Welche Ursachen sind bekannt?

Ursache für das Einwachsen des Zehennagels ist entweder ein zu breites Nagelbett, ein stark verformter Zehennagel oder eine falsche Nagelpflege. Durch Druck des seitlichen Nagelwalls auf den scharfen Nagelrand kommt es zu einer chronischen Entzündung und infolgedessen zur Wucherung des Gewebes. Begünstigt wird die Erkrankung durch zu enges Schuhwerk.

Welche Beschwerden verursacht ein eingewachsener Zehennagel (Unguis incarnatus)?

Die Entzündung macht sich durch Rötung, Überwärmung, Schwellung und Schmerzen bemerkbar. Der Schmerz verstärkt sich beim Druck auf den Nagel, sodass zum Beispiel das Gehen in engem Schuhwerk unmöglich wird.

Bei lang andauernder Entzündung bilden sich Taschen im Gewebe, die den Heilungsprozess erschweren.

Wie sieht eine Behandlung aus?

Bei einem eingewachsenen Zehennagel bedarf es einer zeitnahen Behandlung. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Anfangs und bei geringen Beschwerden kann gezielte Fuß- und Nagelpflege beim Fußpfleger das Problem beseitigen. Es werden auch sogenannte Nagelklammern eingesetzt, damit der Nagel nicht wieder einwächst.

Kommt es zu akuten Entzündungen, wirken entzündungshemmende Fußbäder und Umschläge beruhigend. Sie weichen das Gewebe auf und unterstützen durch Kräuterzusätze wie Kamille den natürlichen Heilungsprozess. Auch Umschläge mit desinfizierenden Lösungen oder Salben, die Jod oder andere antibakteriell wirkende Stoffe enthalten, können schnell helfen, vor allem wenn Bakterien für die Entzündung ursächlich sind.

Die chirurgische Behandlung ist nach Abklingen der Entzündung unvermeidbar. Bei der in der Regel ambulant durchgeführten Operation wird in örtlicher Betäubung ein Drittel des Nagels, des Nagelfalzes und des Nagelbettes (Nagelmatrix) entfernt. Die Wunde wird anschließend offen gelassen, also nicht vernäht, und heilt von selbst aus. Nach der Operation muss die Zehe für zwei bis drei Wochen durch offene Schuhe und Gehhilfen entlastet werden, damit die Wunde komplett verheilen kann.

Komplikationen der Operation sind Wundheilungsstörungen, Blutungen und Nachblutungen sowie Infektionen der Wunde. Der Eingriff selbst ist nicht schmerzhaft, da die betroffene Zehe betäubt ist. Die Betäubungsspritze wird von vielen Patienten allerdings als schmerzhaft empfunden. Gegen Wundschmerzen nach der Behandlung helfen Schmerztabletten. Wenn neues Gewebe einwuchert, wächst der Nagel gelegentlich erneut ein.

Eine Verödung des Nagelbetts mit Phenol als Alternative zur Operation erzielt keine so guten Ergebnisse. Bei dieser Operationsmethode wird die komplette Nagelmatrix des eingewachsenen Nagelkeils entfernt, die sogenannte Emmert-Plastik (oder Nagelkeilexzision).

Wie kann man dem Einwachsen eines Zehennagels vorbeugen?

Bequemes, nicht einengendes Schuhwerk beugt dem Einwachsen von Zehennägeln vor. Vor allem im Sommer sollte man auch offene Schuhe tragen, um Druck auf den Nagel zu vermeiden. Wichtig ist auch die richtige Fußpflege. Man sollte die Nägel gerade schneiden und die Nagelecken überragen lassen.

Ist der Nagel bereits eingewachsen, beseitigt eine gute Fußpflege nicht die Ursache. Spätestens dann ist es ratsam, sich medizinischen Rat einzuholen. Insbesondere Patienten mit Wundheilungsstörungen, zum Beispiel Diabetiker, sollten sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben, da mögliche Entzündungen schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen können.