Erstmal das Grundsätzliche

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird auch Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung genannt. Beschäftigte sind von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit ("krankenversicherungsfrei"), wenn ihr regelmäßiges Jahresgehalt die aktuelle Entgeltgrenze übersteigt. Der Betrag der Jahresarbeitsentgeltgrenze wird jährlich neu festgelegt.

Um festzustellen, ob ihre Beschäftigten versicherungspflichtig oder -frei sind, müssen Arbeitgeber jährlich prüfen, ob das regelmäßige Arbeitsentgelt die JAEG überschreitet. Dabei handelt es sich um eine Prognose. Sie muss möglichst realistisch abbilden, welche Einnahmen im Folgejahr zu erwarten sind

Was ist die besondere JAEG?

Seit 2003 gibt es zwei Grenzwerte: die allgemeine und die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze gilt nur für bestimmte Fälle. Und zwar für Beschäftigte, die am 31. Dezember 2002 die JAEG des Jahres 2002 überschritten hatten und bei einer privaten Krankenversicherung oder in einer substitutiven Krankenversicherung versichert waren. Es handelte sich dabei um eine Bestandsschutzregelung für diese speziellen Fälle. 2024 liegt die besondere JAEG bei 62.100 Euro (2023: 59.850 Euro).

Für wen gilt die allgemeine JAEG und wie hoch ist sie?

Die allgemeine JAEG gilt für alle anderen Beschäftigten. 2024 beträgt sie 69.300 Euro (2023: 66.600 Euro).

Wie wirkt sich die JAEG auf eine Beschäftigung aus?

Wichtig ist, ob das Gehalt der beschäftigten Person von Anfang an über der JAEG liegt (z.B. gleich bei der Neueinstellung) oder ob sie im Laufe der Beschäftigung z.B. durch eine Gehaltserhöhung über die JAEG kommt.

Wenn das Gehalt von Beschäftigungsbeginn an regelmäßig über der JAEG liegt, ist die Person auch von Anfang an krankenversicherungsfrei.

Wenn sie erst im Laufe ihrer Beschäftigung (z.B. mitten im Kalenderjahr) oberhalb der JAEG verdient, gelten zwei Bedingungen:

  • Die Krankenversicherungspflicht endet nicht sofort, sondern mit Ablauf des Jahres, in dem die JAEG überschritten wird.
  • Dann muss das Gehalt auch die JAEG des Folgejahres überschreiten.

Was zählt zum Jahresarbeitsentgelt dazu und was nicht?

Regelmäßige Zahlungen

Zum Jahresgehalt gehört alles dazu, was regelmäßig gezahlt wird. Also das laufende Arbeitsentgelt und einmalige Einnahmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens einmal jährlich gewährt werden. Dazu können auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld gehören, wenn es einen Rechtsanspruch auf die Zahlung gibt oder wenn sie aus betrieblicher Übung gezahlt werden.

Kein Arbeitsentgelt

Nicht zum Jahresentgelt gehören die Einnahmen, die kein Arbeitsentgelt im Sinne des § 14 SGB IV oder der Sozialversicherungsentgeltverordnung sind.

Auch Entgeltbestandteile, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden, gehören nicht dazu.

Überstunden

Unregelmäßige Bezüge wie zum Beispiel Überstundenvergütungen, die nicht mit hinreichender Sicherheit erwartet werden können, zählen nicht zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt. Werden sie allerdings pauschal abgegolten (also auch gezahlt, wenn keine Überstunden anfallen), gehören sie zum regelmäßigen Jahresentgelt.

Variable Entgeltbestandteile

Variable Entgeltbestandteile werden häufig individuell leistungsbezogen oder abhängig vom Unternehmenserfolg gezahlt. Dann zählen sie auch nicht zum regelmäßigen Entgelt. Wenn es allerdings einen Anspruch auf einen Mindestbetrag oder garantierten Anteil gibt, zählen sie dazu. Mehr zu variablen Entgeltbestandteilen erklären wir in unserem Artikel.

Praxishilfe: Berechnung, Entscheidung, spezielle Fälle und Rechenbeispiele

Bei TK-Lex finden Sie neben der Rechtsgrundlage auch umfassende Informationen zur Berechnung des Jahresarbeitsentgelts :

  • Wie geht man bei schwankenden Gehältern vor?
  • Was ist bei mehreren Jobs?
  • Wann läuft die Versicherungspflicht ab? 
  • Wann tritt (wieder) Versicherungspflicht ein?
  • Was müssen Arbeitgeber melden?

JAE-Rechner für Ihre Arbeitspraxis

Mit dem Jahresarbeitsentgeltrechner können Sie das regelmäßige Einkommen Ihrer Beschäftigten ganz leicht berechnen.