"Sie haben Brustkrebs" - dieser Satz trifft jede Frau bis ins Mark. Die nächsten Monate werden nicht leicht werden. Die Brustkrebstherapie ist anstrengend und kräftezehrend. Aber sie dient einem guten Zweck: dass Sie wieder gesund werden! Nehmen Sie Ihre Erkrankung an und stellen Sie sich ihr. Informieren Sie sich über Ihre Diagnose und die Therapiemöglichkeiten. Dann fühlen Sie sich der Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert und stehen die Zeit der Behandlung besser durch.

Werden Sie Ihr eigener Gesundheitsmanager

Die Zusammenarbeit von Ärzten, Kliniken und Ihrer Krankenkasse ist wichtig, um die Therapie gut zu gestalten. Sie als Patientin stehen dabei im Mittelpunkt. Je aktiver Sie sich beteiligen, desto besser für Ihre Genesung. Akzeptieren Sie die Diagnose - sie "verschwindet" nicht, wenn Sie sie ignorieren. Ergreifen Sie die Initiative, setzen Sie sich mit möglichen Behandlungsmethoden auseinander und fordern Sie die nötigen Informationen gezielt ein. Jede Behandlung birgt Erfolgschancen, aber auch Risiken, die sorgfältig abgewogen werden müssen. Welche Therapie für Sie individuell die richtige ist, müssen letztendlich Sie entscheiden.

In Ruhe entscheiden

Der Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung ist keine Notfalldiagnose. Das heißt, Sie müssen sich nicht sofort für oder gegen eine Behandlung entscheiden. Sie haben genug Zeit, sich in aller Ruhe mit Ihrem Arzt zu beraten oder sich zum Beispiel bei Selbsthilfeorganisationen zu informieren. Selbsthilfegruppen können und sollen Ihnen keine Entscheidungen abnehmen. Aber Sie finden wertvollen Rat und Unterstützung von Frauen, die sich mit denselben Themen auseinandersetzen mussten.

In Absprache mit dem Arzt wählen Sie eine geeignete Klinik für die Operation. Nehmen Sie sich auch dafür Zeit: Informieren Sie sich über die auf Brustkrebs spezialisierten Kliniken. Die Bezeichnung "Brustzentrum" ist nicht geschützt. Achten Sie bei der Wahl des Krankenhauses darauf, ob es über ein Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Senologie oder der European Society of Mastology verfügt. Vergleichen Sie auch, wie viele Frauen pro Jahr dort operiert werden. Das gibt Ihnen Aufschluss darüber, mit wie viel Routine der geplante Eingriff voraussichtlich erfolgt.

Sie stehen im Mittelpunkt

Eine Brustkrebserkrankung und ihre Therapie belasten den ganzen Körper und beeinträchtigen mehr oder weniger stark Ihre Lebensqualität. Denken Sie immer daran: Alle Therapien haben ein einziges Ziel - dass Sie gesund werden!

Scheuen Sie sich nicht, psychologische Begleitung oder psychoonkologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, wenn es Ihnen nicht gut geht. Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte mit gesunder Ernährung, Bewegung und viel Schlaf. Teilen Sie sich Ihre Kräfte ein und gönnen Sie sich Ruhepausen.

Auch wenn Sie sich sonst oft zugunsten anderer zurückgenommen haben - jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, sich um sich selbst zu kümmern. Nehmen Sie sich und Ihre Bedürfnisse ernst und setzen Sie freundlich, aber bestimmt durch, dass das andere auch tun.