Noch werden Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit eines Mitarbeiters mit dem "gelben Schein" informiert, also mit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf dem typischen gelben Papier. Das soll sich zukünftig ändern: Eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll Entlastung für Arbeitgeber und -nehmer bringen.  

Zeitplan für die Umsetzung

Dieser Zeitplan ist für die Umsetzung des eAU-Verfahrens vorgesehen:

Übermittlung der eAU durch Arztpraxen seit 1. Januar 2022 verpflichtend

Die verpflichtende Übermittlung der eAU durch die Praxen an die Krankenkassen war bislang für 2021 geplant. Die KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) und der GKV-Spitzenverband haben stattdessen den Starttermin 1. Januar 2022 vereinbart, da die erforderliche technische Ausstattung in den Praxen vorher nicht flächendeckend sichergestellt war. Außerdem sollten die Praxen angesichts der anhaltenden Pandemie-Situation nicht zusätzlich belastet werden.

Digitales Übermittlungsverfahren an Arbeitgeber

Der Start der digitalen Weiterleitung von AU-Daten durch die Krankenkassen an die Arbeitgeber wurde vom Gesetzgeber auf den 1. Januar 2023 gelegt. Für Vertragsärzte heißt das, dass sie bis zum 31. Dezember 2022 neben der digitalen Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkassen eine Papierbescheinigung ausstellen, die der Patient an seinen Arbeitgeber weiterleitet. 

Seit dem 1. Januar 2022 läuft ein gesetzliches Pilotverfahren: Arbeitgeber, die bereits technisch dazu in der Lage sind, können die AU-Daten elektronisch abrufen.

AU-Bescheinigung muss dann nicht mehr vorgelegt werden

Das Ziel des eAU-Verfahrens: Arbeitgeber sollen zukünftig digital über den Beginn und die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit eines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers informiert werden.

Arbeitnehmer sind grundsätzlich ab dem vierten Tag ihrer Arbeitsunfähigkeit verpflichtet, dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen (§ 5 EZFG). Der Arbeitgeber darf sogar am ersten Tag ein Attest fordern. Diese Pflicht des Arbeitnehmers zur Vorlage der ärztlichen Bescheinigung soll künftig entfallen.

Was allerdings - zumindest vorerst - erhalten bleiben soll, ist eine ärztliche Papierbescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit als gesetzlich vorgesehenes Beweismittel. Außerdem hat der Arbeitnehmer weiterhin die Pflicht, dem Arbeitgeber seine Arbeitsunfähigkeit zu melden und diese ärztlich feststellen zu lassen.

Das Ziel: weniger Bürokratie

Wenn Papierbescheinigungen verschickt und bearbeitet werden, bedeutet das einen bürokratischen Aufwand. Außerdem kommt es immer wieder zu Konflikten darüber, ob eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rechtzeitig vorlag oder nicht. Beides soll durch die neue elektronische AU-Bescheinigung vermieden werden. 

Der Bundesrat hat am 8. November 2019 dem dritten Gesetz zur Bürokratieentlastung - und damit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - zugestimmt.

GKV-Spitzenverband: Arbeitshilfen und FAQ

Der GKV-Spitzenverband stellt die Grundsätze für die Meldung der Arbeitsunfähigkeitszeiten und eine Verfahrensbeschreibung auf seiner Seite "Meldung der Arbeitsunfähigkeitszeiten (eAU)" zur Verfügung.

In den Fragen und Antworten zum Datenaustausch (FAQ) des GKV-Spitzenverbands finden Sie hilfreiche Informationen

  • zum Institutionskennzeichen,
  • zum Datenaustausch mit Arbeitgebern,
  • zur UV-Jahresmeldung und
  • zur Vorgangs-ID.

TK-Webinar zur eAU: Video ansehen

Am 8. November 2021 führte die TK ein Webinar zur eAU durch. Sie können sich im Webinar-Archiv den Videomitschnitt des Webinars in voller Länge ansehen. Zusätzlich finden Sie dort die Präsentation zum Download sowie Antworten auf Fragen der Teilnehmer in FAQ-Form.