Als Arbeitgeber müssen Sie bei einer Lohnpfändung das zu pfändende Einkommen Ihres Beschäftigten ausrechnen. Hierbei ist die sogenannte Pfändungsfreigrenze wichtig, die der Gesetzgeber festlegt.

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Was ist die Pfändungsfreigrenze oder der Pfändungsfreibetrag?

Ein Arbeitnehmer, der Schuldner geworden ist, hat Anspruch auf einen Freibetrag seines Nettoeinkommens, der nicht gepfändet werden darf. Damit soll er weiterhin seine Existenz sichern und beispielsweise Miete, Essen und Strom bezahlen können. 

Durch weitere im Haushalt lebende Personen steigt der Freibetrag des Arbeitnehmers an. 

Wofür brauchen Arbeitgeber die Pfändungsfreigrenze?

Als Arbeitgeber müssen Sie bei einer Lohnpfändung das zu pfändende Einkommen Ihres Beschäftigten ausrechnen. Dafür ist die sogenannte Pfändungsfreigrenze wichtig, die der Gesetzgeber festlegt. 

Beträge, die über der Freigrenze liegen, werden in Teilen gepfändet. Ab einem bestimmten Höchstbetrag ist das gesamte über der Freigrenze liegende Einkommen zu pfänden - egal, wie viele unterhaltspflichtige Personen im Haushalt leben. 

Mehr zur Lohn- und Gehaltspfändung finden Sie bei TK-Lex.

Wie hoch ist der Pfändungsfreibetrag/die Pfändungsfreigrenze? 

Seit dem 1. Juli 2019 ist ein Grundbetrag von 1.178,59 Euro monatlich beziehungsweise 271,24 Euro wöchentlich und 54,25 Euro täglich pfändungsfrei.

Der Grundbetrag ist für jede Person gestaffelt anzuheben, der der Arbeitnehmer und Schuldner kraft Gesetzes Unterhalt zu gewähren hat und auch tatsächlich gewährt. 

Die Staffelungen:

  • Bei einer unterhaltenen Person steigt der Grundbetrag um 443,57 Euro monatlich. 
  • Bei der zweiten bis fünften Person steigt der Grundbetrag jeweils um 247,12 Euro monatlich. 
  • Der monatlich 3.613,08 Euro (831,50 Euro wöchentlich, 166,30 Euro täglich) übersteigende Teil des Nettoeinkommens ist voll pfändbar.

Wer gilt als "unterhaltene Person"?

"Unterhaltene Personen" sind Angehörige, denen der Arbeitnehmer und Schuldner kraft Gesetzes Unterhalt zu gewähren hat und auch tatsächlich gewährt. Dazu können zum Beispiel Ehegatten, frühere Ehegatten, Kinder, Eltern und die Mutter eines nichtehelichen Kindes gehören.