Durch die Einführung des neuen  Reisekostenrechts wurde der Begriff der "ersten Tätigkeitsstätte" eingeführt. Für sie gelten folgende Merkmale:

  • Jeder Arbeitnehmer hat maximal eine erste Tätigkeitsstätte.
  • Bei der ersten Tätigkeitsstätte handelt es ich um eine ortsfeste Einrichtung des Arbeitgebers, eines Dritten oder einer Konzerngesellschaft, welcher der Arbeitnehmer dauerhaft oder befristet zugeordnet ist.
  • Maßgebend ist grundsätzlich die arbeitsrechtliche Zuordnung, die die Arbeitsvertragsparteien (Arbeitgeber / Arbeitnehmer) vornehmen.
  • Der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist nur dann maßgeblich, wenn keine arbeitsrechtliche Zuordnung besteht.

Arbeitsrechtliche Zuordnung festlegen

Der Arbeitnehmer muss an dem Ort, zu dem er vom Arbeitgeber zugeordnet wurde, seine eigentliche Arbeitsleistung erbringen. Dabei reicht eine Tätigkeit in "ganz geringem Umfang" aus (Randziffer 6 des BMF-Schreibens vom 30. September 2013, aktualisiert am 24. Oktober 2014). Die Anwesenheit (zum Beispiel einmal im Monat) ist auch dann ausreichend, wenn Hilfs- und Nebentätigkeiten getätigt werden oder eine Krankmeldung abgegeben wird. Voraussetzung ist aber das persönliche Erscheinen des Arbeitnehmers.

Durch die Einführung des neuen Reisekostenrechts bekommt das Steuerrecht eine arbeitsrechtliche Relevanz. Denn das Steuerrecht seit 2014 übergibt grundsätzlich den Arbeitsvertragsparteien das Recht, die Zuordnung vorzunehmen. Allerdings muss diese nachweisbar und eindeutig erfolgen - etwa durch entsprechende Verträge und Unterlagen in der Personalakte. Diese müssen unbedingt in schriftlicher Form vorliegen. Erfolgt eine aktive Zuordnung  auf diese Weise, sind Arbeitgeber berechtigt, die Auslagen für regelmäßigen Heimfahrten nach Reisekostengrundsätzen zu honorieren. Diese Zuordnung ist jederzeit änderbar.

BMF-Rundschreiben

  • Detaillierte Erklärungen und zahlreiche Anwendungsbeispiele zum steuerlichen Reisekostenrecht gibt das Rundschreiben des Bundesfinanzministeriums vom 24. Oktober 2014.
  • Die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten enthält das Rundschreiben vom 9. Dezember 2015.

Reisekosten - Häufige Fragen und Antworten