Insolvenzgeldumlage sinkt 2018

Ab 2018 soll die Insolvenzgeldumlage (U3) auf 0,06 Prozent gesenkt werden. Das sieht die Insolvenzgeldumlagesatzverordnung 2018 vor.

 

Zum 1. Januar 2017 wurde die Insolvenzgeldumlage auf 0,09 Prozent gesenkt, nun wird sie für 2018 erneut reduziert: von 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelts. Grund sind die günstigen Rücklagen.

 

Wofür ist die Insolvenzgeldumlage da?

Jeder Arbeitgeber muss die Umlage für jeden Arbeitnehmer zahlen - Ausnahmen gibt es nur wenige. Mit der Umlage sollen vorrangig ausgefallene Entgeltansprüche der Arbeitnehmer im Falle der Insolvenz ihres Arbeitgebers finanziert werden. Auch die Einzugsstellen der Sozialversicherung erhalten Zahlungen aus dem Umlagetopf, wenn der insolvente Arbeitgeber seinen Beitragsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

 

Entgeltansprüche von im Inland beschäftigten Arbeitnehmern sind ebenfalls abgedeckt: Sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Einzugsstellen sind Ansprüche für die Zeit der vorausgegangenen drei Monate vor dem Insolvenzereignis ansetzbar.

Wie wird die Insolvenzgeldumlage berechnet?

Die Insolvenzgeldumlage wird nach dem laufenden und einmaligen Arbeitsentgelt bemessen. Also von dem Entgelt, von dem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen wären.

 

Sie ist für jeden im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer und Auszubildenden aufzubringen. Und zwar unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer rentenversicherungspflichtig, rentenversicherungsfrei oder von der Rentenversicherungspflicht befreit ist. Sie ist also zum Beispiel auch für 450-Euro-Minijobber und kurzfristige Minijobber zu zahlen.

Welche Arbeitgeber sind von der Umlage befreit?

Grundsätzlich sind alle Arbeitgeber, die Arbeitnehmer im Inland beschäftigen, zur Zahlung der Insolvenzgeldumlage verpflichtet. Die Größe, Branche oder Ertragslage des Unternehmens sind dafür irrelevant. Es gibt auch keine Bagatellgrenze.

 

Dennoch sind bestimmte Arbeitgeber von der Zahlung befreit:

  • Bund, Länder und Gemeinden
  • Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist
  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts, wenn die Zahlungsfähigkeit kraft Gesetzes durch Bund, Länder oder Gemeinden gesichert ist
  • Als Körperschaften des öffentlichen Rechts organisierte Religionsgemeinschaften und ihre die gleiche Rechtstellung genießenden Untergliederungen
  • Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
  • Botschaften und Konsulate ausländischer Staaten in der Bundesrepublik Deutschland
  • Wohnungseigentümergemeinschaften, für die ein Insolvenzverfahren nach § 11 Abs. 2 des Gesetzes über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht (WoEigG) ausgeschlossen ist
  • Privathaushalte

 

Die Umlagesätze

Übersicht Insolvenzgeldumlage seit 2012
vombisProzent
1.1.20180,06
1.1.201731.12.20170,09
1.1.201631.12.20160,12
1.1.201331.12.20150,15
1.1.201231.12.20120,04

 

Mehr zum Thema

Die Verordnung zur Festsetzung des Umlagesatzes für das Insolvenzgeld für das Kalenderjahr 2018 - die "InsoGeldFestV 2018" - finden Sie auf der Internetseite des Bundesrats.

 

 

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