Für die TK in Stuttgart am Start
Interview aus Baden-Württemberg
In Stuttgart arbeiten rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Die Techniker. Dabei erfüllen sie ganz unterschiedliche Aufgaben in verschiedenen Dienststellen. In loser Folge geben wir einen Einblick in die Bandbreite dieser Tätigkeiten, indem wir mit Kolleginnen und Kollegen sprechen, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass die TK in der Landeshauptstadt positiv wahrgenommen wird.
Eines von insgesamt sieben Fachzentren der TK für Mitgliedschaft und Beiträge (FZMB) ist in Stuttgart angesiedelt. Mit über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in insgesamt 16 Teams eingeteilt sind, ist das FZMB mit Abstand die größte TK-Dienststelle in der Landeshauptstadt.
Im Interview mit Leiter Konstantinos Vlachos, Natalie Mayer, Tobias Michalik ,Carina Likidis und Simon Forstner wird schnell deutlich, dass die große Zahl an Kolleginnen und Kollegen absolut notwendig ist. Denn die rund 1,8 Millionen Versicherten und 118.000 Arbeitgeber, die vom FZMB in Stuttgart betreut werden, möchten eine kompetente und zuverlässige Beratung.
TK: Mit welchen Fragen wenden sich Arbeitgeber an die TK?
Natalie Mayer: Das beginnt bei relativ einfachen Fragen wie etwa zur Übermittlung der Krankenversicherungsbeiträge der bei ihnen beschäftigten TK-Versicherten. Komplexer wird es, wenn zum Beispiel Beschäftigte bei mehreren Arbeitgebern tätig sind oder wenn die Entgeltfortzahlungsversicherung einspringen muss.
Unser Ziel ist dabei, nicht passiv zu warten, bis Fragen auftauchen, sondern möglichst aktiv auf die Firmen zuzugehen, um schwierige Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Das tun wir beispielsweise, indem wir frühzeitig den direkten telefonischen Kontakt suchen oder Kunden bei Rückfragen passende Arbeitgeberseminare in digitaler Form anbieten.
Es kommt darauf an, schnell verlässliche Informationen zu liefern.
TK: Worauf kommt es an im Umgang mit Firmenkunden?
Natalie Mayer: Es ist wichtig, sich gut in die Situation von Personalabteilungen reinversetzen zu können. Was bedeuten Gesetzesänderungen konkret? Welche Herausforderungen kommen mit der Einrichtung einer betrieblichen Altersversorgung? Hier kommt es darauf an, schnell verlässliche Informationen zu liefern. Wir bieten viele Infos online auf unserem Firmenportal, doch der direkte Austausch ist immer noch sehr wichtig. Wenn Firmen sich bei uns melden mit Fragen oder Anliegen, obwohl gar keine Beschäftigten bei uns versichert sind, ist das eine sehr schöne Bestätigung für unsere Arbeit.
TK: Gibt es Fragen bzw. Konstellationen, die besondere Erfahrung und Expertise erfordern?
Man muss sich im deutschen Gesellschaftsrecht schon sehr gut auskennen.
Tobias Michalik: Ja, für solche Fälle haben wir unser Team "Arbeitgeber Spezial". Da geht es beispielsweise um die Frage, ob Personen als Geschäftsführer bzw. Geschäftsführerin angestellt oder selbstständig sind. Das ist je nach Konstellation nicht immer so ganz einfach zu entscheiden. Man muss sich im deutschen Gesellschaftsrecht schon sehr gut auskennen, um die vielfältigen Varianten zu verstehen, die sich hier ergeben können.
Die 18 Kolleginnen und Kollegen in diesem Team beschäftigen sich zudem mit kniffligen Fragestellungen bei Auslandsentsendungen und kümmern sich um die Erstattung von zu viel bezahlten Sozialversicherungsbeiträgen.
Hinweis der Redaktion: Besondere Erfahrung und Expertise erfordert die Beratung von Start-Ups. Dazu gibt es ein separates Interview mit dem " SocialPizza-Team ", das ebenfalls zum FZMB gehört.
TK: Einzelnen Versicherten - ob ohne Beschäftigung, angestellt oder selbstständig - steht das FZMB ebenfalls beratend zur Seite. Wo liegt hier der Schwerpunkt?
In jeder Lebensphase ergeben sich spezifische Fragen.
Carina Likidis: Einen Schwerpunkt kann man nicht so einfach nennen, denn wir begleiten unsere Versicherten fast durch ihr ganzes Leben. In jeder Lebensphase ergeben sich spezifische Fragen: Wie bin ich im Studium versichert? Wie läuft das in der Elternzeit? Was ist beim Wechsel in die Selbstständigkeit und dann schließlich beim Übergang in die Rente zu beachten? Darauf haben wir die Antworten. Viele Fragen sind zwar ähnlich oder identisch, doch die Bandbreite an möglichen Konstellationen ist sehr groß.
TK: Das hat viel mit nüchternen Zahlen zu tun, kann aber auch sehr emotional werden?
Carina Likidis: Ja, gerade bei Selbstständigen geht es oft um Geld und damit auch um die eigene Existenz. Entsprechend können die Gespräche sehr emotional sein. Die Gesetze geben den Rahmen vor. Innerhalb dieses Rahmens prüfen wir aber immer individuell, welche Optionen und Spielräume wir haben. Dadurch können wir das Beste für unsere Kundinnen und Kunden herausholen. Das ist anspruchsvoll, aber häufig auch sehr erfüllend, weil wir Menschen in schwierigen Situationen weiterhelfen können.
TK: Bei rund 1,8 Millionen Versicherten, die vom FZMB in Stuttgart betreut werden, gibt es vermutlich viele Fragen und Anliegen, die immer wieder bearbeitet werden müssen?
Simon Forstner: Ja, solche Routinefragen wie zum Beispiel zur elektronischen Gesundheitskarte oder bei Wechsel des Arbeitsgebers werden von zwei Teams telefonisch beantwortet. Der Großteil der Anfragen von Versicherten können so schnell und abschließend beantwortet werden. Die restlichen Kundenanliegen werden an Kolleginnen und Kollegen in der Privatkundenbetreuung weitergegeben. Pro Arbeitstag gehen rund 850 Fragen ein. Hier ist die Verbindung von Effizienz und Kompetenz gefragt.
TK: Wie behält man als Leiter den Überblick über 413 Mitarbeitende und 16 Teams?
Konstantinos Vlachos: Man braucht die richtigen Leute in seinem Umfeld. Daraus resultieren viele Meinungen, die helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Oder einfacher gesagt: Controller machen mich sehend, Führungskräfte hörend und Mitarbeitende fühlend.
Seit ich vor 42 Jahren zur TK gekommen bin, sind Strategie und Menschenentwicklung bei mir im Fokus. Das ist wie bei meiner Leidenschaft, dem Kochen: Mit den richtigen Zutaten, der passenden Würze und einer guten Strategie entsteht etwas Großartiges. Genauso gilt: Mit den richtigen Menschen und der passenden Strategie erzielt man die besten Ergebnisse - ob in der Küche oder in der Führung.
Der Kern der Krankenversicherung ist für mich: Menschen in ihren verletzlichsten Momenten nicht allein zu lassen.
TK: Wie sehen Ihre Rezepte in Sachen Führung aus?
Konstantinos Vlachos: Ich stehe für systemische Führung, die Strategie in gelebte Praxis übersetzt. Der Kern der Krankenversicherung ist für mich: Menschen in ihren verletzlichsten Momenten nicht allein zu lassen, sondern ihnen Orientierung, Sicherheit und konkrete Hilfe zu geben. Daraus leitet sich unser Auftrag ab - und der geht weit über das bloße Abarbeiten von Paragrafen hinaus.
Mich treibt an, wie aus Komplexität Klarheit und aus Verantwortung echte Wirkung entsteht. Ich verbinde Menschen, Struktur und Kultur zu tragfähigen Lösungen. Mein Anspruch: Veränderung so gestalten, dass sie nachhaltig wirkt und nicht nur kurzfristig überzeugt.
Unsere Aufgabe ist es, Gesetze so zu übersetzen, dass sie im Alltag der Kundinnen und Kunden ankommen und dort einen spürbaren Unterschied machen. Der rote Faden dabei: Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt, nicht den Vorgang, nicht die Akte und nicht das System. Jede Kollegin und jeder Kollege trägt diese Haltung mit, wenn wir uns fragen: "Was bedeutet das für den Menschen, der uns gerade braucht?"
Zu den Personen
Natalie Mayer hat nach ihrer ersten Ausbildung im Kreativbereich im Jahr 2024 ihre zweite Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen abgeschlossen und ist seitdem im Arbeitgeberbereich tätig. In ihrer Freizeit ist sie vielseitig aktiv - von Reisen, über Schwimmen und Malen - und gönnt sich ab und zu einfach eine Tasse Tee zu einem guten Buch.
Tobias Michalik ist seit 2010 bei der TK. Ein Großteil seiner Freizeit wird durch Aktivitäten mit seiner Familie bestimmt, zu der Ehefrau, Tochter, Sohn und eine weiße Schäferhündin gehören. Ansonsten ist er sportlich aktiv in Form von Laufen, Fahrrad fahren und Tischtennis.
Carina Likidis ist ausgebildete Sozialversicherungsfachangestellte und seit mittlerweile fast zehn Jahren bei der TK. Derzeit ist sie als Teamkoordinatorin im Bereich Versicherteneinstufung tätig. Ihre Hobbys: Handball spielen und Reiten.
Simon Forstner hat im Jahr 2023 bei der TK als Sachbearbeiter angefangen und ist nun als Teamleiter tätig. In seiner Freizeit geht er gerne auf Reisen und verbringt Zeit mit der Familie.
Konstantinos Vlachos ist seit 42 Jahren bei der TK tätig, davon 26 Jahre in einer Führungsposition. Er schätzt gutes Essen und hält mit Sport bewusst die Balance zwischen Genuss und Disziplin. Neue Perspektiven findet er auf Reisen und gelegentlich auch in der Küche.