Die Absicherung der Pflege steht nicht nur in Sachsen-Anhalt ganz oben auf der gesellschaftlichen und politischen Agenda. Mehr denn je gilt es heute, den Blick auf die zukünftige pflegerische Versorgung in Sachsen-Anhalt zu richten. Dabei dürfen Pflegebedürftige zum einen finanziell nicht überlastet werden. Zum anderen müssen Pflegende perspektivisch durch Digitalisierung stärker entlastet und pflegende Angehörige bei der Suche nach freien Pflegeplätzen mehr unterstützt werden. Somit sind Ideen gefragt, wie hierzulande eine dauerhaft gute Pflege gewährleistet werden kann. 

Die TK macht daher folgende Vorschläge für eine zukunftssichere und qualitative Altenpflege im Land: 

  1. Pflege muss auf Dauer bezahlbar bleiben 
  2. Digitalisierung - Mehr Zeit für persönliche Zuwendung
  3. Lückenlose Versorgung durch Transparenz über die Pflegeangebote und -kapazitäten 

1. Pflege muss auf Dauer bezahlbar bleiben

Durch neue Pflegegesetze und qualitätssichernde Maßnahmen sind der Pflegeversicherung hohe Mehrkosten entstanden. Sie verursachen u. a. für Pflegebedürftige steigende Eigenanteile. Können die Kosten nicht mehr aus eigener Tasche gezahlt werden, springt die Sozialhilfe ein. Fast jeder vierte Pflegebedürftige hierzulande ist bereits auf diese Unterstützung angewiesen. Deshalb ist es wichtig, dass zum Beispiel die Entlastung der Betroffenen bei den pflegebedingten Eigenanteilen nicht von deren wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit entkoppelt wird.

Darüber hinaus steht es im Ermessen der Landesregierung, zusätzlich zu den möglichen Bundesregelungen mit einem regionalen Zuschuss die Pflegebedürftigen zu entlasten. Die Übernahme der Investitionskosten in der stationären Pflege oder zumindest ein regionaler Zuschuss, wäre für Pflegebedürftige in Sachsen-Anhalt direkt spürbar und würde sofort greifen.

2. Digitalisierung - Mehr Zeit für persönliche Zuwendung

Der Druck eines immer komplexer werdenden Pflegealltags, fehlende Fachkräfte und steigende Zahlen an Pflegebedürftigen belasten professionell Pflegende zunehmend.
Die Digitalisierung hat das Potenzial sie, beispielsweise durch einen schnelleren Zugriff auf Information, zu entlasten. Der digitale Austausch über die Sektorengrenzen kann darüber hinaus helfen, die Qualität der Pflege des Einzelnen zu verbessern. 

Voraussetzungen dafür sind einheitliche Standards in der Pflegedokumentation und interoperable Schnittstellen für die Vernetzung aller ambulanten und stationären Leistungserbringer. Für die Akzeptanz digitaler Unterstützungsangebote und den Einsatz digitaler Pflegeanwendungen ist die Vermittlung von Digitalkompetenz ausschlaggebend. Deshalb müssen dafür geeignete Aus- und Weiterbildungsstrukturen in den Pflegeberufen und Angebote für die Förderung der Digitalkompetenz der Bevölkerung entwickelt werden.  

3. Lückenlose Versorgung durch Transparenz über die Pflegeangebote und -kapazitäten 

Wenn eine pflegerische Situation eintritt, ist es wichtig, dass die Betroffenen schnell und verlässlich die richtigen Informationen erhalten. Meist beginnt in diesem Moment die Suche nach einem geeigneten Pflegeangebot und einem freien Platz. Denn steigenden Zahlen pflegebedürftiger Menschen stehen nur begrenzt verfügbare Pflegeplätze gegenüber.

Um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen hier zu entlasten, und freie Pflegeplätze zukünftig sichtbarer zu machen, sollten diese Angebote zentral gebündelt und den Betroffenen leicht zugänglich gemacht werden. Hierfür müssen im Land verbindliche Regelungen geschaffen werden. 

Posi­tionen der TK zur Zukunft der Pflege in Sach­sen-Anhalt

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Pflege in Sach­sen-Anhalt auf einen Blick: Zahlen, Daten und Fakten

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