Die Prüfung eines sogenannten "Hausarzt-HMG-Modell" ist als eine weitere Manipulationsbremse im FKG vorgesehen. Das ist dringend notwendig und darf nicht auf die lange Bank geschoben werden. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass vor allem die Fallzahlen bestimmter ambulanter Diagnosen in den letzten "RSA-Jahren" stark angestiegen sind - viel stärker als internationale Vergleichsdaten.

Zudem hält der Referentenentwurf fest, dass identische Diagnosen von Haus- und Fachärzten derzeit zu gleichen Zuschlägen führen, obwohl die hausärztliche Versorgung bei vielen Krankheiten in der Regel zu niedrigen Ausgaben führt.

Datenerhebung muss zeitnah erfolgen

Folgerichtig ist im Referentenentwurf eine Datenerhebung geplant. So kann geklärt werden, inwiefern Bedarf besteht, diese unterschiedlichen Kostenstrukturen auszugleichen - also die Zuschlagshöhe auch davon abhängig zu machen, ob für eine Erkrankung tatsächlich Kosten für eine fachärztliche Behandlung entstehen.

Dieser Ansatz darf jedoch nicht im Nachgang der Reform "im Sande verlaufen": Wenn diese Erhebung ergibt, dass ein solcher Kostenausgleich sinnvoll ist, muss dieser auch in die Praxis umgesetzt werden. Dafür bedarf es einer klaren Zeitschiene für Evaluation und Umsetzung in dem Gesetz. Deren Ziel sollte es sein, die Erkenntnisse aus den Analysen zur Hausarzt HMG für die Festlegung 2023 zu berücksichtigen.

Das Ergebnis könnte dann eine Neubewertung bestimmter HMGs in der Zuweisungssystematik sein - je nachdem, ob diese beim Hausarzt oder Facharzt diagnostiziert bzw. behandelt werden.

Stichwort "HMG" 

Hierarchisierte Morbiditätsgruppen (HMG) sind Teil der Berechnungslogik im Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich ("Morbi-RSA"). Sie clustern Diagnosegruppen nach Schweregraden und bilden die Basis für die Berechnung der morbiditätsbedingten Zuweisungen.

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Mehr zum Morbi-RSA

Wo exakt die Probleme im Morbi-RSA liegen und welche Vorschläge die TK hat diese zu beheben, erläutern die TK-Themenseiten zur  RSA-Reform .