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Ein Employer of Record übernimmt formal die Rolle als Arbeitgeber im Ausland. Ihr Unternehmen steuert weiterhin die Zusammenarbeit inhaltlich - von der Auswahl der Person bis zu den Aufgaben im Alltag. Das kann Zeit, Kosten und Nerven sparen. Gleichzeitig entstehen neue Risiken, die Sie kennen und aktiv steuern sollten.

Welche Chancen bietet ein Employer of Record?

Ein EOR-Modell kann für Unternehmen attraktiv sein, wenn diese

  • schnell in neue Märkte einsteigen möchten
  • erste Mitarbeitende vor Ort testen wollen, bevor eine eigene Niederlassung aufgebaut wird
  • lokale rechtliche Hürden reduzieren wollen, etwa bei Melde-, Steuer- und Sozialversicherungspflichten
  • flexibler auf Fachkräftemangel reagieren möchten, indem sie Talente unabhängig vom Standort gewinnen

Gerade für Personal- und Unternehmensverantwortliche, die international wachsen möchten, kann ein EOR ein wirksames Instrument sein - wenn Rollen, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen klar geregelt sind.

Wo liegen die Fallstricke?

Trotz der Vorteile bleiben Sie als auftraggebendes Unternehmen in der Verantwortung. Typische Herausforderungen sind zum Beispiel:

  • Unklare Verantwortlichkeiten: Wer ist wofür zuständig - etwa bei Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Onboarding, Weisungsrecht, Entgeltfortzahlung, Sozialversicherung?
  • Scheinselbstständigkeit oder verdeckte Arbeitnehmerüberlassung: Wenn die tatsächlichen Arbeitsverhältnisse nicht zur vertraglichen Konstruktion passen, drohen rechtliche und finanzielle Risiken.
  • Sozialversicherungsrechtliche Fragen: Je nach Konstellation - Entsendung , lokaler Vertrag, Remote-Arbeit aus dem Ausland - gelten andere Regeln zu Beiträgen und Zuständigkeiten der Sozialversicherung.
  • Steuerliche Risiken: Unter Umständen kann eine " Betriebsstätte " im Ausland entstehen - mit weitreichenden steuerlichen Folgen.

Damit aus der vermeintlichen Abkürzung kein Risiko wird, ist eine sorgfältige Prüfung vorab entscheidend.

Was sollten verantwortliche Führungskräfte und HR-Verantwortliche beachten?

Wenn Sie ein EOR-Modell in Betracht ziehen, lohnt sich ein strukturierter Check:

  1. Ziele klären: Warum soll ein EOR eingesetzt werden? Markttest, dauerhafte Präsenz, Einzelperson oder Teamaufbau?
  2. Rechtslage prüfen: Gemeinsam mit Expert:innen für Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht klären, welche Vorgaben im konkreten Zielland gelten.
  3. Rollen und Prozesse sauber definieren
    • Wer führt die Mitarbeitenden fachlich?
    • Wer kümmert sich um Themen wie Gesundheit, Arbeitsschutz und Prävention?
    • Wie läuft die Kommunikation zwischen Ihrem Unternehmen, dem EOR und den Mitarbeitenden?
  4. Transparente Verträge gestalten: Klare, verständliche Regelungen zu Weisungsrecht, Haftung, Datenschutz und Sozialversicherung schaffen Sicherheit für alle Beteiligten.
  5. Gesundheit und Sicherheit mitdenken: Auch bei EOR-Lösungen bleibt die Verantwortung für gesunde Arbeitsbedingungen ein zentrales Thema - von ergonomischer Ausstattung bis hin zu psychischer Gesundheit und Prävention.