Auf eine lebensrettende Organspende warten aktuell allein in Sachsen-Anhalt 329 Menschen. Deutschlandweit stehen  mehr als 9.000 Menschen bei Eurotransplant, der in den Niederlanden ansässigen internationalen Vermittlungsstelle für Transplantationen, auf der Warteleiste. Knapp 170 davon sind noch keine 18 Jahre alt.

Besonders oft hoffen Betroffene, bei denen teilweise auch mehrere Transplantationen erforderlich sind, auf eine neue Niere. Allein in Sachsen-Anhalt benötigen 274 Patientinnen und Patienten dieses Organ. 28 Menschen im Bundesland warten auf ein neues Herz,  27 auf eine neue Leber, 13 auf eine neue Bauchspeicheldrüse, zwei auf eine neue Lunge.

Damit sich möglichst viele Menschen mit dem Thema beschäftigen und ihre Entscheidung für oder gegen eine Organspende mit einem Spenderausweis dokumentieren, senden die Krankenkassen ihren Versicherten, die mindestens 16 Jahre alt sind, alle zwei Jahre per Post einen Ausweis mit ausführlichen Informationen zur Organspende zu. Organspenderausweise sind außerdem beispielsweise auch bei den Gesundheitsämtern erhältlich. Die persönliche Entscheidung wird nicht registriert und kann jederzeit geändert werden.  

Wie eine im Dezember 2019 im Auftrag der TK durchgeführte Forsa-Umfrage ergab, besitzen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen nur 27 Prozent der  Erwachsenen einen ausgefüllten Organspendeausweis. Damit finden sich die drei mitteldeutschen Bundesländer deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 40 Prozent und bilden zugleich das Schlusslicht aller Regionen.

Vielfach dürfte jedoch eher Bequemlichkeit als Ablehnung die Ursache für einen fehlenden Ausweis sein. Schließlich liegt die Quote derer, die dem Thema Organspende nach eigenem Bekunden generell positiv gegenüberstehen, in Mitteldeutschland mit 85 Prozent  sogar noch leicht über dem Bundesdurchschnitt von 84 Prozent. 

Die TK empfiehlt, die eigene Entscheidung für oder gegen eine Organspende nicht nur in einem entsprechenden Ausweis zu dokumentieren, sondern auch Familienangehörige darüber zu informieren. Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt: "Es ist bedauerlich, dass häufig die nicht bekannte Einstellung des Verstorbenen für die Angehörigen Grund zur Verweigerung einer Organspende ist."

Hintergrund 

Die Stiftung Eurotransplant ist eine gemeinnützige Organisation, die sich als wichtigstes Ziel die Förderung der Organtransplantation gesetzt hat. Eurotransplant vermittelt und koordiniert den internationalen Austausch von Spenderorganen in einem Einzugsgebiet, in dem 124 Millionen Menschen leben. Aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Slowenien, Österreich und Kroatien nehmen Transplantationszentren und Gewebetypisierungslabors sowie Krankenhäuser, in denen Organspenden stattfinden, an dieser internationalen Zusammenarbeit teil.

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