Die FSME ist eine grippeähnliche Virusinfektion, die manchmal zu einer Hirnhautentzündung führen kann. FSME-Infektionen sind sehr selten. In ganz Deutschland wurden im Jahr 2021 insgesamt 390 FSME-Erkrankungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Die Mehrzahl der FSME-Erkrankungen findet in den Monaten Mai bis Oktober statt. Meist heilt eine FSME innerhalb einer Woche ohne weitere Folgen aus. Die Beschwerden können aber auch über Monate andauern. Ein schwerer Verlauf ist bei Erwachsenen wesentlich häufiger als bei Kindern. Bei den meisten Kindern verläuft die Infektion mild; sie tragen kaum Langzeitschäden davon.

Woran erkennt man eine FSME?

Eine FSME-Infektion kann, muss aber nicht zu Beschwerden führen. Bei Kindern bleibt eine Infektion mit dem FSME-Virus häufig unbemerkt oder die Beschwerden sind nur leicht und vorübergehend. Die Symptome einer leichten FSME-Infektion ähneln denen einer Grippe wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl.

Eine FSME-Erkrankung wird festgestellt, indem das Blut oder das Gehirnwasser (Liquor) auf die Erreger hin untersucht wird. Da es sich um Viren handelt, wirken Antibiotika nicht. Antivirale Mittel stehen nicht zur Verfügung, deshalb gibt es bisher keine direkt gegen das FSME-Virus gerichtete Therapie. Bei einer Erkrankung können aber die Symptome behandelt werden.

Woran erkennt man einen schweren Erkrankungsverlauf?

Bei manchen Erkrankten kommt es wenige Tage nach dem Abklingen der ersten grippeähnlichen Beschwerden und einer vorübergehenden Besserung erneut zu Fieber, starker Müdigkeit und Kopfschmerzen. Zusätzlich treten Bewusstseins- und Koordinationsstörungen oder Lähmungen auf. Diese Beschwerden entstehen durch eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute. Die Lähmungen sind meist vorübergehend, können selten aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Sie machen sich im Gesicht, an den Armen oder an den Beinen bemerkbar. Auch Schluck-, Seh- und Sprachstörungen sind möglich.

Sehr selten ist eine zusätzliche Entzündung des Rückenmarks (Myelitis), die sich durch Muskelschwäche, Lähmungen und Gefühlsstörungen bemerkbar macht. Sie kommt bei älteren Menschen häufiger vor als bei jüngeren. Wenn eine FSME auftritt, verläuft sie bei etwa der Hälfte der Erkrankten schwer.

Todesfälle durch eine FSME sind extrem selten. Weniger als eine von 100 Personen verstirbt an einer schweren FSME.

Wo kommt FSME vor?

Bestimmte Regionen werden als FSME-Risikogebiete bezeichnet. Das sind Landkreise, in denen es häufiger als anderswo zu FSME-Erkrankungen kommt. Ein Landkreis gilt dann als Risikogebiet, wenn es im Kreis selbst oder zusammen mit allen angrenzenden Kreisen in einem Zeitraum von fünf Jahren bei mindestens einem von 100.000 Einwohnern zu einer FSME-Erkrankung gekommen ist. Die Zahlen zeigen: Auch in Risikogebieten ist die Wahrscheinlichkeit, an FSME zu erkranken, sehr gering. Nur etwa 0,1 bis 5 % der dortigen Zecken tragen den FSME-Virus.

In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Einzelne Risikogebiete befinden sich außerdem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen.

2022 sind sechs neue Risikogebiete hinzugekommen, von denen vier an bekannte Risikogebiete grenzen. Erstmalig werden in Brandenburg drei Kreise Risikogebiet, nämlich die Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und SpreeNeiße. In Nordrhein-Westfalen wird der Stadtkreis Solingen Risikogebiet und in Sachsen kommen der Stadtkreis Chemnitz sowie der Landkreis Görlitz hinzu. Somit sind aktuell 175 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert.

Auch in Bundesländern ohne FSME-Risikogebiete wurden vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet, sodass besonders während der Zeckensaison bei entsprechenden Symptomen überall in Deutschland auch an FSME gedacht werden sollte.

Eine Karte der FSME-Risikogebiete findet sich auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI). Weitere Informationen zum Thema gibt es auch im Epidemiologischen Bulletin des RKI.

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Vorsicht (Super-) Zecken

Die hierzulande bekannten Zecken können Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borrelliose übertragen.

FSME-Gebiete im Ausland

Risikogebiete im europäischen Ausland befinden sich in Albanien, Bosnien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn und Weißrussland. In weiteren Ländern treten vereinzelt FSME-Erkrankungen auf.

Für wen ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Menschen, die sich in einem FSME-Risikogebiet aufhalten und viel in der Natur unterwegs sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), sich impfen zu lassen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Zeckenimpfung , wenn man in einem Risikogebiet lebt. Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die FSME-Impfung aus medizinischen Gründen für notwendig hält, übernimmt die Techniker die Kosten in Deutschland auch außerhalb von FSME-Risikogebieten als sogenannte Mehrleistung . Dies gilt auch für Personen, die Zecken in FSME-Risikogebieten außerhalb Deutschlands ausgesetzt sind, etwa im Zusammenhang mit einer privaten Auslandsreise.

Die Impfung wird für bestimmte Berufsgruppen zudem vom Arbeitgeber bezahlt, etwa in der Land- und Forstwirtschaft.

Eine Impfung kann nur vor dem FSME-Erreger schützen und nicht vor der wesentlich häufigeren durch Zeckenstich übertragenen Borreliose. Studien zeigen, dass die meisten Geimpften durch die Impfung Antikörper gegen das FSME-Virus bilden. Diese verhindern, dass sich FSME-Viren im Körper ausbreiten können.

Wie läuft die Impfung ab?

Die Impfung besteht aus drei Impfstoff-Spritzen: Die ersten beiden erhält man im Abstand von etwa 1 bis 3 Monaten, die dritte dann 5 bis 12 Monate später. Eine erste Auffrischungsimpfung wird nach 3 Jahren empfohlen, danach sollte alle 5 Jahre geimpft werden. Bereits nach der zweiten Impfung hat ein Großteil der Geimpften einen vorübergehenden Impfschutz. Auch Kinder können gegen FSME geimpft werden. Bei ihnen ist das Risiko für einen schweren Verlauf aber ohnehin deutlich geringer als bei Erwachsenen.

Wird ein besonders schneller Schutz benötigt, zum Beispiel bei kurzfristig geplanten Reisen in FSME-Risikogebiete, kann eine Impfung nach dem sogenannten Schnellschema erfolgen. Hierbei hängt das Impfschema vom verwendeten Impfstoff ab. Bitte fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach dem am besten für Sie geeigneten Impfschema.

Durch die Impfung treten öfter vorübergehende Nebenwirkungen wie Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen, Kribbeln oder Übelkeit auf. Sehr selten kann eine FSME-Impfung auch schwere Folgen wie Nervenschäden haben.