Die Techniker Krankenkasse begrüßt das engagierte Vorgehen der Berliner und Brandenburger Landesregierungen bei der Digitalisierung. Berlin bietet verschiedene Förderprogramme sowie Plattformen, zudem wird der Ausbau digitaler Strukturen in der Verwaltung gestärkt. Die Brandenburger Koalition aus SPD, CDU und Bündnis 90/ Die Grünen setzt auf eine Weiterführung der "Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg" und priorisiert die Digitalisierung im Bereich Gesundheit und Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Dabei kann sich die Politik auf Rückhalt aus der Bevölkerung verlassen: 87 Prozent der Berliner und Brandenburger sehen in der Digitalisierung des Gesundheitswesens Vorteile. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage1 im Auftrag der TK. 

Gesundheits- und Fitnessdaten intelligent zu nutzen, kann die Qualität der Versorgung deutlich verbessern. Die Datenhoheit muss aber beim Patienten liegen. Susanne Hertzer, Leiterin der TK-Landesvertretung 

Elektronische Patientenakte für mehr Transparenz

Eine elektronische Patientenakte (ePA) hat das Potenzial, die Effizienz und Transparenz für die Versorgung der Patienten zu verbessern und sie beim Selbstmanagement ihrer Gesundheit zu unterstützen. Daher begrüßt die TK, dass alle Krankenkassen ab dem Jahr 2021 eine ePA anbieten müssen. Neben einer obligatorischen Basisversion können Krankenkassen zusätzliche Funktionen und Module anbieten. Dies stärkt den wettbewerblichen Bereich zwischen den Kostenträgern.

Als wichtigen Schritt für mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen nutzt die TK die elektronische Gesundheitsakte "TK-Safe", mit der Patienten ihre medizinischen Daten erfassen können. Es ist zudem möglich, unter anderem TK-Abrechnungsdaten über Arztbesuche oder verschiedene Medikamente sicher zu übertragen und an Vorsorgetermine erinnert zu werden. Dabei entscheiden die Versicherten allein, ob und in welchem Umfang sie die elektronische Gesundheitsakte nutzen. Sie besitzen die Hoheit über ihre Daten. Zudem gewährleistet "TK-Safe" höchste Standards von Datenschutz und Datensicherheit.

DVG stellt weitere Weichen für Digitalisierung des Gesundheitswesens 

Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) hat weitere Weichen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens gestellt. Das Gesetz stärkt unter anderem Telemedizin und Fernbehandlung. Bisher konnten sich Ärzte innerhalb der einzelnen Sektoren per Videochat austauschen. Künftig wird dies auch zwischen Praxen und Kliniken möglich sein. Ein digitaler, intersektoraler Austausch wird den Patienten nutzen - sie ersparen sich lange Anfahrtswege und eventuelle Wartezeiten bei den jeweiligen Leistungserbringern. Das DVG baut weitere Hürden bei Videosprechstunden ab. Ärzte dürfen künftig auf ihren Webseiten auf diese hinweisen. Dadurch wird es für die Berliner und Brandenburger einfacher, auf entsprechende Angebote zurückzugreifen. Der Bedarf existiert - mehr als jeder Dritte in der Region würde Videosprechstunden nutzen, so das Ergebnis der aktuellen Forsa-Umfrage2 im Auftrag der TK.

Die TK ermuntert in diesem Zusammenhang die Landesärztekammer Brandenburg, den Weg für die ausschließliche Fernbehandlung freizumachen.

Digitale Anwendungen für Patienten

Schon heute nutzen viele Menschen digitale Anwendungen für ihre Gesundheit. Mit dem DVG haben Versicherte erstmalig einen Anspruch auf die Erstattung "digitaler Gesundheitsanwendungen" (diGAs), wenn diese die Versorgung potenziell positiv beeinflussen. Die TK begrüßt diese Änderung. Weitere Schritte zur Umsetzung der Reform sollten rasch folgen, damit Patienten schnell von einer Verbesserung in der Versorgung profitieren können.

Das Gesetz ermöglicht Krankenkassen zudem Start-ups zu fördern. Ein häufiges Problem der Gründer ist der Kapitalengpass in der Anfangsphase der Produktentwicklung. Durch die gesetzliche Neuregelung können Innovationen schneller im Versorgungsalltag ankommen.

Die kluge Nutzung von Daten verbessert die Versorgung und Diagnostik

Das DVG sorgt für eine schnelle Bereitstellung von Abrechnungsdaten zur Versorgungsforschung. Dadurch kann eine langfristige Verbesserung in der Krankheitsprognose und -diagnostik ermöglicht werden. Der Schutz der Patientendaten hat dabei eine hohe Priorität.

Vom Nutzen der Gesundheits- und der Fitnessdaten sind auch die Berliner und Brandenburger überzeugt. Mehr als jeder Zweite ist sich laut einer Forsa-Umfrage3 im Auftrag der TK sicher, dass die Zusammenführung von Gesundheits- und Fitnessdaten zur besseren Diagnose schwerer Krankheiten beiträgt. Die Nutzung digitaler Anwendungen ermöglicht zielgenauere therapeutische Möglichkeiten und tieferes medizinisches Wissen. Somit birgt die intelligente Datennutzung und Digitalisierung ein großes Potenzial, um die Qualität der Gesundheitsversorgung deutlich zu verbessern. Sie kann zudem helfen, die Rahmenbedingungen der Versorgung im ländlichen Brandenburger Raum zu verbessern - zum Beispiel durch telemedizinische Modelle.

Die Digitalisierung entlastet die Leistungserbringer

Auch der Bürokratieabbau im Gesundheitswesen kann durch die Digitalisierung schneller erfolgen. Die bessere Verfügbarkeit von Behandlungsdaten ermöglicht Ärzten einen besseren Überblick und dadurch eine einfachere Therapieplanung und Dokumentation. Dadurch werden Ärzte, Schwestern, Pfleger und andere Leistungserbringer entlastet. Sie können sich stärker ihrer eigentlichen Aufgabe widmen - dem Dienst am Patienten.

Digitale Gesundheit braucht schnelles Internet

Eine Voraussetzung für die bessere medizinische Versorgung durch digitale Angebote ist die deutschlandweite Bereitstellung schnellen Internets. CDU/CSU und SPD wollen laut Koalitionsvertrag bis zum Jahr 2025 einen flächendeckenden Ausbau mit Gigabit-Netzen erreichen. Berlin und Brandenburg haben im letzten Jahr viel getan, dennoch ist noch Luft nach oben: In der Mark haben 82 Prozent der Haushalte Zugang zu Datenübertragungsraten von mindestens 50 Mbit/s. Die "Hauptstadt der Start-ups" weist inzwischen eine sehr gute 96-prozentigen Abdeckung auf.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben

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Quellennachweis

1Forsa. 2017. TK-Meinungspuls Gesundheit 2017. Tabellenband. Berlin.

2Forsa. 2019. TK-Monitor Mix-Befragung. Tabellen. Berlin.

3Forsa. 2017. TK-Meinungspuls Gesundheit 2017. Tabellenband. Berlin.

4BMVI. 2019. Aktuelle Breitbandverfügbarkeit in Deutschland (Stand Ende 2018), S. 6. Berlin.