Mit Aufklärung und Vorsorge gegen Darmkrebs
Artikel aus Bayern
Jährlich erkranken rund 55.000 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs. Und so sterben jedes Jahr rund 22.000 Menschen an dieser Krebsart, die sich durch rechtzeitige Vorsorge verhindern lässt.
Dass Prävention möglich ist, zeigen die positiven Entwicklungen der zurückliegenden Jahre: Seit Einführung der Untersuchung im Jahr 2002 haben bereits rund 10,6 Millionen Menschen an der gesetzlichen Vorsorgekoloskopie teilgenommen. Auch dadurch konnten bis heute wohl konservativen Schätzungen zufolge 365.000 Neuerkrankungen und 185.000 Todesfälle verhindert werden, so eine Hochrechnung der Felix Burda Stiftung.
Die gesetzliche Darmkrebsvorsorge wirkt
Obwohl die Zahlen belegen, dass das gesetzliche Angebot zur Darmkrebsvorsorge wirkt, wird dieses bisher von zu wenigen Versicherten in Anspruch genommen wird. Die Felix Burda Stiftung betont: "Auch wenn die Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie leider immer noch niedrig ist, gibt es doch auch einen positiven Trend zu vermelden: Im Jahr 2024 wurden 637.537 Vorsorge-Koloskopien von den Versicherten in Deutschland in Anspruch genommen. So viele wie noch nie zuvor in einem Jahr seit Einführung dieser gesetzlichen Leistung im Jahr 2002. Dies entspricht einem Plus von 4,3 Prozent gegenüber 2023."
Schwarzwaldklinik
Unter dem Motto "Die Schwarzwaldklinik informiert" räumt die Felix Burda Stiftung mit Mythen und Vorurteilen gegenüber Darmkrebsvorsorge und Prävention auf. Die Aufklärungskampagne 2026 setzt gezielt auf positive Erinnerungen und echte nostalgische Bilder, um Gesundheitsbotschaften neu zu verankern.
Die Kernzielgruppe der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge sind Frauen und Männer ab 50 Jahren. Diese Generation ist mit der Serie "Die Schwarzwaldklinik" aufgewachsen und saß wie die halbe Republik damals samstags mit der Familie vor dem Fernseher, um Klausjürgen Wussow, Gaby Dohm und Sascha Hehn zu sehen.
Kampagne "Die Schwarzwaldklinik informiert"
"Diese Kampagne trifft ins Herz der Zielgruppe und holt sie emotional in ihrer Kindheit und frühen Jugend ab, als 'die Welt noch in Ordnung' war. Die Idee, die Erkenntnisse von heute mit den Bildern von damals zu erzählen, hat mich als 'Schwarzwaldklinik'-Fan sofort begeistert", sagt Prof. Dr. med. Heidrun M. Thaiss, Executive Director Medicine & Science der Felix Burda Stiftung.
"Darmkrebs in der Familie? Sprich drüber!"
Die Felix Burda Stiftung kümmert sich nicht nur um mehr Aufklärung in der Bevölkerung. Sie engagiert sich auch dafür, dass Vorsorgeangebote für gesetzlich Versicherte verbessert werden.
Der Innovationsfonds der Bundesregierung förderte daher zwischen 2017 und 2021 ein besonderes Modellprojekt in Bayern. Im Fokus des Projekts "Darmkrebs in der Familie? Sprich drüber!" standen Versicherte im Alter von 25 bis 49 Jahren. Sie erhielten erstmals die Möglichkeit, durch die Erhebung einer ausführlichen Familienanamnese über eine eventuell in der Familie vorliegende Veranlagung für Darmkrebs informiert zu werden. Deutete die Familienanamnese auf das Vorliegen eines familiären Risikos hin, konnten diese Betroffenen in Bayern eine kostenfreie Vorsorgedarmspiegelung oder alternativ einen immunchemischen Stuhltest in Anspruch nehmen. Und dies bereits ab 25 Jahren.
Auch gesetzliche Krankenkassen in Bayern wie die TK unterstützten die Initiative. Der wissenschaftliche Titel des Modellprojektes lautete FARKOR. Das Projekt wurde zum 31. März 2021 beendet und wissenschaftlich vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der LMU München evaluiert. Der Gemeinsame Bundesauschuss entschied im Februar 2023, dass das Konzept in die Regelversorgung übernommen wird.
Sprich drüber! Darmkrebs in der Familie