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Laut der Trendstudie b4p trends haben es immerhin zwei Drittel der deutschen Mobile-Nutzer schon mal mit Digital Detox versucht. Dabei verzichten 40 Prozent der Befragten regelmäßig für einige Stunden pro Tag auf die Nutzung von Smartphones, Tablets und Konsorten - hauptsächlich um zu entstressen. Aus neuropsychologischer Sicht eine kluge Entscheidung.

Das Gehirn braucht Ruhepausen

Der Neurowissenschaftler Volker Busch hält Medienkonsum per se zwar nicht für schädlich. Allerdings braucht das Gehirn Ruhezeiten, um all die Informationen und Eindrücke zu verarbeiten, Gelerntes zu konsolidieren, neue Verknüpfungen zu bilden und Unnützes zu löschen. Und hier beginnt das Problem: Wenn ständig das Smartphone dazwischen funkt und uns mit neuen Reizen überflutet, fehlt dem Gehirn die Möglichkeit zur Regeneration. Es steht unter Daueranspannung - und wir fühlen uns gestresst.

"Es gibt viele Menschen, die Offline-Phasen innerlich nicht mehr aushalten und dann wie bei einem Entzug auf das Handy zugreifen", sagt Busch. "Daran erkennen Sie, dass bestimmte Dosisgrenzen überschritten sind."

Viele halten die Offline-Phasen innerlich nicht mehr aus und greifen dann wie bei einem Entzug zum Handy. Neurowissenschaftler Volker Busch

Die Konzentrationsfähigkeit sinkt dauerhaft

Besonders problematisch wird es, wenn mehrere Medien gleichzeitig genutzt werden, also etwa während eines Films gechattet und Nachrichten gelesen werden. Durch das ständige Hin- und Herspringen kommt es dem Neurowissenschaftler zufolge zu einem Verlust der Arbeits- und Genusstiefe. Die ist essentiell, um eine Arbeit richtig gut zu machen, aber auch um kreativ und entspannt zu sein. Fehlt diese Tiefe und werden Reize nur noch oberflächlich verarbeitet, sinken Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit dauerhaft.

Mehr Zeit und innere Ruhe

Umso wichtiger ist es, regelmäßig offline zu gehen. Menschen, denen das gelingt, berichten von mehr Zeit für sich selbst und die Familie, neuen Sinneseindrücken, mehr innerer Ruhe und größerer Zufriedenheit.

Umsonst ist der Gewinn allerdings nicht. Das Abschalten kostet erst einmal ganz schön viel Überwindung. Trotzdem gewinnt Digital Detox gerade immer mehr Anhänger.