Zu den Beschwerden durch Krampfadern gehören schwere, müde und schmerzende Beine, Jucken sowie nächtliche Krämpfe. Große Krampfadern sind zudem oft unansehnlich, und sie können gelegentlich zu Komplikationen führen. Da Krampfadern weit verbreitet sind, zählt ihre operative Entfernung zu den häufigsten Eingriffen.

Die beiden verbreitetsten Methoden, Krampfadern zu entfernen, sind das Venenstripping und die Phlebektomie. Häufig werden operative Verfahren kombiniert, zum Beispiel die Venen bis zum Knie durch ein Stripping entfernt und die unterhalb des Knies durch eine Phlebektomie.

Was man von einer Operation erwarten kann

Eine Wissenschaftlergruppe des englischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hat Studien zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Krampfadern ausgewertet.

Nur eine Studie mit gut 200 Teilnehmenden hat verglichen, wie Venenstripping und Phlebektomie im Vergleich zu einer Behandlung ohne Operation oder Verödung (konservative Behandlung) abschneiden. Diese umfasste eine Beratung zum Umgang mit Beschwerden - zum Beispiel die Empfehlung, regelmäßig die Beine hochzulegen und sich ausreichend zu bewegen -, Tipps zur Gewichtsabnahme und das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Ein Jahr nach der Behandlung zeigten sich folgende Ergebnisse:

  • 80 von 100 Teilnehmenden, die operiert wurden, hatten keine oder weniger Schmerzen als vor dem Eingriff.
  • 26 von 100 Teilnehmenden, die konservativ behandelt wurden, hatten keine oder weniger Schmerzen als vor der Behandlung.

Auch andere Beschwerden wie Jucken, Schwellungen und Schweregefühl besserten sich wesentlich häufiger bei den operierten Personen. Mit dem kosmetischen Erscheinungsbild waren die meisten nach der Operation ebenfalls zufrieden.

Nebenwirkungen und erneute Krampfadern

Bei 15 von 100 Operierten traten kleinere Komplikationen auf, insbesondere Wundinfektionen, Schmerzen und Blutungen. Ernsthafte Komplikationen waren sehr selten.

Allerdings können sich nach einer Operation erneut Krampfadern bilden. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn eine Vene nicht komplett entfernt wurde. In Studien, die die Teilnehmenden bis zu zehn Jahre beobachteten, kehrten die Krampfadern nach zwei Jahren bei 30 von 100 operierten Menschen zurück. Nach zehn Jahren hatten bereits 70 von 100 Personen wieder Krampfadern. Wenn nach einer Operation kleine, oberflächliche Krampfadern wiederkehren, können sie verödet werden. Dies nennt man Sklerotherapie.