Eine Magen-Darm-Infektion ist meist hochansteckend. Daher erkrankt fast jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben an einem sogenannten Brechdurchfall. Je nachdem, um welchen Erreger es sich dabei handelt, fühlen sich Betroffene bereits nach wenigen Tagen oder erst nach ein bis zwei Wochen deutlich besser. Meistens erfordert die Infektion keine ärztliche Behandlung. Doch es gibt Ausnahmen.

Symptome: Erbrechen und Durchfall 

Das Ausmaß der Beschwerden ist je nach Erregertyp und Zustand der Körperabwehr unterschiedlich. Beschwerden können sein:

  • Übelkeit 
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen 
  • wässriger oder schleimiger Durchfall 
  • starke Blähungen 
  • Abgeschlagenheit
  • Schwindel oder ein ausgeprägtes Schwächegefühl

In der Regel klingen die Beschwerden nach einigen Tagen wieder vollständig ab. Suchen Sie jedoch Ihren Hausarzt auf, wenn folgende Symptome hinzukommen:

  • Der Brechdurchfall hält länger als drei Tage an.
  • Sie haben Fieber.
  • Sie leiden unter Kreislaufproblemen.
  • Sie bemerken Blut im Stuhl.
  • Es besteht der Verdacht auf eine Vergiftung.
  • Sie können keine Flüssigkeit aufnehmen oder behalten.

Ihr Hausarzt kann Sie bei anhaltenden Beschwerden zu einem Gastroenterologen, einem Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen, überweisen. 

Austrocknung: die Gefahr für Senioren und Kinder

Der Körper kann bei einer Magen-Darm-Grippe schnell viel Flüssigkeit verlieren und dehydrieren. Der Hautfaltentest ist eine gute Möglichkeit, um selbst festzustellen, ob Ihr Körper genügend Flüssigkeit hat. Ziehen Sie mit zwei Fingern eine Hautfalte an Ihrem Handrücken nach oben und lassen Sie wieder los. Bleibt die Hautfalte stehen oder geht sie sehr langsam wieder zurück, kann dies auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten.

Gerade bei Senioren, Menschen mit geschwächter Immunabwehr und Kindern ist die Gefahr, dass der Körper austrocknet, hoch. Um dem Risiko einer Austrocknung vorzubeugen, trinken Sie rund zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag. Tritt, gerade bei Kleinkindern, gleichzeitiges Erbrechen und Durchfall für mehrere Stunden auf, gehen Sie umgehend zu Ihrem Hausarzt. Er kann sie notfalls ins Krankenhaus überweisen.

Diagnose: Anamnese und Stuhlprobe

Ihr Hausarzt befragt Sie zunächst über Ihre Symptome und darüber, was Sie in letzter Zeit gegessen haben. Er erkundigt sich auch, ob Sie kürzlich verreist sind oder in den letzten drei Monaten Antibiotika eingenommen haben. Besonders achtet er auf die Flüssigkeitsmenge in Ihrem Körper. Vor allem bei Säuglingen und Kindern ist es wichtig, frühzeitig einen möglichen Flüssigkeitsmangel zu entdecken. In der Regel kann Ihr Arzt schon anhand der Befragung und der körperlichen Untersuchung die Diagnose stellen. In einigen Fällen wird er eine Stuhlprobe veranlassen, die im Labor auf typische Erreger untersucht wird.

Therapie: viel trinken und fettarme Schonkost 

Leiden Sie an Brechdurchfall, verlieren Sie viel Wasser und Mineralien. Trinken Sie daher mindestens zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. Von beliebten Hausmitteln wie Salzstangen und Cola-Getränken raten Experten übrigens ab. Denn der hohe Zuckergehalt und das Koffein in der Cola können die Durchfallbeschwerden verstärken. Salzstangen enthalten zwar Natrium - den leeren Kaliumspeicher können sie aber nicht auffüllen.

Um den Mineralstoffhaushalt aufzufüllen, empfehlen Experten sogenannte orale Rehydratationslösungen (ORL) aus der Apotheke. Sie enthalten Zucker und Mineralien in optimaler Zusammensetzung. Haben Sie bereits sehr viel Flüssigkeit verloren oder können keine bei sich behalten, kann Ihr Arzt Ihnen die nötigen Mineralien über eine Infusion direkt in die Vene verabreichen. Das geschieht in der Regel im Krankenhaus. 

Ein bis zwei Fastentage gönnen Ihrem gestressten Magen-Darm-Trakt eine Pause und helfen bei der Regeneration. Verspüren Sie wieder Hunger, nehmen Sie zunächst fettarme Schonkost wie Zwieback, Reis, zerdrückte Bananen oder leicht gesalzene Kartoffeln in kleinen Portionen zu sich. Bei starken Beschwerden kann Ihr Arzt Ihnen verschiedene Medikamente empfehlen beziehungsweise verordnen:

  • Leiden Sie unter starkem Brechreiz, kann Ihr Hausarzt Ihnen sogenannte Antiemetika als Zäpfchen verschreiben. Diese können Übelkeit und Brechreiz unterdrücken. 
  • Bei bestimmten bakteriellen Erregern, zum Beispiel Salmonellen oder Amöben, kann Ihr Arzt Ihnen Antibiotika verschreiben. Da die Medikamente jedoch nicht nur die für die Erkrankung verantwortlichen Keime, sondern nahezu alle Darmbakterien abtöten, entscheidet Ihr Arzt individuell über ihren Nutzen. 
  • Bauchkrämpfe können mit krampflösenden Mitteln wie Spasmolytikum Butylscopolamin gelindert werden. 
  • Bei starkem Durchfall kann Ihr Arzt Ihnen Wirkstoffe wie Loperamid oder Racecadotril verordnen. Sie beruhigen die Darmtätigkeit. Da dann auch verursachende Erreger nur verzögert ausgeschieden werden, empfehlen Experten, diese Wirkstoffe eher für kurze Zeit einzunehmen - beispielsweise auf Reisen oder wenn Sie länger keine Toilette aufsuchen können.

Wichtig: Nicht bei jedem Krankheitsverlauf sind diese Medikamente sinnvoll. Halten Sie daher immer Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.  

Ursachen: Viren und Bakterien 

Eine Magen-Darm-Infektion kann sowohl durch Viren als auch durch Bakterien verursacht werden, selten durch Parasiten. Zu den häufigsten Bakterien gehören Salmonellen , Campylobacter oder Escherichia coli .

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Rotaviren die Hauptursache für eine Magen-Darm-Infektion, gefolgt von Noroviren. Bei Erwachsenen sind Noroviren für etwa die Hälfte aller Brechdurchfälle verantwortlich.

Auch Bakteriengifte, die mit verdorbener Nahrung aufgenommen werden, können Beschwerden auslösen. Die schädlichen Keime gelangen auf unterschiedlichen Wegen in den Magen-Darm-Trakt - zum Beispiel über verunreinigtes Trinkwasser, Nahrung, Kontakt mit erkrankten Personen oder beim Essen mit ungewaschenen Händen. 

In warmen Ländern mit niedrigen Hygienestandards ist die Bandbreite verursachender Keime größer. In solchen Regionen gehören auch Cholera , Typhus und die Amöbenruhr zu den typischen Magen-Darm-Infektionen.

Hygiene: Schützen Sie sich und andere

Sind Sie erkrankt, waschen Sie sich oft und gründlich Ihre Hände und meiden Sie den Kontakt zu anderen Menschen. Weitere Maßnahmen, um sich und andere zu schützen, sind:

  • Nutzen Sie während der akuten Krankheitsphase Toilette und Schlafraum möglichst alleine - Partner, Familie oder Mitbewohner weichen idealerweise auf andere Räume aus. 
  • Lüften Sie Ihre Räume regelmäßig.
  • Beseitigen Sie Erbrochenes oder Stuhlreste möglichst schnell und tragen Sie am besten Handschuhe dabei.
  • Waschen Sie Ihre Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen bei mindestens 60° Celsius.
  • Reinigen Sie Ihr Geschirr mit der höchsten Waschtemperatur im Geschirrspüler. 

Auf Reisen oder bei häufigem Kontakt mit anderen Menschen sind vorbeugende Hygienemaßnahmen wichtig. Informieren Sie sich, wie Sie sich im Urlaub vor unangenehmen Magenbeschwerden schützen können.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Rotavirus-Schluckimpfung von Säuglingen. Die Impfserie wird in der Regel im Alter von sechs bis zwölf Wochen begonnen. Säuglinge und Kleinkinder können durch diese Schluckimpfung geschützt werden, da die Erkrankung bei ihnen besonders gefährlich verlaufen kann.