Die Statistik bildet dabei nur das sogenannte Hellfeld ab. Experten zufolgen liegt die Zahl der Kinder, die täglich körperlich oder seelisch misshandelt werden, deutlich höher. Zudem bleiben viele Taten unentdeckt, insbesondere dann, wenn die Täter aus dem sozialen Nahbereich des Opfers kommen.

Egal, ob es sich um Verwahrlosung, Vernachlässigung, Misshandlung oder sexuellen Missbrauch handelt: Die betroffenen Kinder benötigen schnell kompetente Hilfe.

Kinder müssen gewaltfrei aufwachsen

Gewalt gegen Kinder verursacht vielfaches individuelles Leid. Mit ihrem Leitfaden möchte die Techniker Krankenkasse (TK) dazu beitragen, dass Kinder gewaltfrei aufwachsen können - und das bereits seit 1999. Er richtet sich an Ärzte, Erzieher, Lehrer und alle, die mit Kindern arbeiten.

Leitfaden keine "Gewalt gegen Kinder"

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Bereits seit 2006 sind sämtliche Informationen des Leitfadens auch online verfügbar. Wer Hilfe sucht, findet dort ein fortlaufend aktualisiertes, umfangreiches Adressverzeichnis von Einrichtungen und Initiativen, die sich um Kinder kümmern und bei Verdachtsfällen weiterhelfen können.

Cybermobbing als Form der Gewalt

Mit der rasanten Verbreitung der neuen Medien gerade auch unter Kinder und Jugendlichen ist eine neue Form der Gewalt aufgetaucht: Das sogenannte "Cybermobbing". Der Leitfaden bietet dazu Informationen und Hilfestellungen, die von Experten des Instituts für Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erarbeitet wurden.

Dass es sich dabei um ein ernst zu nehmendes Problem handelt, zeigen Umfragen. Danach waren 32 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren in Deutschland bereits einmal Opfer einer Cybermobbing-Attacke. In NRW liegt die Quote sogar bei 36 Prozent. Jeder fünfte Schüler wurde im Internet oder per Handy direkt bedroht oder beleidigt. Jeder Sechste litt unter Verleumdungen und bei rund zehn Prozent kam es zu einem Missbrauch der Internetidentität.