aufgrund der Krankheit mindestens zu 60 Prozent erwerbsgemindert oder behindert.

Erfüllen Sie diese Voraussetzungen, reduziert sich die Zuzahlungsgrenze für alle Angehörigen des Haushalts von zwei auf ein Prozent.

Welche Zuzahlungen können angerechnet werden?

Grundsätzlich können alle gesetzlichen Zuzahlungen der Krankenversicherung angerechnet werden. Das sind Zuzahlungen für:

  • Arznei- und Verbandmittel,

  • Fahrkosten,

  • Haushaltshilfe,

  • Heilmittel, zum Beispiel Krankengymnastik oder Massagen,

  • Hilfsmittel,

  • Häusliche Krankenpflege,

  • Impfungen,

  • Soziotherapie,

  • stationäre Behandlung im Krankenhaus und

  • stationäre Vorsorge- oder Reha-Maßnahmen (wenn die TK der Kostenträger war). 

Wichtiger Hinweis: Die Zuzahlungsbelege müssen immer im Original eingereicht werden und folgende Daten beinhalten:

  • Vor- und Nachname der Person

  • Art der Leistung, zum Beispiel Zuzahlung für Krankengymnastik,

  • Zuzahlungsbetrag

  • Datum der Abgabe

  • Bezeichnung des Anbieters, zum Beispiel Stempel des Krankengymnasten oder der Apotheke

Den Antrag auf Befreiung von den Zuzahlungen können Sie bis zu vier Jahre rückwirkend stellen. Daher sollten Sie alle Quittungen und Belege gut aufbewahren.

Wie weise ich meine "schwerwiegende chronische Erkrankung" nach?

Um die verringerte Zuzahlungsgrenze in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie uns mit einer Bescheinigung Ihres Arztes nachweisen, dass Sie - oder ein gesetzlich versicherter Angehöriger - schwerwiegend chronisch erkrankt sind und sich in Dauerbehandlung befinden. Einen Vordruck erhalten Sie bei Ihrem Arzt.

 

Sind Sie - oder Ihr Angehöriger - seit mehr als einem Jahr pflegebedürftig nach der Pflegestufe 2 oder 3 beziehungsweise ab dem 1. Januar 2017 mit einem Pflegegrad ab 3, benötigen wir keine ärztliche Bescheinigung. Sollte der chronisch Kranke nicht bei der TK versichert sein, benötigen wir eine Kopie des Bescheides der Pflegekasse, bei der er versichert ist.

Ab wann gilt die Befreiung und für wie lange?

Der Antrag gilt immer für ein Kalenderjahr und muss somit jedes Jahr neu beantragt werden. Für eine rechtswirksame Befreiung von den Zuzahlungen brauchen Sie eine schriftliche Zusage von der TK. Diese erhalten Sie, wenn wir Ihren Antrag positiv geprüft haben.

Welche Einnahmen werden berücksichtigt, um Ihre persönliche Zuzahlungsgrenze zu berechnen?

Wir berücksichtigen alle Einnahmen zum Lebensunterhalt, unabhängig davon, wie sie steuerlich behandelt werden.

 

Beispiele: Arbeitsentgelt, Arbeitslosengeld I oder II, Ausbildungsvergütung, Betriebsrenten, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Krankengeld, Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit oder Übergangsgeld

 

Nicht berücksichtigt werden zum Beispiel: BAföG, Kindergeld oder Wohngeld.

Was sind Freibeträge und wie werden sie berücksichtigt?

Die jährlichen Familienbruttoeinnahmen verringern sich für jeden anzurechnenden Angehörigen um einen festgelegten Freibetrag.

Übersicht Freibeträge
JahrEhe- oder Lebenspartnerje Kind
20134.851 Euro7.008 Euro
20144.977 Euro7.008 Euro
20155.103 Euro7.152 Euro
20165.229 Euro7.248 Euro
20175.355 Euro7.356 Euro

Besonderheiten: Wenn die TK Ihre Belastungsgrenze anhand eines - besonders niedrigen - gesetzlich festgelegten Einnahmewertes berechnet, dürfen die Freibeträge nicht abgezogen werden. Das betrifft Sie, wenn Sie das ganze Jahr über Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Arbeitslosengeld II erhalten haben oder wenn ein Sozialhilfeträger Ihre Heimkosten übernimmt.

Welche Angehörigen werden für Ermittlung der Zuzahlungsgrenze berücksichtigt?

Wir berücksichtigen alle Ihre im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen, unabhängig davon, wer von Ihnen den Antrag stellt.

  • Ehegatte: unabhängig von der Krankenversicherung
  • eingetragener Lebenspartner oder Lebenspartnerin nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz: unabhängig von deren Krankenversicherung
  • Kinder bis Ende des Kalenderjahres, in dem sie 18 Jahre alt werden: unabhängig von deren Krankenversicherung
  • Kinder ab dem Kalenderjahr, in dem sie 19 Jahre alt werden: wenn sie familienversichert sind

Kinder von getrennt lebenden oder geschiedenen Ehepartnern werden bei dem Elternteil berücksichtigt, bei dem sie wohnen. Und zwar unabhängig davon, bei wem sie familienversichert sind.

Bei Ihnen ergibt sich eine andere Konstellation? Dann rufen Sie einfach unser TK-ServiceTeam unter 0800 - 285 85 85 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands) an. Wir stehen Ihnen gerne rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung.