Eine Grippe kann zu Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Erkältungssymptomen führen. Meist fühlt man sich etwa eine Woche lang sehr krank. Selten löst eine Grippe ernsthafte Komplikationen wie eine Lungenentzündung aus. 

Säuglinge, Kleinkinder, Menschen mit bestimmten Krankheiten, Schwangere und ältere Menschen haben allerdings ein erhöhtes Risiko für solche Komplikationen, da ihr Immunsystem schwächer ist als das gesunder Erwachsener.

Wie die Grippeimpfung funktioniert

Bei der Grippeimpfung wird eine geschwächte oder inaktivierte Form des Grippevirus unter die Haut oder in den Muskel gespritzt. Das Immunsystem fängt daraufhin an, Antikörper gegen das Virus zu produzieren. Hat der Körper danach mit einem lebenden, aktiven Virus derselben Sorte zu tun, gegen die er geimpft wurde, kann er ihn erkennen und bekämpfen.

Da sich Grippeviren ständig verändern (mutieren) und auch ganz neue Virusformen entstehen, bietet die Grippeimpfung keinen dauerhaften Schutz. Wer in jeder Saison einen ausreichenden Impfschutz möchte, muss sich daher jedes Jahr erneut impfen lassen.

Vor Beginn der Grippesaison impfen lassen

Nach der Impfung dauert es ungefähr 14 Tage, bis der Körper genügend Antikörper produziert hat. Wer während der Grippesaison geschützt sein will, muss sich daher impfen lassen, bevor die ersten Grippefälle auftreten - in Europa also im Herbst. Da die Grippe aber auch erst im Januar, Februar oder noch etwas später ausbrechen kann, könnte selbst eine spätere Impfung noch sinnvoll sein.

Da die Produktion von Grippeimpfstoff einige Zeit in Anspruch nimmt, muss der Impfstoff hergestellt werden, bevor feststeht, welche Grippeviren in der Saison auftreten werden. In den meisten Jahren sind die Vorhersagen, welche Viren auftauchen werden, dafür genau genug.

Wann Impfen sinnvoll sein kann

Wenn während einer Grippesaison wenige Menschen gegen die umlaufenden Viren immun sind, erkranken auch mehr daran. In Jahren, in denen es zu einer Grippewelle kommt, kann die Impfung mit einem passenden Impfstoff viele Menschen vor einer Erkrankung schützen und so auch ernsthafte Komplikationen verhindern. Letztes ist vor allem für Kleinkinder, geschwächte und ältere Menschen wichtig.

Im Allgemeinen ist die echte Grippe nicht so verbreitet wie andere Atemwegserkrankungen: Junge Menschen zum Beispiel haben das höchste Erkrankungsrisiko, von ihnen werden vielleicht 10 bis 20 Prozent während einer Saison grippekrank. Für gesunde Erwachsene ist das Risiko, an einer Grippe zu erkranken, viel niedriger.

Was Studien zur Grippeimpfung zeigen

Eine Wissenschaftlergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat Studien zur Wirksamkeit der Grippeimpfung ausgewertet. Wie erwartet zeigte sich, dass die Impfung wirksamer war, wenn der Impfstoff den Virustypen entsprach, die im jeweiligen Jahr kursierten. Insgesamt ergab die Schätzung der Forschergruppe, dass eine Impfung das Ansteckungsrisiko gesunder Erwachsener dann um etwa 60 Prozent senken kann. Doch was bedeutet diese Zahl?

Vom Impfen profitieren - ist das wahrscheinlich?

Wie wahrscheinlich es ist, dass man von einer Grippeimpfung profitiert, hängt unter anderem davon ab, wie hoch das Ansteckungsrisiko in einer Saison ist. Wenn es während einer Grippesaison in der Bevölkerung bereits eine hohe Immunität gegen die umlaufenden Viren gibt, profitieren nicht so viele Menschen von der Impfung - denn es erkranken ohnehin nur wenige.

Wenn es viele neue Viren und Grippekranke gibt, kann der Impfschutz deutlich mehr Menschen nutzen. Folgende Zahlen (gerundet) zum Schutz durch eine Grippeimpfung in Saisons mit verschieden hoher Virusverbreitung veranschaulichen dies:

  • In einer Saison mit hoher Verbreitung des Grippevirus erkranken ohne Impfung 10 von 100 - mit Impfung 4 von 100.
  • In einer Saison mit mittlerer Verbreitung des Grippevirus erkranken ohne Impfung 5 von 100 - mit Impfung 2 von 100.
  • In einer Saison mit geringer Verbreitung des Grippevirus erkranken ohne Impfung 2 von 100 - mit Impfung 1 von 100.

Der Nutzen einer Impfung ist für das jeweilige Jahr oder bei einem neuen Virus jedoch nie genau vorhersehbar.

Empfehlung der Ständigen Impfkommission

Die Gesundheitsbehörden in Deutschland, den USA und vielen anderen Ländern raten Menschen mit einem hohen Risiko für Grippekomplikationen zu einer jährlichen Schutzimpfung vor Beginn der Grippesaison. In Deutschland ist die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin (STIKO) für Impfempfehlungen verantwortlich.

Wer sollte sich laut STIKO impfen lassen:

Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung für Menschen ab 60 Jahren, Personen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes oder HIV. Auch Schwangeren wird die Impfung angeraten. Die Empfehlung gilt zudem für Personen, die Kinder, alte oder kranke Menschen betreuen - die also zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern oder Kindergärten arbeiten.

Die Behörden empfehlen die Schutzimpfung in diesem Fall aus zwei Gründen: Zum einen sind die Betreuerinnen und Betreuer den Viren sehr häufig ausgesetzt. Zum anderen können sie leicht andere Personen anstecken, denen eine Grippeerkrankung ernsthaft schaden könnte.