Körperliche Veränderungen bei Mädchen

Bei den Mädchen macht sich häufig die Entwicklung der Brust als erstes Zeichen der Pubertät im Alter von neun bis zwölf Jahren bemerkbar. Auch die Gebärmutter fängt in dieser Zeit an, zu wachsen. Etwas später entwickelt sich dann die Schambehaarung, außerdem wachsen die Schamlippen und die Klitoris.

Die meisten Mädchen bekommen etwa ein Jahr nach dem Einsetzen der ersten Pubertätszeichen einen Wachstumsschub.

 

Als eine der letzten Veränderungen während der Pubertät findet die erste Regelblutung im Alter von elf bis vierzehn Jahren statt. Für das Mädchen ist die erste Menstruation ein tiefer Einschnitt in der körperlichen Entwicklung.

 

Die Blutungen treten meist noch unregelmäßig und ohne vorhergehenden Eisprung ein. Nach einiger Zeit setzt dann die Fortpflanzungsfähigkeit und Geschlechtsreife ein. Vom Zeitpunkt der ersten Blutung bis zur letzten Periode, der Menopause, menstruiert eine gesunde Frau ungefähr 500 Mal.

 

Die normale Menstruation

Die Menstruation ist das Ergebnis eines komplizierten Zusammenspiels der weiblichen Geschlechtshormone. Monat für Monat bereitet sich der weibliche Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor: Das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH) regen die Produktion von Eizellen in den Eierstöcken an.

 

Etwa in der Mitte des Zyklus kommt es zum Eisprung. Die reife Eizelle löst sich vom Eierstock und wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter. Etwa gleichzeitig schüttet die Hirnanhangdrüse Progesteron aus. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut für die Aufnahme des Eis vorbereitet ist. Wird das Ei auf seinem Weg durch den Eileiter befruchtet, nistet es sich in dieser Schleimhaut ein: Die Frau ist schwanger. Kommt es zu keiner Befruchtung, sinkt der Progesteronspiegel im Blut. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgebaut und mit der Regelblutung ausgeschieden.

 

Der erste Tag der Blutung ist auch der erste Tag des Monatszyklus, der wiederum bis zum letzten Tag vor der nächsten Menstruation dauert. Im Durchschnitt sind das 28 Tage. Normal sind Zykluslängen zwischen 25 und 35 Tagen.

 

Die Monatsblutung selbst dauert im Schnitt drei bis sechs Tage. In dieser Zeit verliert die Frau bis zu 150 Milliliter Blut - das entspricht etwa dem Inhalt einer Kaffeetasse. Bei einer normalen monatlichen Blutung besteht kein Grund, dass die Frau sich in irgendeiner Weise einschränken müsste. Auch für Sex muss die Periode kein Hindernis sein. Allerdings sollten Paare, die sich nicht so gut kennen, wegen der erhöhten Infektionsgefahr Kondome benutzen.

 

PMS und andere Unerfreulichkeiten

Für viele Mädchen und Frauen werden die Tage vor den Tagen zur Qual. Auch während der Menstruationsblutung selbst können Beschwerden auftreten.

 

Etwa eine Woche bis zehn Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung kann das prämenstruelle Syndrom (PMS) auftreten. Schmerzhaftes Anschwellen der Brüste, Kopf- und Rückenschmerzen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder Heißhungerattacken zählen zu den Symptomen. Meist verschwinden sie mit den ersten Tagen der Menstruation wieder.

 

Viele Mädchen und Frauen klagen während der Periode zudem über krampfartige Bauchschmerzen und Übelkeit.

 

Mädchen und Frauen mit einer außergewöhnlich langen, starken oder schmerzhaften Menstruation sollten unbedingt ärztlichen Rat einholen, denn dahinter kann sich auch eine Erkrankung verbergen, zum Beispiel die Endometriose.

 

Bei einer Endometriose findet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter - etwa an den Eierstöcken oder am Bauchfell. Dieses Gewebe nimmt am Hormonzyklus teil, blutet also genau wie die Gebärmutterschleimhaut einmal im Monat. Sitzt es an den Eierstöcken, kann es zu Unfruchtbarkeit führen. Außergewöhnliche Regelblutungen können auch die Folge von Myomen sein. Das sind Knoten im Muskelgewebe der Gebärmutter, die in der Regel gutartig sind. Trotzdem kann eine Ausschabung notwendig sein.

 

Bei sehr starken Blutungen kann eine Eisenmangelanämie entstehen. Der Körper hat dann zu wenig roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) und rote Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport gebraucht werden. Für die Bildung des Hämoglobins benötigt der Körper Eisen. Zur Behandlung der Eisenmangelanämie kann deshalb zusätzliches Eisen in Tablettenform gegeben werden. Hormonpräparate wiederum können helfen, besonders starke Regelblutungen zu regulieren.

 

Verfrühte oder verzögerte Pubertät

Bei Mädchen spricht man von verfrühter Pubertät, wenn erste Zeichen der Pubertät wie Entwicklung der Brüste und Schamhaare, beschleunigtes Längenwachstum und Schweißgeruch vor dem achten Lebensjahr auftreten oder die erste Regelblutung von dem neunten Lebensjahr einsetzt.

 

In knapp 50 Prozent der Fälle gibt es dafür keine Erklärung. Experten schätzen, dass Genvarianten, frühere Veränderungen im Gehirn, ausgelöst durch Unfälle, Verletzungen oder Tumore, dafür verantwortlich sein könnten.

 

Von verzögerter Pubertät wird gesprochen, wenn sich bei Mädchen im Alter jenseits von 13,5 Jahren keinerlei Veränderungen feststellen lassen oder wenn eine begonnene Pubertätsentwicklung länger als 18 Monate stillsteht. Dann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Eine Therapiemaßnahme wäre zum Beispiel die Gabe von Hormonen.