Mit der Idee der Zweitmeinung in der Brustkrebsdiagnostik hat die TK Anfang 2000 den Anstoß für QuaMaDi gegeben. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe - bestehend aus TK, AOK, der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), niedergelassenen Radiologen sowie Gynäkologen, dem Mammazentrum der Frauenklinik Kiel, dem Institut für Krebsepidemiologie und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Familie - startete das Projekt zunächst als Modellvorhaben im Mai 2001. Das Ziel: Die Heilungschancen von erkrankten Frauen zu erhöhen. Bereits vier Jahre später wurde aus dem regional begrenzten Modellvorhaben ein landesweites Projekt. Anstatt bisher 28.000 Frauen konnten dann mehr als 100.000 jährlich von dem Angebot profitieren. 

Wenn ein Tumor frühzeitig durch QuaMaDi gefunden und behandelt wird, verbessert sich die Überlebenschance um 20 Prozent. Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter TK-Landesvertretung SH

Zweit- und Drittmeinung verbessern Diagnostik

Das Angebot richtet sich primär an Frauen, die ein erhöhtes Risiko haben, bei denen der Verdacht auf Brustkrebs besteht oder die schon einmal daran erkrankt sind. Nach der ersten Mammographie der Patientinnen geht der Befund an einen zweiten Radiologen. Im Zweifelsfall wird ein klinisches Zentrum zusätzlich eingeschaltet.  

Doppelbefundung der Mammographie-Bilder

"Die möglichst frühe Entdeckung eines Mammakarzinoms ist für Betroffene lebenswichtig. Dazu wollten wir die höchste Qualität der beteiligten Diagnostiker erreichen: Durch erstmals verpflichtende Doppelbefundung der Mammographie-Bilder und ergänzende Untersuchungen sollte mit oder ohne Verdacht auch der kleinste Tumor rechtzeitig abgeklärt werden", erklärt Dr. Klaus Bittmann, ehemaliger Vorsitzender der KVSH.

Inzwischen können Frauen in ganz Schleswig-Holstein das Angebot wahrnehmen. Neu ist seit 2020, dass der gesamte Workflow digital erfolgt - aus QuaMaDi wurde eQuaMaDi. Befunde werden digital über eine gesicherte IT-Plattform an die beteiligten Ärzte versendet. Das macht den Diagnoseprozess noch schneller. Mit jährlich knapp 16.000 TK-versicherten Frauen wird das Angebot gut angenommen und  wirkt: Seit Programmstart konnte eine um 20 Prozent verbesserte Überlebenschance nachgewiesen werden, wenn ein Tumor frühzeitig durch QuaMaDi gefunden und behandelt wird. Das zeigt die begleitende Studie des Instituts für Krebsepidemiologie in Lübeck. 

Verbesserte Heilungs- und Überlebenschance

"Das QuaMaDi-Programm hat in mehr als 15 Jahren bewiesen, dass Brustkrebs bei Risikopatientinnen deutlich früher erkannt und schonender behandelt werden kann. Die Heilungs- und Überlebensraten sind in Schleswig-Holstein erheblich besser als im Bundesdurchschnitt. Die Digitalisierung soll eine noch schnellere, koordiniertere Früherkennung und Behandlung bei diesen Patientinnen ermöglichen. Geschaffen wird eine datenschutzgesicherte digitale Plattform für Befunde und Bilder, die es den Ärzten ermöglicht, zu jedem Zeitpunkt des Diagnostikprozesses die Daten aktuell zur Verfügung zu haben", sagt Dr. Monika Schliffke, Vorsitzende der KVSH.