Neue Versorgungsangebote haben es heute schwer, auf den ersten Gesundheitsmarkt zu gelangen. Dabei entstehen täglich kreative Ideen, wie die medizinische Versorgung verbessert werden kann. Um das hohe Niveau der Gesundheitsversorgung auch in Zukunft zu sichern, benötigt es genau diese Veränderungen.

Um Innovationen im Gesundheitssystem zu fördern, hat der Gesetzgeber zuletzt einen Innovationsfonds geschaffen. Erste Erfahrungen zeigen jedoch, dass diese Form der zentralistischen Förderung nicht in der Lage ist, den Innovationsstau nachhaltig aufzulösen.

Es bedarf Unterstützung

Von der Einrichtung des Innovationsfonds im Jahr 2016 mit einem Fördervolumen von jährlich 300 Millionen Euro profitieren auch Projekte in Bremen (z.B. der Universität Bremen oder dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie).

Die TK bringt ihre Expertise und ihr operatives Know-how in Projekte des Innovationsfonds ein. Außerdem stehen wir in regelmäßigem Austausch mit Bremer Start-Up-Unternehmen wie REDHISTO, WearHealth oder Blackout Technologies. Damit möglichst viele der innovativen Versorgungsprodukte im ersten Gesundheitsmarkt ankommen, ist Unterstützung gefordert.

Gesetzgeber ist in der Pflicht

Die Laufzeit des Innovationsfonds ist auf vier Jahre angelegt. Doch wie geht es danach weiter? Innovationsförderung sollte auf Dauer angelegt sein und unbürokratisch und wirtschaftlich funktionieren. Den Innovationsfonds kann man fast als Bürokratiemonster bezeichnen: Komplizierte Antragsverfahren und die aufwendigen Nachweise motivieren nicht zwingend zu Innovationen. Hier ist der Gesetzgeber in der Pflicht, eine neue Regelung zu schaffen.

Auch sollte den Krankenkassen die Möglichkeit gegeben werden, selbst in gute Ideen zu investieren. Die Idee: Statt des bürokratischen Innovationsfonds genügten 2,50 Euro pro Versicherten aus dem Gesundheitsfonds, die dann zweckgebunden in innovative Versorgungsmodelle fließen. Für Bremen würde das zusätzliche Mittel in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro jährlich bedeuten, die - verwaltet und eingesetzt von den Krankenkassen - direkt für die Entwicklung und Erprobung von Versorgungs-Prototypen ausgegeben werden.

Wirkungsvolles Wettbewerbsinstrument

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit dem Innovationsbudget bekommen die Krankenkassen ein festes Ausgabenziel, mit dem sie neue Versorgungsformen zu fördern haben. Es wäre ein wirkungsvolles und zugleich einfaches Wettbewerbsinstrument im Gesundheitswesen installiert, das einen Suchprozess um die beste innovative Versorgung in Gang setzt.