Die meisten Fälle werden in den Herbst- und Wintermonaten beobachtet. Bei vielen Kindern tritt das Krupp-Syndrom mehrfach auf.

Wer vom Pseudokrupp häufig betroffen ist

Am häufigsten erkranken Kinder zwischen 18 Monaten und fünf Jahren, wobei laut Statistik Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen. Man schätzt, dass etwa fünf Prozent aller Vorschulkinder pro Jahr an einem Krupp-Syndrom erkranken mit einem Häufigkeitsgipfel im zweiten Lebensjahr.

Wodurch das Krupp-Syndrom ausgelöst wird

Meistens tritt das Krupp-Syndrom als Folge einer leichten Erkältung auf, die durch Viren ausgelöst wird. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen auf dem Luftweg beim Husten, Niesen, Sprechen oder über die Hände. Auch bakterielle Infektionen der oberen Luftwege können eine Ursache sein, allerdings deutlich seltener.

Was beim Krupp-Syndrom passiert

Zum Krupp-Syndrom kommt es, wenn die virale oder bakterielle Infektion des Nasen-Rachen-Raumes auf den Kehlkopf, die Stimmbänder und die Luftröhre übergreift. Die Entzündung führt zu einem Anschwellen der Schleimhaut und dadurch zu einer starken Einengung der beim Kleinkind ohnehin engen Luftwege.

Wahrscheinlich können auch Allergien diese Erkrankung verursachen. Bei einer Erkältung begünstigen Luftverunreinigungen, zum Beispiel durch Zigarettenrauch, das Auftreten der Beschwerden.

Vom Krupp-Syndrom zu unterscheiden sind eine Entzündung des Kehlkopfes bei Diphtherie, der sogenannte echte Krupp, und die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis). Beide Erkrankungen werden durch Bakterien hervorgerufen und verlaufen sehr viel schwerer als das Krupp-Syndrom. Durch Impfungen ist die Diphtherie in den letzten Jahren hierzulande aber sehr selten geworden.

Daran erkennt man das Krupp-Syndrom

Oft besteht schon seit einigen Tagen eine leichte Erkältung mit Schnupfen, Halsschmerzen, trockenem Husten und heiserer Stimme bei nur wenig erhöhter Körpertemperatur. Typischerweise wachen die Kinder in der ersten Nachthälfte mit trockenem, bellendem Husten und Heiserkeit auf. Beim Einatmen hört man ein pfeifendes Nebengeräusch. In schweren Fällen ist es auch während der Ausatmung vorhanden. Die Atemnot führt bei den Kindern zu starker Unruhe und Angst.

Wann zum Arzt?

Bei den oben genannten Beschwerden muss das Kind einem Kinderarzt vorgestellt werden. In bedrohlichen Fällen sollte der Notarzt verständigt werden, also bei starker Luftnot, hohem Fieber oder wenn das Kind keine Stimme mehr hat und nicht schlucken kann (Speichel tropft aus dem Mund). Für diese Beschwerden kann auch eine schwere, lebensbedrohliche Krankheit verantwortlich sein: die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis).

Der für das Krupp-Syndrom typische bellende Husten (Krupp-Husten) tritt bei einer Kehldeckelentzündung meist nicht auf. Die Epiglottitis ist dank der Impfung gegen das auslösende Bakterium Haemophilus influenzae Typ B heute eine Erkrankung, die nur noch sehr selten vorkommt.

Wie wird das Krupp-Syndrom behandelt?

Da Angst und Aufregung die Atembeschwerden verstärken, ist es zunächst wichtig, dass Sie selbst Ruhe bewahren.

So helfen Sie Ihrem Kind

1. Beruhigen Sie Ihr Kind!
2. Setzen Sie Ihr Kind hin. Das erleichtert die Atmung.
3. Lassen Sie Ihr Kind kühle Luft einatmen (Balkon, offene Kühlschranktür).
4. Kühle Getränke und feucht-kalte Halswickel wirken abschwellend und werden oft als angenehm empfunden.

Alle genannten Maßnahmen führen über eine leichte Abschwellung der Schleimhaut zur Besserung der Atembeschwerden. Bei starker Atemnot kann so die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrückt werden.

Der Notarzt verabreicht dem Kind ein Kortison-Zäpfchen, das zu einer weiteren Besserung der Symptomatik führt. Nebenwirkungen treten bei dieser einmaligen Gabe nicht auf. Sehr wirksam ist auch das Einatmen von Adrenalin über ein Inhaliergerät. Adrenalin wirkt gefäßverengend, führt so nach wenigen Minuten zu einem Abschwellen der Schleimhäute und lindert die Atemnot. Als Nebenwirkung kann kurzzeitig Herzrasen auftreten, weshalb diese Maßnahmen nur ein Arzt durchführen sollte.

Da das Krupp-Syndrom meist bei einer Virusinfektion auftritt, sind Antibiotika in der Regel nicht wirksam.

Komplikationen bei Pseudokrupp

Ein Krupp-Anfall verläuft meistens leicht und bessert sich durch die genannten Maßnahmen rasch. Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist nur bei starken Beschwerden oder zusätzlichen Erkrankungen erforderlich.

Selten besteht so starke Atemnot, dass die Gabe von Sauerstoff oder eine Beatmung erforderlich werden. Ohne Behandlung kann das Krupp-Syndrom in diesen Fällen lebensbedrohlich sein.

Wie kann man vorbeugen?

Da viele Kinder mehr als einmal einen Krupp-Anfall bekommen, ist es wichtig, dass die Eltern über vorbeugende Maßnahmen und Möglichkeiten der ersten Hilfe informiert sind.

So können Sie Pseudokrupp vorbeugen

1. Soweit möglich, sollten Erkältungen und der Kontakt zu erkälteten Personen vermieden werden.
2. Unterstützen Sie den Bewegungsdrang Ihres Kindes und fördern Sie Sport an der frischen Luft.
3. Ihr Kind sollte sich gesund ernähren und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
4. Dass Ihr Kind genügend Schlaf bekommt, ist wichtig, damit Ihr Kind gesund bleibt.
5. In Gegenwart des Kindes sollte nicht geraucht werden.

Wenn Ihr Kind erkrankt ist

Vor dem Schlafengehen ist es sinnvoll, das Zimmer eines erkrankten Kindes gut zu lüften. Mit einem Kissen im Rücken kann das Kind bequem schlafen.

Bei sehr häufigen Anfällen ist eventuell eine Untersuchung auf Allergien oder eine Spiegelung der Atemwege sinnvoll. Der Arzt kann Kortison-Zäpfchen verordnen, welche die Eltern dem Kind bei zunehmenden Beschwerden bereits zu Hause geben können.

Eine Vorstellung beim Kinderarzt ist bei jedem Krupp-Syndrom erforderlich. Nur so können schwere Verläufe verhindert und andere ernste Erkrankungen sicher ausgeschlossen werden.