Als Arbeitgeber müssen Sie bei einer Lohnpfändung das zu pfändende Einkommen Ihres Beschäftigten ausrechnen. Hierbei ist die sogenannte Pfändungsfreigrenze wichtig, die der Gesetzgeber festlegt.

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Was ist die Pfändungsfreigrenze oder der Pfändungsfreibetrag?

Ein Arbeitnehmer, der Schuldner geworden ist, hat Anspruch auf einen Freibetrag seines Nettoeinkommens, der nicht gepfändet werden darf. Damit soll er weiterhin seine Existenz sichern und beispielsweise Miete, Essen und Strom bezahlen können. Durch weitere im Haushalt lebende Personen steigt der Freibetrag des Arbeitnehmers an. 

Wofür brauchen Arbeitgeber die Pfändungsfreigrenze?

Als Arbeitgeber müssen Sie bei einer Lohnpfändung das zu pfändende Einkommen Ihres Beschäftigten ausrechnen. Dafür ist die sogenannte Pfändungsfreigrenze wichtig, die der Gesetzgeber festlegt. 

Beträge, die über der Freigrenze liegen, werden in Teilen gepfändet. Ab einem bestimmten Höchstbetrag ist das gesamte über der Freigrenze liegende Einkommen zu pfänden - egal, wie viele unterhaltspflichtige Personen im Haushalt leben. 

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Wie hoch ist der Pfändungsfreibetrag/die Pfändungsfreigrenze? 

Alle zwei Jahre ändern sich die Pfändungsfreigrenzen, zuletzt zum 1. Juli 2019. Die neuen Pfändungsfreigrenzen gelten bis Ende Juni 2021.

Der unpfändbare Grundbetrag (Pfändungsfreigrenze) ist seit dem 1. Juli 2019 auf monatlich 1.178,59 Euro gestiegen. Bis dahin galt die Grenze von 1.133,80 Euro. Die Beträge beziehen sich auf das Nettoeinkommen der betroffenen Person. Unterhaltspflichten werden dabei berücksichtigt: Je nach Anzahl unterhaltsberechtigter Personen erhöht sich der Pfändungsfreibetrag.

Pfändungsschutzregeln und weitere Sonderfälle

Bestimmte Einkommensbestandteile sind der Pfändung nicht oder nur bedingt unterworfen. Dazu zählen zum Beispiel Aufwandsentschädigungen, Gefahrenzulagen, Erziehungsgelder sowie unterschiedliche Formen von Renten und Unterstützungsleistungen (§§ 850a, 850b ZPO).

Im Fall der Vollstreckung von Unterhaltsansprüchen gelten ebenfalls Sonderregelungen. Hier gelten die veröffentlichten Pfändungsfreigrenzen nicht. Im Fall der Zwangsvollstreckung verbleibt dem Schuldner oder der Schuldnerin unter Umständen ein deutlich niedrigerer Betrag (§ 850d ZPO).

Lohnpfändungsgrenzen bei Unterhaltspflicht

In der Tabelle finden Sie eine Beispielübersicht, welche Einkommensbeträge im Falle einer Einkommenspfändung pfändbar sind und welche Beträge bei Unterhaltspflicht gelten:

Beispiel für Nettoeinkommen zwischen 3.100 und 3.109,99 Euro

Unterhaltspflichtige Personen

Pfändbares Einkommen in Euro

0

1.344,99

1

738,92

2

492,29

3

295,08

4

147,30

5 und mehr

48,94

Bei einem monatlichen Nettolohn in Höhe von beispielsweise 3.105,00 Euro und zwei unterhaltspflichtigen Personen sind 492,29 Euro pfändbar.

Die Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen gelten vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2021 und wurden im April 2019 im Bundesgesetzblatt bekannt gemacht (BGBl. I S. 443). Sie sind auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) abrufbar

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