Noch werden Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit eines Mitarbeiters mit dem "gelben Schein" informiert, also mit der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf dem typischen gelben Papier. Das soll sich zukünftig ändern: Eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll Entlastung für Arbeitgeber und -nehmer bringen.  

Ab dem 1. Januar 2022 werden Arbeitgeber in das bereits beschlossene elektronische Verfahren zur Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsdaten durch die Ärzte an die Krankenkassen eingebunden.

AU-Bescheinigung muss dann nicht mehr vorgelegt werden

Arbeitgeber werden dann zukünftig digital über den Beginn und die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit eines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers informiert. Außerdem wird übermittelt, wann die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ausläuft. Die Krankenkasse erstellt dafür eine elektronische Meldung, die der Arbeitgeber abrufen kann.

Arbeitnehmer sind grundsätzlich ab dem dritten Tag ihrer Arbeitsunfähigkeit verpflichtet, dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Der Arbeitgeber darf sogar am ersten Tag ein Attest fordern. Diese Pflicht des Arbeitnehmers zur Vorlage entfällt künftig.

Was allerdings - zumindest vorerst - bleibt, ist ein gelber Zettel, den der Arbeitnehmer vom Arzt erhält: eine Papierbescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit als gesetzlich vorgesehenes Beweismittel. Außerdem hat der Arbeitnehmer weiterhin die Pflicht, dem Arbeitgeber seine Arbeitsunfähigkeit zu melden und diese ärztlich feststellen zu lassen.

Das Ziel: weniger Bürokratie

Wenn Papierbescheinigungen verschickt und bearbeitet werden, bedeutet das einen bürokratischen Aufwand. Außerdem kommt es immer wieder zu Konflikten darüber, ob eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rechtzeitig vorlag oder nicht. Beides soll durch die neue elektronische AU-Bescheinigung vermieden werden. 

Der Bundesrat hat am 8. November 2019 dem dritten Gesetz zur Bürokratieentlastung - und damit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - zugestimmt.