Best practice: Digitale Versorgung von Diabetes-Patienten am Uniklinikum Graz

Um in Sachen Digitalisierung von Deutschlands Nachbar zu lernen, organisierte das Hessische Ministerium für Soziales und Integration im März 2017 eine Delegationsreise nach Österreich. Die Gruppe - bestehend aus Politikern und Funktionsträgern des hessischen Gesundheitswesens - erhielt vor Ort einen Einblick, was die Digitalisierung des Gesundheitswesens leisten könnte.

Die Welt wird immer digitaler. Dieser Trend betrifft alle Lebensbereiche und hält auch zunehmend im Gesundheitswesen Einzug. Das zeigen zum Beispiel die Projekte, die derzeit im Rahmen des Innovationsfonds gefördert werden: Von den insgesamt 29 Projekten, die in der ersten Förderwelle bedacht wurden, haben 13 zumindest einen digitalen Anteil. Weitere sechs sind sogar Projekte, in denen gezielt neue digitale Versorgungsformen ausprobiert werden.

 

Digitalisierung kann wichtigen Beitrag leisten

Trotz der hohen Akzeptanz von eHealth und Telemedizin in der Bevölkerung steckt die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland noch immer in den Kinderschuhen. Die TK ist aber davon überzeugt, dass neue digitale, telemedizinische Ansätze einen wertvollen Beitrag in der Patientenversorgung leisten können - z.B. um in ländlichen Gebieten die Versorgung sicherzustellen oder Abläufe im Gesundheitswesen effizienter zu gestalten. Deshalb fordert die TK den Gesetzgeber dazu auf, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit neue digitale Versorgungsangebote entstehen und sich etablieren können.

 

Österreich ist bereits viel weiter als Deutschland

Andere Länder sind im Bereich der Digitalisierung bereits deutlich weiter als Deutschland. In Österreich beispielsweise gibt es bereits eine Fülle von digitalen Innovationen im Gesundheitswesen. Um über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und von den Nachbarn zu lernen, hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration im März eine Delegationsreise nach Österreich organisiert. Unter der Leitung von Gesundheitsminister Stefan Grüttner nahmen an der Reise weitere Gesundheitspolitiker und unterschiedliche Experten teil. Ein Projekt, das der Gruppe vor Ort in Österreich vorgestellt wurde, ist das sog. "GlucoTab", mit dessen Hilfe die Versorgung von Diabetes-Patienten am Uniklinikum Graz deutlich verbessert werden konnte. Dieses Projekt wollen wir Ihnen im aktuellen TK spezial näher vorstellen - als ein Beispiel dafür, was die Digitalisierung im Gesundheitswesen leisten kann und wie sich dadurch die Versorgung verbessert. Das Projekt zeigt auch auf, wie sich durch die Digitalisierung Kompetenzen verschieben und eine neue Arbeitsteilung zwischen Ärzten und Pflegekräften entstehen können. Prof. Thomas Pieber, der das GlucoTab mitentwickelt hat, stellt das Projekt zunächst in einem Gastbeitrag vor. In Interviews kommen anschließend auch drei Vertreter des Hessischen Gesundheitswesens zu Wort: Dieter Bartsch, Chef der Main-Kinzig-Kliniken und Vizepräsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen.

 

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!

 

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