Bisherige Grundsätze konkretisiert

Zur Vereinheitlichung der GKV-Spitzenverband am 21. März 2018 die bisherigen Grundsätze daher konkretisiert. 

Danach gehören variable Arbeitsentgeltbestandteile nicht zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt, wenn 

  • sie individuell-leistungsbezogen oder unternehmenserfolgsbezogen sind und
  • in Form von einmalig gezahltem Arbeitsentgelt gewährt werden. 

Begründet wird dies damit, dass die Gewährung im Vorfeld ungewiss ist: Es handelt sich um unregelmäßige Arbeitsentgeltbestandteile, die weder prognostiziert noch im Rahmen einer Durchschnittsbetrachtung geschätzt werden können. 

Variable Arbeitsentgeltbestandteile müssen hingegen dem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt zugeordnet werden, wenn sie

•    individuell-leistungsbezogen gewährt werden, 
•    üblicherweise Bestandteil des monatlichen Arbeitsentgelts sind und 
•    dieses laufende Arbeitsentgelt deutlich mitprägen. 

In der folgenden Tabelle haben wir einige Beispiele zusammengestellt, die Ihnen die Zuordnung leichter machen.

Beispiele: Welche Arbeitsentgeltbestandteile sind Teil des Jahresarbeitsentgelts (JAE)? 
 Anrechnung auf regelmäßiges JAEKeine Anrechnung auf regelmäßiges JAE
Bereitschaftsdienstvergütung, die regelmäßig in gleicher Höhe gezahlt wird (pauschal) x 
Bereitschaftsdienstvergütung (nicht pauschal)  x
Erschwerniszuschläge regelmäßig, schwankend  x
Fahrgeldpauschalen x 
Fahrtkostenersatz für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte  x
Jahresprämiex 
Jubiläumsgeschenke x
Kinderzulagen x
Kfz-Überlassung x 
Prämien für Verbesserungsvorschläge (betrieblich)  x
Provisionen (individuell leistungsbezogen, bezogen auf Unternehmenserfolg) x
Provisionen (individuell leistungsbezogen), die monatliches Arbeitsentgelt mitprägen x 
Überstunden (pauschal) x 
Überstunden (unregelmäßig oder schwankend)  x
Urlaubsabgeltung  x
VL x 

Krankenversicherungsfrei bei Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze

Arbeitnehmer sind krankenversicherungsfrei , wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAE) übersteigt (§ 6 Absatz 1 Nummer 1 SGB V). 

Zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt gehören alle Einnahmen, die Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung darstellen, sofern sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einmal jährlich gezahlt werden. 

Arbeitsentgelte beziehungsweise Entgeltbestandteile, bei denen ungewiss ist, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe sie gewährt werden, müssen dem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt nicht zugerechnet werden.