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Mascha, deine Webseite trägt den Namen Monkey Mind. Was hat es damit auf sich?
Als Monkey Mind bezeichnen die Buddhisten den ungezähmten Geist. Das kennen wir alle: Die Gedanken springen jeden Tag wie wilde, kleine Äffchen durch den Kopf und sorgen für Unterhaltung. In dem einen Moment grübeln wir noch über das letzte Teammeeting, im nächsten erinnern wir uns daran, was wir später noch alles einkaufen wollen. Das kann ganz schön anstrengend sein. 

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Mascha ist zertifizierte MBSR-Lehrerin und Achtsamkeitstrainerin in Berlin. Die Basis ihrer Coachings ist die Praxis der Achtsamkeit und des Selbstmitgefühls. Auf ihrem Instagram-Kanal (@monkeymind.meditation) gibt sie zudem Tausenden von Followern Tipps für ein achtsameres Leben.

Wie können wir die Äffchen in unserem Kopf zähmen?
Zähmen ist das eine, viel wichtiger aber ist es, sich mit den Äffchen anzufreunden. Ganz oft hören wir nur den Lärm, den sie machen und drehen uns schnell weg, ohne zu hinterfragen, was da eigentlich passiert und wer genau den Radau macht. Durch Meditation und Achtsamkeit können wir lernen, uns mit der ganzen Affenbande anzufreunden. Denn: Meditation bedeutet auch, hinzuschauen und sich selbst besser kennenzulernen. Sie hilft, das eigene Innenleben einzuschätzen und sich selbst durch dieses Näherkommen auch ein bisschen mehr zu mögen. 

Wie kam es dazu, dass du dich diesem Thema gewidmet hast?
Ich hatte viele Jahre lang ein großes Unwohlsein in mir, eine Art innere Leere. Heute weiß ich, dass ich nicht im Innen, sondern im Außen nach Glück gesucht habe. Ich war zum Beispiel viel reisen. Doch egal an welch wunderschönen Orten ich war, die Leere und Frustration hatte ich immer mit im Gepäck. Da habe ich gemerkt: Das muss ich angehen. Ich habe dann zwei Wochen lang ein Schweige-Retreat gemacht, viel meditiert und meine Äffchen kennengelernt. Das hat mein Leben verändert. 

Kannst du das genauer erklären? 
Im Grunde geht es um einen Perspektivwechsel. Anstatt nach außen zu schauen, wo ja die ganze Zeit total viel los ist, schaut man nach innen. Wir kennen es alle: Der Geist ist ständig am Wandern, immer auf der Suche, nach etwas anderem, besseren. Den Ist-Zustand können wir nur ganz schwer akzeptieren. Doch genau darum geht es bei Achtsamkeit und Meditation: Das genießen, was da ist. Ich würde dafür plädieren, dass wir wieder entschleunigen. Wir sollten ein paar Gänge zurückschalten und vielleicht auch wieder lernen, was es bedeutet, nichts zu tun. Zu akzeptieren, dass es nicht immer etwas Besseres oder Schöneres braucht, kann uns sehr viel Zufriedenheit bringen.

Den Ist-Zustand können wir nur ganz schwer akzeptieren. Doch genau darum geht es bei Achtsamkeit und Meditation: Das genießen, was da ist.

Das klingt heilsam. Kann jede:r einfach damit anfangen?
"Achtsamkeit to go" gibt es leider nicht. Wie bei jeder Veränderung, braucht es Zeit für diesen Perspektivwechsel. Und das ist auch okay. Man kann es sich vorstellen wie beim Lernen eines neuen Instruments. Besser wird man, indem man regelmäßig übt. Und dafür ist die Meditation da. Sie ist die Technik, mit der wir üben, das Hamsterrad anzuhalten. Denn genau darum geht es: Einmal stehen zu bleiben und zu merken, wie es uns gerade geht. Wie läuft mein Leben? Habe ich die richtige Richtung eingeschlagen oder laufe ich eigentlich die ganze Zeit in die falsche? 

Welche Auswirkungen hätte es, wenn wir kontinuierlich im Hamsterrad weiterrennen?
In diesem "Macher-Modus" verliert man den Kontakt zu sich selbst und spürt sich nicht mehr. Man überschreitet permanent seine eigenen Grenzen und vielleicht auch die Grenzen anderer. Und das bedeutet Chaos im eigenen Leben. Man ist nicht mehr zufrieden mit sich, weil man gar nicht so genau weiß, was man eigentlich will. Die ganz klassische Folge ist dann irgendwann der Burnout.

Hast du einen Tipp, um Achtsamkeit ganz einfach in den Alltag zu integrieren?
Alle reden immer über das Atmen. Früher kam mir das auch total blöd und langweilig vor. Aber: Es hat tatsächlich einen großen Effekt und kann überall gemacht werden. Mein Tipp wäre, das Atmen mit einer konkreten Situation zu verknüpfen. Für mich ist die rote Ampel zum Beispiel der Reminder für eine kurze Atempause. Statt mich über das Warten zu ärgern, nutze ich die Pause, die mir geschenkt wird, um nicht nur körperlich, sondern auch geistig einmal stehen zu bleiben und durchzuatmen. Wenn man das regelmäßig macht, wird man merken, wie gut das tut.

Was hältst du von geführten Meditationen?
Geführte Meditationen sind ein super Einstieg. Das Schöne ist, dass sie so leicht zugänglich sind. Wichtig ist, dass man immer schaut, dass sie von professionellen Meditationslehrer:innen angeleitet werden, die wissen, wovon sie sprechen und nicht einfach irgendwas vorlesen. Meditation ist eine Kunst, die man - gerade durch Angebote wie TK-Smart Relax - sehr leicht lernen kann. Und: Durch die Begleitung der Stimme ist es oft einfacher, den Geist an einem Punkt zu halten.

Kann man Meditationsübungen auch gemeinsam als Familie machen? 
Das ist eine schöne Idee! Durch eine gemeinsame Meditation kann man ganz viel Verbundenheit schaffen. Das muss natürlich eine Meditation sein, die für Groß und Klein passt. Und ganz wichtig: Alle Mitglieder müssen Lust darauf haben. 

Warum sollten bereits Kinder an Achtsamkeit herangeführt werden?
Es wäre Quatsch, ein zweijähriges Kind 20 Minuten lang auf ein Meditationskissen zu verfrachten. Aber ich glaube, es ist super, schon in jungen Jahren zu lernen, dass wir Menschen ganz verschiedene Gefühle haben, die alle da sein dürfen. Genauso wichtig ist es, dass Kinder erfahren, wie wertvoll Pausen sind. Dafür braucht es kein Achtsamkeitstraining, das kann Teil der normalen Erziehung sein. Eltern können das ganz einfach vorleben, indem sie selbst regelmäßig Pause machen, meditieren oder sich selbst etwas Gutes tun. 

Wie schnell merkt man positive Effekte der Meditation? 
Wer den Satz "Ich möchte entspannen" ausspricht, ist bereits aus dem Autopilotmodus ausgestiegen und hat beschlossen, sich Zeit für sich zu nehmen. Das ist ein wichtiger, erster Schritt. Wenn man dann zehn Minuten meditiert, wird man schon ab dem ersten Mal positive Effekte spüren können. Für langfristige Effekte ist Regelmäßigkeit auf jeden Fall wichtig. 

Meditation ist die Technik, mit der wir üben, das Hamsterrad anzuhalten.

Die Meditationen, die du für den Alexa-Skill TK Smart Relax aufgenommen hast, richten sich unter anderem auch an Frauen, die an Endometriose leiden. Inwiefern kann Meditation bei dieser Erkrankung helfen? 
Wer, so wie ich, von Endometriose betroffen ist, weiß, dass diese Krankheit mit sehr starken Schmerzen verbunden ist. Die lassen sich mit Meditation nicht wegzaubern - das will ich gar nicht beschönigen. Durch die Meditationspraxis, die dafür da ist, unsere Achtsamkeit zu schulen, kann ich einen neuen Umgang mit der Krankheit finden. Denn Achtsamkeit bedeutet immer auch: Wie gehe ich mit dem um, was gerade da ist? Durch die Achtsamkeit habe ich eine Akzeptanz entwickelt. Ich arbeite nicht mehr gegen meinen Körper, sondern mit ihm zusammen. Und weil dieser Widerstand in mir nicht mehr so groß ist, ist auch der Schmerz weniger geworden. 

Was ist deine Lieblingsübung aus der Meditation? 
Ich bin immer sehr streng zu mir selbst, auch verbunden mit der Endometriose. Deswegen mag ich Meditationen, die herzöffnend sind und die mich wieder daran erinnern, freundlich zu mir selbst zu sein. Da gibt es aus dem Buddhistischen die klassische Metta-Meditation. Das ist die Meditation der liebenden Güte oder auch der Freundlichkeit. Das Schöne daran ist, dass man bei sich selbst anfängt. Der Meditationspraxis wird oft vorgeworfen, sie sei egoistisch. Was viele aber nicht sehen: Wenn man meditiert, tut man nicht nur etwas Gutes für sich, sondern für sein gesamtes Umfeld. Man fängt bei sich an und weitet die Freundlichkeit dann auf alle Menschen und Lebewesen aus. Denn wenn es mir gut geht und ich entspannt bin, überträgt sich das auch auf die Menschen um mich herum.

Die Entspannungsübungen und geführten Meditationen von Mascha sind für Sie ab sofort kostenlos im Alexa-Skill TK Smart Relax verfügbar. Probieren Sie es mal aus!