Mit dem Programm Madita (Mutterschaftsvorsorge@digital im Team von Anfang an) sollen Früh- und Mangelgeburten möglichst verhindert und der Anteil der Kinder erhöht werden, die vier Monate nach der Geburt voll gestillt werden. Darüber hinaus werden bestehende medizinische und soziale Versorgungsstrukturen besser vernetzt und den Schwangeren bei Bedarf leichter zugänglich gemacht.

Eine berufsgruppenübergreifende Betreuung der werdenden Mütter durch Frauenärzte und Hebammen und der strukturierte Informationsaustausch über den Unterstützungsbedarf der Teilnehmerinnen können so frühzeitig eingeleitet werden. Gleichzeitig sollen Risiko-Schwangere motiviert und unterstützt werden, auch nichtmedizinische Hilfsangebote zu nutzen. 

Digitale Lösungen bieten Hilfe und Unterstützung

Digitale Interaktionssysteme unterstützen Gynäkologen und Hebammen dabei , die Schwangeren dazu zu befähigen und zu motivieren, aktiv ihre gesundheitliche und psychosoziale Situation für sich selbst und ihr Kind zu verbessern:

  • Das Madita-Portal bietet teilnehmenden Hebammen und Frauenärzten in Schleswig-Holstein eine gemeinsame Plattform zur Vernetzung mit Zugriff auf den digitalen Mutterpass der werdenden Mütter und ein ergänzendes Screening zu Risikofaktoren mit integrierter Übersicht zu Interventionsangeboten. 
  • Über die Madita-App mit digitalem Mutterpass erhalten die Schwangeren individuelle Begleitung durch ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt und die Hebamme sowie wichtige Informationen rund um die Schwangerschaft und die Zeit danach. 

Teilnehmen können Schwangere, die bei der TK versichert sind. Das Programm Madita wird über den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert. 

Hinweis für die Redaktion

In Deutschland liegt die Frühgeborenenrate mit neun Prozent im Vergleich zu Europa (5,9 bis elf Prozent) im oberen Drittel. Frauen in einem guten Gesundheitszustand weisen ein geringeres Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft auf als Frauen mit psychosozialer Belastung. Studien zeigen einen Zusammenhang von psychosozialen Belastungen, geringer Inanspruchnahme der Mutterschaftsvorsorge und Früh- und Mangelgeburten. Langzeitfolgen können Störungen in der seelischen, körperlichen und motorischen Entwicklung der Kinder sein.