Körperliche Aktivität ist wichtig, um die Gelenke möglichst beweglich zu halten. Bewegung und Sport haben außerdem noch andere Vorteile: Sie stärken die Muskeln und Knochen sowie das Herz-Kreislauf-System. Kraft und Ausdauer helfen auch im Alltag - zum Beispiel beim Treppensteigen.

Schmerzen und Erschöpfung können ein Training vor allem anfangs erschweren, wenn der Körper noch nicht daran gewöhnt ist. Wichtig ist deshalb, sich nicht zu überfordern und die Belastung an die Beschwerden und das Erkrankungsstadium anzupassen. Das gilt auch bei akuten Rheumaschüben.

Welche Übungen in der persönlichen Situation geeignet sind, lässt sich in einer ärztlichen, physio- oder ergotherapeutischen Beratung klären.

Welche Sportarten eignen sich bei Rheuma?

Sport- und Trainingsarten, die sich bei Rheuma eignen, sind zum Beispiel:

  • Kräftigungsübungen: etwa Übungen mit leichten Gewichten, um die Bein-, Arm- und Rückenmuskulatur zu stärken
  • Ausdauertraining: Sportarten, die Herz und Lunge stärken, wie Walking, Radfahren, Schwimmen und Tanzen
  • Gymnastik und Wassergymnastik
  • Tai Chi (Schattenboxen)
  • Yoga

Grundsätzlich kommen bei Rheuma alle Aktivitäten infrage, die die Gelenke nicht übermäßig belasten. Studien zeigen, dass Sport für die meisten Menschen mit Rheuma kein Risiko darstellt. Wenn die Gelenke bereits sehr geschädigt sind, ist es aber sinnvoll, zu intensives Training zu vermeiden: Es gibt Hinweise, dass es Gelenkschäden dann verstärken kann.

Bei der Wahl einer Sportart spielen die eigenen Vorlieben eine wichtige Rolle. Denn um etwas bewirken zu können, ist regelmäßiges Training unverzichtbar. Bewegung zu einem festen Bestandteil des Alltags zu machen, gelingt viel leichter, wenn die Sportart Freude macht und man sich danach wohl fühlt.

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Was zeigen Studien zu unterschiedlichen Sportarten?

Körperliche Aktivität kann die Fitness, Kraft und allgemeine Beweglichkeit verbessern. Zusammenfassende Auswertungen von Studien zeigen außerdem, dass Menschen mit Rheuma dadurch ihre Erschöpfung sowie andere Beschwerden lindern und ihre Lebensqualität etwas steigern können.

Kräftigungsübungen

Eine Reihe von Studien hat die Wirkung von Kräftigungsübungen untersucht, insbesondere zur Stärkung der Arm- und Beinmuskulatur. Dabei trainierten die Teilnehmenden 2- bis 3-mal pro Woche 30 bis 60 Minuten mit leichten Gewichten oder Geräten. Das Training konnte ihre Kraft verbessern und die Beeinträchtigung durch Rheuma etwas verringern. Dadurch fielen ihnen alltägliche Aktivitäten wie etwa Ankleiden, Waschen oder das Hantieren mit Besteck und Geschirr beim Essen leichter. Auf ihre Schmerzen hatte das Training jedoch keinen Einfluss.

Ausdauertraining

Andere Studien untersuchten die Wirkung von Ausdauertraining bei Rheuma. Auch hier fand das Training in der Regel 2- bis 3-mal pro Woche statt und dauerte meist zwischen 45 und 60 Minuten. Es wurden verschiedene Arten von Ausdauersport geprüft, zum Beispiel Radfahren oder Schwimmen, oft in Kombination mit anderen Übungen. Die Teilnehmenden trainierten jeweils bei einer moderaten Belastung - die zwar anstrengend ist, den Puls aber nicht zu stark beschleunigt.

Auch das Ausdauertraining half den Teilnehmenden: Es verbesserte die Lebensqualität, konnte Einschränkungen im alltäglichen Leben leicht verringern und auch Schmerzen etwas lindern.

Wassergymnastik

Menschen mit Gelenkerkrankungen wird häufig Wassergymnastik empfohlen, da bei Übungen im Wasser kaum Druck auf den Gelenken lastet. Die Wirkung von Wassergymnastik wurde in einigen Studien untersucht. Die Forschungsergebnisse reichen aber bislang nicht aus, um zu beurteilen, ob Wassergymnastik rheumatische Beschwerden wie Schmerzen lindern und die Gelenkfunktion verbessern kann.

Tai Chi und Yoga

Es gibt keine aussagekräftigen Studien, die Tai Chi oder Yoga bei Rheuma untersucht haben. Daher lässt sich ihre Wirkung wissenschaftlich noch nicht beurteilen.

Kann die Krankenkasse die Trainingskosten übernehmen?

Menschen mit Rheuma können für bis zu 24 Monate ein sogenanntes Funktionstraining in der Gruppe in Anspruch nehmen. Dabei handelt es sich um Gymnastik- oder Wassergymnastikkurse, die meist eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut anleitet. Diese Kurse sind speziell auf die Erfordernisse von Menschen mit Rheuma zugeschnitten. Zudem fällt vielen der Sport in einer Gruppe leichter.

Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss der Veranstalter von der Kasse anerkannt sein. Außerdem braucht man eine ärztliche Verordnung.

Auch der sogenannte Rehasport zur Verbesserung von Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit kann ärztlich verordnet und von der Kasse bezahlt werden. Rehasport wird ebenfalls in der Gruppe angeboten, in der Regel an 50 Terminen über 18 Monate.

Weitere Informationen zu Trainingsmöglichkeiten bieten zum Beispiel Selbsthilfegruppen für Menschen mit Rheuma.